Sieht so die Zukunft des Fußballs aus?
Das ist der erste crowdfinanzierte Fußball-Profi

Wir schlagen ein neues Kapitel im Fußball auf: Spieler können ab sofort "crowdfinanziert" werden. Rückblickend betrachtet schien diese Modernisierung allerdings nur eine Frage der Zeit gewesen. Jetzt wechselte der erste Spieler von Griechenland nach Belgien.

Schaffte dank einer Crowdfinanzierung den Sprung von der zweiten griechischen ind die erste belgische Liga: Panagiotis "Kyn" Kynigopoulos. Bild: Kickers.net/https://www.youtube.com/watch?v=xL0rUig9xY8

Fußball: Was einst als "Fußlümmelei" auf einer Wiese im Park mit Jacken als Torpfosten begann, ist mittlerweile zu einem pulsierenden und globalen Milliarden-Geschäft mutiert. In den hypermodernen Spielplänen, in denen alles minutiös getaktet ist, bleibt kein Platz mehr für Romantiker. Längst bestimmt das Geld über Erfolg und Misserfolg.

Einzig Ausnahmen wie derzeit Leicester City, die als Aufsteiger die englische Premier League, und damit die vielleicht stärkste Liga der Welt, auf den Kopf stellen, sind ein Lichtblick. Selbst die ganz Großen schickt die Truppe mit dem Mini-Budget reihenweise mit leeren Händen nach Hause, was ihnen auch weiterhin den ersten Tabellenplatz sichert. Doch hin und wieder scheint das "Geschäft Fußball" das "Spiel Fußball" vollends ad absurdum zu führen. Beispielsweise mit Spielern, die ihren Vertrag in einer Casting-Show gewinnen oder mit Spielern die crowdfinanziert werden. Letzteres scheint rückblickend betrachtet vielleicht nur eine Frage der Zeit gewesen zu sein.

#footballrevolution: Grieche als erster crowdfinanzierte Fußballer dick im Geschäft

Panagiotis Kynigopoulos heißt der junge Grieche, den alle nur "Kyn" (gesprochen wie Kienn) rufen und der dem Fußball vielleicht einen neuen Dreh gegeben hat. Kyn ist der erste crowdfinanzierte Fußball-Profi und wechselte kürzlich von Griechenland in die erste belgische Liga zu Sint-Truiden. Möglich machte das die deutsch-schweizerische Online-Plattform "kickrs.net", denn hier haben über 500 Kleinanleger in den 19-jährigen Angreifer investiert und ihm den Transfer zu Sint-Truiden V.V. ermöglicht. Übrigens der Verein, der auch Nick Proschwitz nach seinem "Penis Gate" eine neue Chance gab. Innerhalb von nur sechs Wochen kamen unglaubliche 235.506 Euro zusammen. In den sozialen Netzwerken und Nachrichten-Diensten ging die Kampagne mit den Hashtags #footballrevolution und #teamkyn durch die Decke.

VIDEO: Der erste crowdfinanzierte Fußball-Profi
Video: Kickers.net/https://www.youtube.com/watch?v=xL0rUig9xY8

Belgien sehen und sterben?

Keine sechs Monate später ist Kyn bereits angekommen. In Belgien, bei Sint-Truiden V.V., in seinem Traum "Fußball-Profi". Und in diesem Traum muss er sich anpassen. Das heißt Flämisch zu lernen und sich, anders als in seiner Heimat, daran zu gewöhnen, auf Kunstrasen zu spielen. "Kyn could become one of the most significant transfers of the year", schrieb die englische Tageszeitung "The Times" nach seinem Wechsel nach Belgien. Stellt sich nur die Frage: Warum Belgien? Natürlich kommen viele der derzeitigen Super-Stars wie Kevin de Bruyne, Eden Hazard, Marouane Fellaini und Romelu Lukaku, um nur einige zu nennen, aus dem kleinen Land, wo neben Bier auch Schokolade und Pommes an den Bäumen zu wachsen scheinen. Aber die "de Bruynes" dieses Landes zieht es in die große Fußballwelt, wenn sie nicht ohnehin schon dort ausgebildet wurden. Wieso zieht es Kyn also entgegen des Stroms in die Peripherie zwischen Brüssel und Lüttich? Oder ist die vielversprechende Karriere schon vorbei, bevor sie begann: Belgien sehen und sterben?

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