Tour de France 2015 Favoriten: Was können die Deutschen André Greipel, John Degenkolb und Tony Martin?

Tony Martin, John Degenkolb und André Greipel sind die Stars unter den deutschen Tour-Teilnehmern. Ihre Minimalanforderung und die der Fans lautet: mindestens ein Etappensieg.

Für den Wahl-Schweizer Tony Martin gilt bei der Tour de France 2015 "jetzt oder nie". Bild: dpa

Rudolf Scharping, Präsident des Bundes Deutscher Radfahrer, hat nachträglich Versäumnisse im Kampf gegen Doping eingeräumt. «Ein frühzeitigeres und härteres Vorgehen gegen Hintermänner hätte vieles verhindern können, was wir heute noch als Spätfolgen des Dopings beklagen», sagte Scharping der «Rheinischen Post» (Mittwoch).

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Bei der bevorstehenden Tour traut der BDR-Chef den deutschen Fahrern einiges zu: "John Degenkolb kann Etappen gewinnen, möglicherweise hat er auch eine Chance auf das Grüne Trikot. Tony Martin hat bewiesen, was er im Zeitfahren leisten kann. Vielleicht gelingt es ihm, gleich zu Beginn in Utrecht das Gelbe Trikot zu erobern und es länger als einen Tag zu behalten. André Greipel ist auch ein Mann für Etappensiege."

102. Tour de France 2015: Minimalanforderung an Tony Martin, André Greipel und John Degenkolb

Die drei großen Deutschen der Tour de France haben hohe Ansprüche. Ein Etappensieg ist für Tony Martin, André Greipel und John Degenkolb die Minimalanforderung beim am Samstag in Utrecht startenden Saisonhöhepunkt. Der dreimalige Zeitfahr-Weltmeister Martin und der überragende Fahrer des Frühjahrs, Degenkolb, haben sogar das Gelbe und Grüne Trikot im Visier. Für Überraschungen aus dem Kader der zehn deutschen Tourstarter könnten in erster Linie der neue deutsche Meister Emanuel Buchmann, Dominik Nerz oder Simon Geschke sorgen.

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102. Tour de France Juli 2015 erste Etappe in Utrecht: Tony Martin im Zeitfahren mit Chance auf das Gelbe Trikot

TONY MARTIN: Für den Wahl-Schweizer gilt "jetzt oder nie". Die erste Etappe am Samstag in Utrecht ist ein 13,8 Kilometer langes Zeitfahren durch die Stadt und damit eine Spezialität des 30-Jährigen. "Diese Chance auf Gelb wird es nicht mehr so oft geben", sagt Martin, der sich bei den nationalen Titelkämpfen in souveräner Manier seine fünfte Meisterschaft im Zeitfahren gesichert hatte.

Der gebürtige Lausitzer will nichts dem Zufall überlassen und testete die Strecke erstmals am Dienstagabend in der Dämmerung, weil sich da der Straßenverkehr beruhigt hatte. Zweimal war der viermalige Etappengewinner schon nah dran am "Maillot Jaune": 2010 in Rotterdam verhinderte womöglich Nieselregen den Sieg und Gelb, 2012 in Lüttich zerschnitt eine Glasscherbe den Hinterreifen. Vor allem Fabian Cancellara und Tom Dumoulin könnten das erste Gelbe Trikot in Martins Karriere verhindern.

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102. Tour de France Juli 2015: John "Dege" Degenkolb kämpft um das Grüne Trikot

JOHN DEGENKOLB: Nach seinen Siegen bei Mailand-Sanremo und Paris-Roubaix muss der Wahlfrankfurter weder sich noch seinen Fans bei den Klassikern etwas beweisen. Nun will er endlich zeigen: Er kann auch Tour. Zwei Jahre fährt er seinem ersten Etappensieg hinterher.

Diesmal sind die Chancen so groß wie nie, auch weil im Giant-Alpecin-Team Topsprinter Marcel Kittel fehlt. Damit sind mehr Kräfte für "Dege" frei. Der 26-Jährige ("Ich bin nicht in der Position, liefern zu müssen") fühlt angeblich keinen Druck und will sich sogar in den Kampf um das Grüne Trikot werfen.

Die Punktewertung gewann er zuletzt bei der Vuelta 2014. Die vierte Etappe nach Cambrai mit den ihm bestens bekannten Kopfsteinpflaster-Passagen hat er am kommenden Dienstag besonders im Blickwinkel. «Da ist John Topfavorit», sagt Martin.

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102. Tour de France Juli 2015: André Greipel in Topform, er will den 7. Etappensieg

ANDRÉ GREIPEL: Der Rostocker ist in Topform und peilt seinen siebten Etappensieg an. Die zweite Etappe nach Nejlte Jans in den Niederlanden hat sich der 32 Jahre alte Kapitän des belgischen Lotto-Soudal-Teams bereits rot angestrichen. Greipel, der in diesem Jahr schon 14 erfolgreiche Tage Giro d'Italia (ein Etappensieg) in den Beinen hat, sieht seine Hauptkonkurrenten in Massensprints in dem wieder erstarkten Ex-Weltmeister Mark Cavendish, Alexander Kristoff und Nacer Bouhanni. "Ich bin bereit", sagt das Muskelpaket aus Hürth.

DIE OUTSIDER: Degenkolbs Teamkollege Simon Geschke aus Berlin und die beiden Bora-Argon-Fahrer Dominik Nerz aus Wangen und der neue deutsche Straßenmeister Emanuel Buchmann (Ravensburg) könnten für eine Überraschung sorgen. Nerz, 2013 bei der Vuelta 14., fährt allerdings ein wenig ins Ungewisse. Eine Viruserkrankung hatte ihn, ähnlich wie den von seinem Team Giant-Alpecin nicht aufgestellten Marcel Kittel, zu einer langen Pause gezwungen. «Wir haben einen kompletten Form-Neuaufbau gemacht. Ich fühle mich wieder gut, mal sehen, was kommt», sagt er.

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boi/news.de

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