Valentino Rossi vs. Marc Márquez: Fans laufen Sturm, Rossi wehrt sich, Reporter belästigen Márquez

Das Duell Rossi vs. Márquez hat die Motorsport-Welt gespalten. Bild: dpa

Montag, 26. Oktober 2015: Italienische Presse prügelt auf Rossi ein - Fans halten zu ihm

Nach dem Sepang-Eklat und der Strafe für Valentino Rossi wendet sich die italienische Presse mehrheitlich gegen ihr großes Idol. Von einer "Weltblamage" ist die Rede. Der neunmalige Weltmeister habe sich trotz seines Erfahrungsvorsprungs gegenüber Márquez naiv verhalten und seinen 10. Titel mit einem "Fußtritt" verspielt. Auch in Spanien, Frankreich und Großbritannien bekommt der beliebte Italiener sein Fett weg.

Ganz anders sieht es bei den Fans aus: Der Großteil der Rossi-Anhänger hält zu ihm und sieht die Hauptschuld bei Márquez. Gegen den Spanier beginnt einen regelrechte Hetzjagd im Netz. Bildmontagen als Liebespaar mit Lorenzo, Morddrohungen und andere Geschmacklosigkeiten kursieren durchs Social Web. Indes sammelt eine Online-Petition bei change.org Stimmen, um die Rückziehung von Rossis Strafe zu erwirken.

FOTOS: Rossi, Marquez, Lorenzo Die Gesichter der MotoGP
zurück Weiter Er ist der Star der MotoGP-Szene: Valentino Rossi. Der Italiener hat neun Weltmeistertitel eingefahren, sieben davon in der Königsklasse. (Foto) Foto: dpa/Ettore Ferrari Kamera

Mittwoch, 28. Oktober 2015: FIM-Chef Ippolito sieht den Sport beschädigt

In einem offenen Brief meldet sich Vito Ippolito, Chef des Motorradweltverbands, zu Wort. Darin schreibt er von einer "vergifteten Atmosphäre". Fahrer, Teams und Sponsoren sollten ihre Worte und Taten klug abwägen, denn Tausende Fans verfolgten sie auf- und abseits der Strecke, so der FIM-Chef. Mit Blick auf das Saisonfinale in Valencia fordert er alle Teilnehmer auf, sich dem Geist des Fair Play zu verschreiben.

Freitag, 30. Oktober 2015: Valentino Rossi zieht gegen Strafe vor das Sportgericht

Rossi greift zum letzten Strohhalm, um im Kampf gegen Jorge Lorenzo beim Großen von Valencia noch eine Chance zu haben. Der Italiener fechtet die Entscheidung der Rennleitung in Malaysia an und zieht vor das Internationale Sportgericht. Seine Forderung: Reduzierung der Strafe auf einen Punkt oder die komplette Aufhebung. In beiden Fällen könnte er sich beim Saisonfinale ganz normal qualifizieren. Eine Entscheidung soll am Freitag (6.11.) fallen.

Samstag, 31. Oktober 2015: Journalisten belästigen Marc Márquez zu Hause

Als wäre die Hetze im Netz nicht schon schlimm genug, dringen zwei Journalisten der italienischen Satire-Sendung "El Iene" in Marc Márquez' Zuhause ein, um ihm einen Spottpokal zu überreichen. Als die Reporter auf die verbale Bitte, das Gelände zu verlassen, nicht reagierten, soll es zu einem Handgemenge gekommen sein. Márquez habe sich u.a. eine Schürfwunde am Hals zugezogen. Er erwägt rechtliche Schritte.

Auch die Reporter drohen mit einer Anzeige. Ihre Kamera war bei der Auseinandersetzung zu Bruch gegangen, wie ein Facebook-Foto zeigt. Sie behaupten, falsch dargestellt worden zu sein, und wollen nun wegen Körperverletzung, Sachbeschädigung, Diebstahl und Verleumdung klagen. Ausgang: offen. Márquez-Manager Emilio Alzamora mahnt jedoch an, seinen Schützling und dessen Familie zu respektieren.

Montag, 2. November 2015: Pressekonferenz zum Valencia-GP gecancelt - Fahrer zum Rapport

Das Saisonfinale in Valencia wirft seine Schatten voraus. Und der nächste Paukenschlag folgt auf dem Fuße: Statt der gewöhnlichen Pressekonferenz am Donnerstag vor dem Rennwochenende wird es eine Krisensitzung mit den obersten Chefs der MotoGP geben. Dazu zitieren Dorna-Chef Carmelo Ezpeleta und FIM-Präsident Vito Ippolito alle Fahrer der Königsklasse zur Besprechung. Ob sich die Wogen damit glätten lassen, bleibt zu bezweifeln.

Auch das erste offizielle Statement von HRC-Chef Shuhei Nakamoto trägt nicht wirklich dazu bei, sondern heizt die Stimmung weiter auf. Er macht einen Tritt Rossis für den Sturz von Márquez verantwortlich - das gehe aus den Daten hervor, so Nakamoto. Zugleich verteidigt er den Spanier, Rossi nicht absichtlich behindert zu haben, sondern nur sein Rennen gefahren zu sein. Yamaha wehrt sich prompt und bestreitet einen Tritt seitens Rossi.

Donnerstag, 3. November 2015: Redeverbot für Rossi, Márquez und Co. - späte Reue

In Valenica stehen die Zeichen auf Deeskalation. Die zwei höchsten Tiere der MotoGP Vito Ippolito und Carmelo Ezpeleta redeten den Fahrern ins Gewissen und erteilten ihnen eine Art Redeverbot über den Vorfall von Sepang. Schluss mit den Schuldzuweisungen, zurück zum Sport und einem fairen Kampf auf der Strecke, so lautet die Devise. Entsprechend zurückhaltend äußerten Márquez und Rossi in ihren Einzelinterviews vor der Weltpresse.

 

Letzterer ließ sogar etwas Selbstkritik durchblicken: "Ich bereue, dass ich ich weit gegangen und nicht meiner normalen Linie gefolgt bin", kommentierte er sein Manöver in Sepang. Da wusste Rossi bereits, dass er beim Saisonfinale von hinten starten müssen wird. Das Internationale Sportgericht bestätigte die von der Rennleitung verhängte Drei-Punkte-Strafe. "Das macht es viel schwieriger, aber ich werde natürlich alles geben", so Rossi.

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zij/news.de

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