Doping-Skandal in der Bundesliga: War Jogi Löw als Spieler gedopt?

Der Doping-Verdacht gegen den umstrittenen Freiburger Arzt Armin Klümper verhärtet sich. Es habe Hinweise auf Doping in den 70er und 80er Jahren beim SC Freiburg und VfB Stuttgart gegeben. Auch Bundestrainer Joachim Löw erklärte, er sei bei Klümper gewesen.

Bundestrainer Joachim Löw. Bild: Fredrik von Erichsen/dpa

Wurde in der Bundesliga in den 70er und 80er Jahren systematisch gedopt? Diese Frage muss sich nun die Sportkommission stellen. Der Verband hatte Hinweise auf illegale Beeinflussung des Wettbewerbs insbesondere bei den Vereinen SC Freiburg und VfB Stuttgart bekommen.

Doping-Verdacht beim VfB Stuttgart? Team-Arzt Dr. Armin Klümper im Visier

Der ehemalige Mediziner Winfried Laschner belastet den Stuttgarter Arzt Dr. Armin Klümper schwer. Wie er in den "Stuttgarter Nachrichten" erklärte, schließe er nicht aus, dass in der Zeit von 1976 bis 1984 beim VfB Stuttgart Anabolika-Mittel wie "Megagrisevit" vom Mannschaftsarzt Armin Klümper eingesetzt wurden. Er selbst solle dies allerdings nicht "bewusst" getan haben.

Klümper habe "besondere, intentsivere und umfangreichere Sportmedizin betrieben als andere Ärzte", so Winfried Laschner. Eine weitere Aussage des ehemaligen Masseurs vom VfB Stuttgart, Francois Caneri, belastet den ehemaligen Stuttgarter Bundesliga-Arzt ebenfalls. Dass es zum Einsatz von "Megagrisevit" gekommen sei, schließe er nicht aus, betonte aber noch einmal "sicher nicht permanent".

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Doping beim Bundesliga-Verein SC Freiburg? Bundestrainer Joachim Löw besuchte mutmaßlichen Doping-Arzt Armin Klümper

Auch beim Bundesliga-Verein SC Freiburg soll es zum Einsatz von Anabolika gekommen sein. Beide Vereine - sowohl Freiburg als auch Stuttgart - sollen demnach mit verbotenen Substanzen beliefert worden sein. Die Ermittlungsakten der Bundesliga-Vereine werden derzeit untersucht.

Armin Klümper selbst äußerte sich zu der Doping-Affäre bisher nicht. Der heute 79-Jährige lebt abgeschieden in Südafrika und ist zu einer Stellungnahme nicht bereit.

Bundestrainer Joachim Löw: Auch Jogi war zur Freiburger Zeit beim Doping-Arzt

"Was ich persönlich sagen kann, früher 1970 oder 1980, als ich 18, 19 oder 20 war, da hatte man überhaupt kein Bewusstsein für Doping. Es gab keine Verbote und es gab auch keine Doping-Kontrollen, das Bewusstsein war nicht vorhanden", sagte Bundestrainer Joachim Löw im ZDF-Sportstudio am Samstagabend. "Es gab auch keine Aufklärung. Es war vielleicht genauso, wie man im Flugzeug rauchen durfte, man durfte auch Auto fahren ohne sich anzuschnallen. Diese Regeln mit Doping-Kontrollen gab es nicht," so Jogi.

Doping im Fußball hält Joachim Löw allerdings heutzutage für kaum praktikabel. "Das Netz ist mittlerweile so engmaschig und so kontrolliert, dass es für die Spieler überhaupt fast keine Möglichkeit mehr gibt, Doping in Anspruch zu nehmen", erklärte Jogi und wies auf die zahlreichen Doping-Kontrollen hin.

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Joachim Löw: Nicht getraut nachzufragen beim Bundesliga-Arzt

Auch Bundestrainer Joachim Löw suchte in der Vergangenheit den mittlerweile umstrittenen früheren Sportmediziner Armin Klümper auf. "Natürlich war ich auch das ein oder andere mal da. Aber mein Vertrauen in diesen Berufsstand Arzt war oder ist immens groß. Ich habe da ein Urvertrauen. Mit 18 oder 19 hätte ich mich natürlich nicht getraut nachzufragen und ihm zu sagen, ich möchte das vielleicht im Labor prüfen lassen, was er mir gibt", sagte Jogi, der nach eigener Aussage ärztliche Hilfe nur in Anspruch genommen hat, "wenn ich mal verletzt war."

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ife/sam/news.de/dpa

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