Angriff vor Döner-Imbiss in Essen: Not-OP! Profi-Boxer Manuel Charr niedergeschossen

Der deutsche Profi-Boxer Manuel Charr ist offenbar vor einem Döner-Imbiss in Essen niedergeschossen worden. Die Täter sind bisweilen noch unbekannt. Unterdessen musste der Boxer notoperiert werden.

Manuel Charr im Boxring, hier gegen den Russen Alexander Povetkin.  Bild: dpa

Ein Unbekannter hat einen Mann an einem Döner-Imbiss in Essen angeschossen. Ein Polizeisprecher sagte, der Mann sei in der Nacht auf Mittwoch mit Verletzungen ins Krankenhaus gekommen - diese seien aber wohl nicht lebensbedrohlich.

Die Hintergründe der Tat waren noch unklar. Nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung soll es sich bei dem Opfer um den deutschen Profi-Boxer Manuel Charr handeln. Die Polizei wollte dies weder dementieren noch bestätigen.

Manuel Charr niedergeschossen: Kay One betet für ihn

Laut "Bild"-Zeitung soll eine Provokation im sozialen Netzwerk Facebook den blutigen Streit ausgelöst haben. Das Boulevard-Blatt schreibt, dass Augenzeugen gesehen haben wollen, wie ein Auto vor den Döner-Imbiss in Essen gefahren sei. Dann seien Schüsse gefallen, das Auto kurz darauf weggefahren.

Charrs Freund, der Rapper Kay One, äußerte sich auf seiner Facebook-Seite so: "Hab gerade gelesen was heute Nacht passiert ist. Bin gerade Hardcore geschockt..
Ich war aber nicht mit ihm. Ich bin nichtmal in NRW. Manuel hatte mich gebeten das Video für ihn zu posten. Sobald ich mehr über seinen Zustand weiss lass ich es euch wissen. Lasst uns bitte alle gemeinsam beten das er es schafft!!" Offenbar ist eine mehrstündige OP bei Charr notwendig.

VIDEO: Profi-Boxer niedergeschossen
Video: Zoomin.TV

Manuel Charr - Der "Koloss von Köln" mit syrischen Wurzeln

Manuel Charr, auch "Koloss von Köln" genannt, ist ein deutscher Profiboxer mit libanesischen und syrischen Wurzeln. 1984 als einer von sieben Kindern in Beirut geboren, wuchs Charr in äußerst ärmlichen Verhältnissen auf. Als sein Vater im Bürgerkrieg getötet wurde, war er gerade einmal zwei Jahre alt. 1989 floh die Familie dann nach Berlin, wenig später ging es in eine Asylantensiedlung im Essener Stadtteil Katernberg. In dem Problemviertel waren physische Konflikte an der Tagesordnung - schon als kleiner Junge musste Charr lernen, mit seinen Fäusten umzugehen.

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Die Karriere von Profi-Boxer Manuel Charr

2001 entschloss sich der heute 29-Jährige, eine professionelle Karriere als Kampfsportler einzuschlagen. Zunächst als Kickboxer in einer Privatschule in Essen gestartet, holte er von 2003 bis 2005 zwei Deutsche Meisterschaften und einen Europameister-Titel in der Kategorie Thai-Kickboxen. Gleichzeitig verdiente er sich als Amateurboxer die ersten Sporen und wurde 2004 Westdeutscher Meister, 2005 wurde er Profi.

Erster medialer Höhepunkt war der Schwergewichtskampf gegen Vitali Klitschko 2012. Nach 21 Auftritten ohne Niederlage musste sich Charr in diesem Weltmeisterschaftkampf allerdings schon in der vierten Runde blutüberströmt geschlagen geben. Der Ringarzt nahm ihn damals aus dem Kampf. Es sollte bis zu diesem Tag seine einzige Niederlage bleiben.

Manuel Charr und die Justiz: Zehn Monate in Untersuchungshaft

Nach dem rasanten Aufstieg stand 2006 seine Zukunft als Sportler auf der Kippe. Charr musste sich gemeinsam mit Alexander Abraham, dem Bruder des Weltmeisters Arthur Abraham, wegen versuchten Totschlags vor Gericht verantworten. Nach zehn Monaten U-Haft wurden beide freigesprochen. Das zweite Mal mit der Justiz in Konflikt geriet der Boxer 2011: Bei einer Polizei-Razzia gegen eine Autoschieber-Bande wurde er festgenommen. Nach drei Wochen Untersuchungshaft wurde das Verfahren allerdings ebenfalls eingestellt.

Manuel Charr bei Big Brother

2013 war der Profisportler ein Teil der Container-WG in der Sat.1-Promiausgabe von "Big Brother". Pamela Anderson, Ex-Badenixe und im Grunde der einzige wirkliche Star-Gast beim dünn besetzen "Big Brother"-Spezial, brachte er zunächst das Boxen bei, ehe er sie mit seinen Avancen aus der Sendung trieb. Das Publikum hatte nach nur 13 Tagen genug von Charr: Mit der Rekordquote von 75 Prozent wählten die Zuschauer den polarisierenden Boxer aus dem Haus.

Charrs Pöbelattacke gegen Bushido

Frei nach dem Motto "Der Feind deines Freundes ist dein Feind" packte Charr 2013 gegen Bushido den verbalen Kinnhaken aus. Inzwischen eng mit Kay One befreundet, stand er in einer rabiaten Videobotschaft an Bushido (35, "Sonny Black") seinem neuen Freund bei. So ätzte er in seiner Pöbel-Nachricht laut "Bild": "Merk dir eins du Hund, du hast deine Grenzen überschritten", oder "du bist der größte Hur, den ich kenne!"

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boi/sam/news.de/dpa/spot on news

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1 Kommentare
  • Juergen Puppe

    02.09.2015 20:35

    Hätte, als Ausländer, der in einer kriminellen Sache verstrickt ist/war, schon längst abgeschoben/ ausgewiesen werden müssen.Denn, solche Fälle sorgen dafür, dass völlig zu Recht ein erhöhtes Mißtrauen der Bevölkerung gegenüber den "Einwanderern " und Asylanten entsteht. Aber auch das Versagen der Politik u. der Justiz, gibt - wie in vorliegendem Fall, immer wieder neue Rätsel auf. Sind auch hier, der Politik u. der Justiz die "Hände gebunden".?

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