Von news.de-Redakteurin Juliane Ziegengeist - 25.09.2015, 12.02 Uhr

Tod von Jules Bianchi: Ein Jahr nach Bianchi-Unfall: Formel 1 fährt wieder in Suzuka

Dieses Rennwochenende wird wohl eines der schwersten in der aktuellen Formel-1-Saison - und zwar emotional. Denn die Piloten kehren nach Suzuka zurück, wo Jules Bianchi vor einem Jahr verunglückte. Das hat sich seitdem verändert.

Am 17. Juli 2015 erlag Jules Bianchi seinen Verletzungen. Nun kehrt die Formel 1 an den Unfallort nach Suzuka zurück. Bild: dpa

An diesem Wochenende kehrt die als Bianchi seinen schweren Verletzungen erlag.

Nach dem Tod von Jules Bianchi: Erhöhte Sicherheitsstandards in der Formel 1

Bianchi war der erste Fahrer seit Artyon Senna, der in der Formel 1 sein Leben verlor. Sein Tod machte allen Fahrern, Fans und Mitarbeitern hinter den Kulissen die oft so verdrängte Gefahr des Rennsports auf tragische Weise wieder bewusst. In Sachen Sicherheit hat sich seitdem einiges getan: Eine eigens von der FIA berufene Kommission hatte den Bianchi-Unfall untersucht. Überhöhte Geschwindigkeit wurde als Hauptursache ermittelt.

Als Konsequenz führte der Internationale Automobilverband nach dem Unfall das virtuelle Safety Car ein, das die Formel-1-Boliden automatisch drosselt. Über die Möglichkeit geschlossener Cockpits wird bis heute diskutiert. Auch die Strecke in Suzuka wurde entschärft. Drainagen vor der Unfallstelle sollen stehendes Wasser auf dem Asphalt verhindern. Ein moderner Übergreif-Krahn, der außerhalb der Strecke steht, ersetzt den herkömmlichen Bergungskran.

Tödlich verunglückte Piloten an Grand-Prix-Wochenenden
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Vater Philippe kann Bianchi-Unfall bis heute nicht anschauen

Für die Familie von Jules Bianchi wird dieses Wochenende wohl besonders hart. "Es ist noch immer zu schwierig, Formel 1 zu gucken. Vielleicht kann ich es in ein paar Monaten, vielleicht in Jahren, ich weiß es nicht", verriet Vater Philippe Bianchi im Interview mit BBC Sport. Diese Tage seien besonders schwer - nicht nur für die Familie, sondern auch für Freunde und Fans des verstorbenen Rennfahrers. Wie sehr sie Bianchi vermissen, lässt sich nur erahnen.

"Jules hatte bei der ganzen Familie eine überdurchschnittlich starke Präsenz", erklärt sein Vater, "er hat jeden Tag mit mir und seiner Mutter telefoniert, vor einem Jahr riss das abrupt ab. Wir konnten uns nicht mehr umarmen. Er war ein so guter Junge, es ist einfach grauenvoll". Bis heute könne er sich die Bilder des Unfalls nicht ansehen. Das offizielle Bildmaterial des Unfalls soll für immer unter Verschluss bleiben - so entschieden es die Verantwortlichen.

#JB17: Erinnerung an Jules Bianchi in Suzuka omnipräsent

Doch auch ohne die Aufzeichnungen haben sich die Horror-Bilder in die Köpfe vieler eingebrannt. Adrian Sutil, der den Unfall aus nächster Nähe mitansehen musste, sagte der dpa: "Der nächste Grand Prix in Japan wird sicher schwieriger für alle." Bis heute erinnern er und andere Fahrer mit dem Hashtag #JB17 auf Helmen und Boliden an den verstorbenen Kollegen. Besonders an diesem Wochenende wird er wieder omnipräsent sein.

Auch wenn die Formel 1 schnell zu ihrer Routine zurückgefunden zu haben scheint: In Suzuka lässt sich die Erinnerung an einen der dunkelsten Tage des modernen Rennsports nicht ausblenden. Ein mulmiges Gefühl wird viele Fahrer hier mehr denn je begleiten. In den jüngsten Trainings regnete es auf dem Kurs genauso wie damals. "Die schrecklichsten Erinnerungen meiner Karriere kehren zurück mit Jules' Unfall! Wir vermissen dich, mein Freund", schrieb Romain Grosjean dazu auf Twitter.

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zij/sam/news.de

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