Von news.de-Volontär Christopher Rust - 08.12.2015, 16.55 Uhr

Kreisliga-Klub lässt Fans entscheiden: Aufstellung per Klick

Der wahrgewordene Fan-Traum: Beim FC Inter Dragon haben die Fans das Sagen und können auf der vereinseigenen Homepage die Aufstellung bestimmen.

So sieht die Homepage des FC Inter Dragon aus, auf der die Fans über Aufstellung und Taktik abstimmen können. Bild: http://fcinterdragon.com/

"Deutschland hat 80 Millionen Bundestrainer" heißt es immer so schön, wenn es nach einem Deutschland-Spiel wieder jeder besser gewusst haben will. In Borgwedel, hoch im Norden zwischen Flensburg und Kiel, ist dies nun, wenn auch etwas kleiner, Wirklichkeit geworden. Beim FC Inter Dragon können sich die Fans nicht mehr hinter dem Satz "Wenn ich Trainer wäre, dann..." verstecken. Wie die "Bild" berichtet, bestimmen hier die Fans die Taktik und die Aufstellung via Klick im Internet.

Elektronischen Trainer wie in Mexiko

Das Konzept ist nicht ganz neu. Vor einigen Jahren ließ der mexikanische Drittligist Murciélagos FC seine Anhänger via Twitter entscheiden, wer spielen und wer eingewechselt werden soll. Sogar ob der Trainer seinen Job behalten darf, konnten die Fans entscheiden. Auch Ebbsfleet United aus England und Monmouth Town aus Wales beteiligten ihre Fans schon direkt an den sportlichen Entscheidungen - mit unterschiedlichem Erfolg.

Im Norden Deutschlands stellt der Trainer Nils Langwadt zwei Tage vor dem Anpfiff die Aufstellung ins Netz. Dann haben alle registrierten User die Möglichkeit, mit Klicks für die Spieler zu stimmen, die sie gerne in der Startelf sehen würden.

Der Trainer muss sich daran halten

Am Ende der Abstimmungsphase steht die Startaufstellung, an die sich der Trainer zu 100 Prozent halten muss. Die Gefahr: "Es ist schon oft vorgekommen, dass ein Spieler, der ein großes soziales Umfeld hat, also viele Leute, die für ihn wählen, oftmals den Vorrang bekommt vor dem vermeintlich leistungsstärkeren Spieler, der vom Trainer gesetzt worden ist", erklärt Andreas Jablonski, Programmierer und Motion Screen Designer des Vereins.

Dennoch erfreut sich das Projekt großer Beliebtheit. "Die Resonanz ist zu 90 Prozent positiv. Offensichtlich haben wir den Nerv der Zeit getroffen", freut sichAndré Bistram (53), Erfinder und Vorantreiber des Unternehmens und ehemaliger Bundesliga-Profi.

Der Einfluss der Fans soll sich ausweiten

In Zukunft sollen die Fans nicht nur die Aufstellung und Taktik bestimmen können, sondern auch über Abgänge und Neuverpflichtungen entscheiden. Derzeit ist das "Mitspielen" noch gratis, nach der Testphase soll die Mitgliedschaft 99 Cent im Monat betragen.

Gründe, den Einfluss der Fans wieder zu beschränken, gibt es nicht. Momentan liegen "die Drachen" auf Tabellenplatz fünf.

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ruc/zij/news.de

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