Berlin Marathon 27.09.2015 - die Ergebnisse: Kenianer Kipchoge siegt beim 42. Marathon in der Hauptstadt

Kenias Marathon-Asse haben auch dem 42. Berlin-Marathon den Stempel aufgedrückt - doch diesmal krönten sie das flotte Rennen nicht mit dem angepeilten Weltrekord. Sieger Eliud Kipchoge fehlten 63 Sekunden zur Bestmarke seines Landsmanns Dennis Kimetto. Alle Ergebnisse lesen Sie hier.

Der Kenianer Eliud Kipchoge kommt am 29.09.2013 beim 40. Berlin-Marathon als Zweiter ins Ziel. Bild: Ole Spata / dpa

Eliud Kipchoge hat die Siegesserie der Kenianer beim Berlin-Marathon fortgesetzt, den erhofften Weltrekord aber klar verpasst. Der 30-Jährige gewann die 42. Auflage am Sonntag in der Jahresweltbestzeit von 2:04:00 Stunden, sein Landsmann Dennis Kimetto war bei seinem Triumphlauf vor einem Jahr 1:04 Minuten schneller. Als Zweiter kam nach 42,195 Kilometern Kipchoges Landsmann Eliud Kiptanui in 2:05:21 am Brandenburger Tor ins Ziel. Dritter wurde der Äthiopier Feyisa Lilesa (2:06:57). Seit 2010 kam der Sieger beim schnellsten Stadtmarathon der Welt immer aus Kenia. Kipchoge kassierte 40.000 Euro für seinen Sieg und 15.000 Euro Bonus für eine Zeit unter 2:05.

"Ich hatte keine Zeit, die Sohle rauszuziehen", sagte Kipchoge, dem schon vom ersten Kilometer an die Innensohle aus dem linken Laufschuh schlappte. Dieses Malheur kostete ihn wohl die entscheidenden Sekunden. "Der Weltrekord war mein Ziel. Das habe ich nicht geschafft - aber ich komme nächstes Jahr wieder", kündigte der Kenianer an.

Die Kenianerin Gladys Cherono hat das Frauenrennen beim 42. Berlin-Marathon gewonnen. In der Jahresweltbestzeit von 2:19:25 Stunden kam die 32-Jährige am Sonntag als Erste ins Ziel am Brandenburger Tor. Favoritin Aberu Kebede aus Äthiopien, die Siegerin von 2012, wurde in 2:20:48 Zweite vor ihrer Landsfrau Meseret Hailu (2:24:33). Seit 2011 war in Berlin keine Frau mehr unter 2:20 Stunden geblieben. Als beste deutsche Marathon-Frau verpasste Anna Hahner bei ihrem dritten Berlin-Start als 13. in 2:30:19 Stunden die Olympia-Norm für 2016 in Rio de Janeiro um knapp zwei Minuten.

Highlights und Zusammenfassung des 42. Berlin Marathons

Bei Sonnenschein, Windstille und für Marathonläufer optimalen Temperaturen - beim Start 9 Grad, später etwa 15 Grad Celsius - hatte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) die mehr als 41.000 Läufer und Läuferinnen auf die Strecke geschickt.

Die drei kenianischen Tempomacher für die erste Gruppe hielten sich aber nur anfangs an den "Fahrplan" für einen Weltrekord: Der erste Kilometer wurde in 2:51 Minuten absolviert, dann wurde es deutlich langsamer. Ein Kilometer-Schnitt von 2:56 Minuten, das war klar, würde nicht reichen.

Bei Kilometer 17 stieg der erste Pacemaker aus, nach 20 Kilometern der zweite, der letzte kurz vor der 30-Kilometer-Marke. Als das Spitzen-Sextett mit vier Kenianern und zwei Äthiopiern die Halbmarathon-Marke (21,1 Kilometer) bei 61:53 Minuten passierte, stand praktisch schon fest: Mit dem Weltrekord wird es diesmal nichts. Denn Kipchoge und Co. hatten eine Zwischenzeit von 61:30 Minuten angepeilt, Kimetto war bei seinem Weltrekord acht Sekunden schneller. Die Kilometerzeiten zeugten nicht gerade von einem gleichmäßigen Rennen: Sie lagen zwischen 2:44 und 3:03 Minuten.

Bei Kilometer 30 war nur noch ein Quartett vorn: Kipchoge, Kiptanui, Emmanuel Mutai und Lilesa. Knapp zwei Kilometer später war Kipchoge nur noch Solist - und im Ziel der strahlende Sieger. Der Favorit gewann seinen vierten Marathon in Serie - zuletzt hatte er in Rotterdam, Chicago (jeweils 2014) und 2015 in London triumphiert.

Bester Deutscher war nicht Falk Cierpinski, sondern Philipp Pflieger: Der 28-Jährige aus Regensburg kam in 2:12:50 Stunden als 16. ins Ziel und verfehlte die Olympia-Norm nur um 20 Sekunden.

Berlin Marathon 2015 Ergebnisse

Männer

1. Eliud Kipchoge (Kenia) 2:04:00 Std.
2. Eliud Kiptanui (Kenia) 2:05:21
3. Feyisa Lilesa (Äthiopien) 2:06:57
4. Emmanuel Mutai (Kenia) 2:07,46
5. Geoffrey Mutai (Kenia) 2:09,29
6. Reid Coolseat (Kanada) 2:10,28
7. Koen Naert (Belgien) 2:10,31
8. Yared Shegumo (Polen) 2:10,47
...
16. Philipp Pflieger (Regensburg) 2:12,50
19. Julian Flügel (Regensburg) 2:13,57

Frauen

1. Glady Cherono (Kenia) 2:19,25 Std.
2. Aberu Kebede (Äthiopien) 2:20,48
3. Meseret Hailu (Äthiopien) 2:24,33
4. Tadelech Bekele (Äthiopien) 2:25,01
5. Andrea Deelstra (Niederlande) 2:26,46
6. Maja Neuenschwander (Schweiz) 2:26,49
7. Lisa Nemec (Kroatien) 2:27,57
8. Tomomi Tanaka (Japan) 2:28,00
...
13. Anna Hahner (Rimmels) 2:30,19
14. Sophie Kray-Niemczyk (Berlin) 2:30,55

Die Strecke beim 42. Berlin Marathon

Der Berlin Marathon begann an der Siegessäule auf der Straße der 17. Juni. Dann begaben sich die Läufer auf eine Rundstrecke - vorbei an der JVA Moabit, dem Bundeskanzleramt, dem Fernsehturm, dem Südstern, dem Rathaus Schöneberg, der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche und dem Konzerthaus am Gendarmenmarkt. Am Brandenburger Tor war das Ziel der abwechslungsreichen Marathon-Strecke. Einen übersichtlichen Streckenplan des 42. Berlin Marathons finden Sie hierals interaktive Karte.

Aufgrund des Berlin Marathons waren am Wochenende zahlreiche Straßen in Berlin gesperrt. Die Straßensperrungen am Samstag und Sonntag entnehmen Sie unserer Übersicht:

Sperrungen am Samstag, 26.09.15

  • 10-19 Uhr Matthäikirchplatz sowie Sigismundstraße zw. Potsdamer Straße und Hitzigallee
  • 13.30-19 Uhr Potsdamer Straße zw. Stresemannstraße und Reichpietschufer
  • 14.30-20 Uhr Sperrung des Pariser Platzes und Unter den Linden ab Glinkastraße
  • 14.30-19 Uhr Sperrung der gesamten Skaterstrecke

Sperrungen am Sonntag, 27.09.15

  • 7-17 Uhr Pariser Platz und Unter den Linden (südliche Fahrbahn) zwischen Wilhelmstraße und Glinkastraße
  • 7.30-16.30 Uhr Sperrung der gesamten Marathonstrecke
  • 7.30-16.30 Uhr gesperrt sind die Abschnitte in Mitte / Charlottenburg / Wilmersdorf
  • 8-13 Uhr die Abschnitte in Friedrichshain / Kreuzberg und Neukölln
  • 8.15 - 15.45 Uhr Abschnitte in Tempelhof / Schöneberg
FOTOS: Marathon-Tipps Deutschlands beliebteste Marathonstrecken

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sam/zij/news.de/dpa

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