Valentino Rossi vs. Marc Márquez: Vor MotoGP-Finale in Valencia: Was seit dem Sepang-Skandal passierte

Es ist ein Skandal, der die MotoGP wohl noch lange beschäftigen wird. Seit dem Sepang-Clash zwischen Valentino Rossi und Marc Márquez kochen die Gemüter hoch. Alle Geschehnisse und Reaktionen im Zuge des folgenschweren Duells lesen Sie hier.

Das Duell Rossi vs. Márquez hat die Motorsport-Welt gespalten. Bild: dpa

Auch fast zwei Wochen nach dem MotoGP-Eklat zwischen Valentino Rossi und Marc Márquez ist noch längst kein Gras über die Sache gewachsen - ganz im Gegenteil. Erst Anfang der Woche goss HRC-Boss Nakamoto mit einem offiziellen Statement zu den Vorkommnissen beim Großen Preis von Malaysia erneut Öl ins Feuer. Yamaha sah sich zur Gegenreaktion gezwungen. Die Schlammschlacht tobt, von der Hetzjagd im Social Web ganz zu schweigen.

Wir haben die wichtigsten Geschehnisse zum "Sepang Clash" kurz vorm großen Saisonfinale in Valencia am 8. November 2015 für Sie zusammengefasst.

Donnerstag, 22. Oktober 2015: Valentino Rossi wittert spanische Verschwörung

Schon nach dem GP von Australien hatte sich angedeutet, dass Rossi mit dem Ergebnis und insbesondere Márquez' Fahrweise alles andere als zufrieden war. In der Pressekonferenz von Sepang macht er seinem Ärger Luft: "Sein Ziel war es bestimmt, nicht nur das Rennen zu gewinnen, sondern auch Jorge dabei zu helfen, mir Punkte abzunehmen", wirft der Altmeister dem spanischen Youngster vor - und legt kurz darauf nach.

In Interviews mit der italienischen Presse holt Rossi zum Rundumschlag gegen Márquez aus. So sei dieser seit den Rennen von Argentinien und Assen (Rossi gewann, Márquez stürzte bzw. wurde Zweiter) sauer auf ihn und wolle folglich einen weiteren Titelgewinn des neunfachen Weltmeisters verhindern. Dass er Márquez' großes Vorbild sei, stellt Rossi öffentlich in Frage. Der Spanier weist indes alle Vorwürfe von sich, zeigte zugleich aber Verständnis für Rossi.

Samstag, 24. Oktober 2015: Rossi und Márquez belauern sich in Freien Trainings

Der Nervenkrieg vom Donnerstag setzt sich auf der Strecke fort. In den Freien Trainings zum Großen Preis von Malaysia belagern sich Rossi und Márquez ungewohnt häufig. Der Spanier hängt sich an den Italiener ran, verfolgt ihn bis in die Boxengasse. Rossi will keinen Windschatten geben und wartet, Márquez wartet mit. Im Qualifying landen beide direkt hintereinander auf Platz 2 und 3. Es sollte der Vorbote einer ungeahnten Eskalation werden.

Sonntag, 25. Oktober 2015: "Sepang Clash" zwischen Rossi und Márquez sorgt für Skandal

Im Rennen von Sepang liefern sich Rossi und Márquez in den ersten Runden einen packenden Kampf um Rang drei. Beide schenken sich nichts, ein Überholmanöver folgt auf das andere. Das Duell ist ungewöhnlich hart für die ersten Rennrunden, sowohl Rossi als auch Márquez befinden sich einige Male kurz vorm Sturz. Nachdem Rossi seinem Rivalen bereits deutliche Handzeichen gegeben hat, kommt es in Runde sieben zum Äußersten.

Rossi drängt Márquez in Kurve 14 weit, will ihn ausbremsen. Es kommt zur Berührung, Rossi fährt sein Knie aus, Márquez stürzt. Während er einen Nuller kassiert, kann der Italiener das Rennen auf Rang drei beenden. Die 16 Punkte dafür darf er zwar behalten, doch nachdem die Rennleitung beide Fahrer angehört hat, entscheidet sie: Drei Strafpunkte für Rossi! Weil der schon einen auf dem Konto hat, muss er beim Finale in Valencia von ganz hinten starten.

VIDEO: MotoGP in Sepang: Rossi und Márquez geraten aneinander
Video: YouTube/MotoGP

Sonntag, 25. Oktober 2015: Ein Sturz, viele Meinungen - die Reaktionen zum Sepang-Skandal

Das Yamaha-Team fechtet die Entscheidung der Rennleitung unmittelbar an, jedoch ohne Erfolg. Rossi jedenfalls beharrt darauf, nicht gewollt zu haben, dass Márquez stürzt, und wirft ihm erneut vor, ihn willentlich behindert zu haben. Márquez hingegen spricht von einem Fußtritt Rossis, er habe ihn absichtlich ins Aus befördert. Die Rennkommissare bestätigen das nicht, werfen Rossi jedoch "unverantwortliches Fahren" vor.

Auch viele Fahrerkollegen beurteilen Rossis Aktion als übertrieben und unpassend. Er habe die Nerven verloren, ist immer wieder zu hören. Selbst Yamaha-Motorsportchef Lin Jarvis gibt zu: "Dieses Manöver war eine Explosion seines Frusts, nachdem ihn Marc immer wieder massiv gestört hatte." Er sieht Márquez' Provokationen gleichsam ursächlich für Rossis Verhalten an. Auch andere geben dem Spanier eine Mitschuld.

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