Schiri-Diskussion in der Bundesliga: Hilft jetzt nur noch der Video-Beweis?

So eine heftige Diskussion hat es in der Liga schon lange nicht mehr gegeben. Am Wochenende gab es gleich sieben Fehlentscheidungen der Unparteiischen. Handelfmeter, irreguläre Treffer - die Liga ist mächtig sauer. Nur was ist die Lösung? 

Die Diskussion um die Schiedsrichter in der Bundesliga spitzt sich weiter zu. Bild: dpa

Die Debatte um Schiedsrichterentscheidungen in der Bundesliga reißt nicht ab. Nachdem der 1. FC Köln am Samstag beim 0:0 gegen 1899 Hoffenheim in zwei strittigen Situationen keinen Elfmeter bekommen hatte, forderte Kölns Geschäftsführer Jörg Schmadtke einen Runden Tisch mit Trainern, Spielern, Managern und Unparteiischen. "Es muss eine Diskussion auf Augenhöhe sein. Offen und ehrlich. Die Schiedsrichter müssen ihre Probleme benennen", sagte Schmadtke im "Kicker".

Fehlentscheidungen in der Bundesliga: "Die Schiedsrichter werden immer schlechter."

Zuvor klang Kölns Manager noch weitaus emotionaler: "Die Schiedsrichter werden immer schlechter. Dann sollen wir auch noch Respekt zeigen. Die sollen nichts erzählen, die sollen aufpassen." Grund dafür: Schiedsrichter Günter Perl übersieht ein Handspiel von Hoffenheims Strobl. Kein Elfmeter für die Domstädter. In Wolfsburg sah sich Leverkusens Sportdirektor genötigt von der Tribüne auf den Platz zum vierten Offiziellen zu rennen, um seinen Ärger Luft zu verschaffen. Schiedsrichter Manuel Gräfe hatte seinen Linienrichter überstimmt und das Wolfsburger 1:0 gegeben - obwohl Vorlagengeber Vieirinha im Abseits stand.

45 Fehlentscheidungen nach 11 Spieltagen in der Fußball-Bundesliga

Nicht die einzige Fehlentscheidung an diesem Spieltag. Schalke bekommt gegen Ingolstadt, sowie der HSV gegen Hannover keinen Handelfmeter, dafür aber bekommen die Augsburger einen umstrittenen gegen Mainz 05. Zudem geht Spahic resolut gegen Bech zum Tackling. Der Däne fädelt ein, lässt sich fallen und bekommt den Elfmeter. Den hätte Wolfsburg Caligiuri auch gerne gesehen. Er wird von Bernd Leno zu Fall gebracht, doch Gräfe übersieht das Foulspiel. Wie die "Bild" schreibt, gab es in dieser Saison schon 45 Fehlentscheidungen – so viele wie seit fünf Jahren nicht mehr nach elf Spieltagen.

Ujah und Junuzovic belagern Schiri Welz. Bild: dpa

Da ist es klar, dass die permanente Diskussion um den Videobeweis wieder Einklang findet.Laut "Kicker" gibt es inzwischen sogar "konkrete Pläne für einen Video-Referee" Nur ist das die Lösung? Der Schiedsrichter muss in Sekundenbruchteilen eine Entscheidung fällen. Selbst vor dem Fernseher ist es manchmal auch nach der x-ten Wiederholung nicht zu erkennen, ob es nun richtig oder falsch war. Außerdem muss man die Bilder am Ende auch noch interpretieren. Ein Beispiel vom Wochenende:

Auch die Wiederholung kann die Meinung verzerren

Gladbachs Ibrahima Traoré dringt in den Strafraum ein, Herthas Langkamp legt die Hand auf seine Schulter, Traoré fällt und es gibt Elfmeter. Die einen sagen jetzt wahrscheinlich: Klare Sache, bei vollem Tempo reicht schon eine kleine Berührung. Die anderen behaupten, dass er die Berührung dankbar annimmt und sich dann fallen lässt. Anders sieht die Sache bei Wolfsburg irreggulärem Tor zum 1:0 aus. Mit dem Videobeweis hätte Manuel Gräfe noch eine andere Perspektive, und hätte gesehen, dass der Ball von Schürrle und nicht wie er es angenommen hat, von Kampl kam. Auch Andreasens Handtor in Köln hätte höchst wahrscheinlich nicht gezählt.

Sollte der Videobeweis tatsächlich eingeführt werden, bliebe noch die Frage wann dieser eingesetzt wird. Klar bei kniffligen Situationen. Nur wer entscheidet wann eine Situation knifflig ist und wie oft? Der Charakter des Spiels solle sich ja nicht verändern und die Diskussion am Montagmorgen ist dann auch passé. Was auch kommen wird, am Ende ist der Schiedsrichter die arme Sau - eigentlich wie immer!

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jko/Ife/news.de

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