Nach Spielunterbrechung: Nach TV-Ausraster! DFB ermittelt gegen Rudi Völler

Roger Schmidt und Rudi Völler ließen bei der Partie Leverkusen gegen Dortmund das Sportliche in den Hintergrund treten und verloren somit mehr als nur drei Punkte im Titelrennen. Jetzt drohen Schmidt und Völler sogar empfindliche Strafen.

Rudi Völlers jüngster Ausraster wird zum Gegenstand von Ermittlungen. Bild: Rolf Vennenbernd/dpa

Bayer Leverkusen gegen Borussia Dortmund. Was nach einem Fußball-Festival klingt, enttäuschte auf ganzer Linie. Trotz oder gerade wegen der peinlichen Aussetzer von Trainer Roger Schmidt (48) und Sportdirektor Rudi Völler (55). Es ist nicht der erste Eklat um die Verantwortlichen von Bayer Leverkusen, doch dieses Mal könnte es für Schmidt ein Nachspiel geben.

Wie "Bild.de" schreibt, wird gegen den Sportdirektor von Leverkusen ermittelt: "Der Schiedsrichter hat nichts gegen Herrn Völler im Spielbericht festgehalten. Wir haben uns die TV-Bilder angeschaut. Es wird seitens des Kontrollauschusses ermittelt", bestätigte Anton Nachreiner, Vorsitzender des DFB-Kontrollausschusses. Dem war ein TV-Ausraster Völlers vorausgegangen, in dem er vor allem den Schiedsrichter der Partie Leverkusen-Dortmund attackiert hatte.

VIDEO: Nach Eklat: Ermittlungsverfahren gegen Schmidt und Völler
Video: SID

Bayer Leverkusen vs. Borussia Dortmund: Was war vorgefallen?

Es läuft die 64. Spielminute. Das dahinplätschernde Spiel ist bis dahin einem Top-Spiel nahezu alles schuldig geblieben. Leverkusens Stürmer Stefan Kießling verliert im Angriff den Ball gegen Sven Bender und foult den Dortmunder im Nachsetzen. Der BVB will kontern, stoppt nach dem Pfiff des Schiedsrichters Felix Zwayer den Ball und führt den Freistoß vier Meter vom Ort des Foulspiels aus. Laut DFB-Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer vor dem eigenen Strafraum ein völlig legitimer Toleranzbereich. Dortmund befindet sich weiter im Tempogegenstoß und überrennt Leverkusen, sodass Pierre-Emerick Aubameyang nur noch zur Führung einschieben muss.

Leverkusen-Trainer Roger Schmidt echauffierte sich dermaßen an der Außenlinie, dass das Schiri-Gespann gezwungen war, den 48-Jährigen auf die Tribüne zu verbannen. Schiri Zwayer handelte dabei korrekt nach Regelwerk. Die einzigen Ansprechpartner des Unparteiischen sind die beiden Mannschaftskapitäne. Demnach bat er Bayer-Captain Kießling, seinen Trainer von dem Platzverweis zu unterrichten. Doch dieser stellte sich stur, verweigerte den Verweis und provozierte somit eine neunminütige Spielunterbrechung.

FOTOS: Von Trapattoni bis Völler Legendäre TV-Ausraster

Rudi Völler: Wie ein verzogenes Kleinkind, das die Welt nicht mehr versteht

Nach dem Spiel legt Bayers Sportdirektor Rudi Völler noch einen nach. Scheinbar völlig unreflektiert will er lauthals mit Fehlentscheidungen des Schiedsrichters vom eigenen ablenken. Dass er mit seinem Einwand, einen Handelfmeter nicht bekommen zu haben, Recht haben mag, ist unstrittig. Zu gezielt geht die Hand des Dortmunder Verteidigers Sokratis zum Ball. Ein Strafstoß wäre gerecht gewesen. Was Rudi Völler leider nur zu oft vergisst: Fußball ist nicht immer gerecht.

Wie ein verzogenes Kleinkind, das die Welt nicht mehr versteht, wenn es den Schokoriegel doch nicht bekommt, tritt er im Sky-Interview nach dem Spiel auf. Eine sachliche Auswertung der Geschehnisse? Nicht möglich. Reporter Sebastian Hellmann versucht immer wieder, den Fokus auf den Fakten zu halten, und wäre im Laufe des Interviews sicherlich auch auf die krasse Fehlentscheidung des Schiri-Gespanns gekommen. Doch Völler ist nicht mehr aufzuhalten.

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