Von news.de-Redakteur Ullrich Kroemer - 07.07.2014, 11.37 Uhr

WM 2014: Geheime Gelb-Anweisung: Fifa-Schiri erklärte Neymar, Müller & Co. zu Freiwild

Abgekartetes Spiel bei der Fußball-WM 2014: Für das Horror-Foul an Neymar gab es nicht einmal Gelb. Das war kein Zufall, sondern wohl eine geheime Anweisung von Fifa-Schiedsrichter-Boss Busacca. Im Gespräch mit news.de bestätigt Ex-Schiri Bernd Heynemann diese geheimen Regel-Absprachen und benotet die WM-Schiedsrichter.

Der Fußball-Weltverband Fifa herrscht bei der Fußball-WM 2014 in Brasilien über alles - natürlich auch über die eigenen Regeln. Was Foul ist und was nicht, wofür es eine Gelbe Karte oder Rot gibt, ob ein Star wie Neymar geschützt wird oder ob er Freiwild ist, entscheiden nicht nur die Schiedsrichter auf dem Platz, sondern auch die Funktionäre auf den Tribünen.

So soll Schiedsrichter-Boss Massimo Busacca aus der Schweiz dafür gesorgt haben, dass bei dieser WM ungeahndet öfter und härter Foul gespielt werden darf als üblich. Nicht Stars wie Neymar, Messi oder Müller sollen geschützt werden, sondern die Treter!

Geheime Anweisung: Fifa-Schiedsrichter-Boss will sich mit wenigen Verwarnungen rühmen

Nach dem Foul von Kolumbiens Juan Zuniga gegen Brasiliens Neymar war eine Debatte über die Referees entbrannt. Neymar hatte nach der Knieattacke einen Bruch des dritten Lendenwirbels erlitten, Zuniga dafür nicht einmal eine Gelbe Karte bekommen. Der brasilianische Superstar muss nun lange pausieren - ein abruptes Ende seines WM-Traums. Ex-Fifa-Schiedsrichter und ZDF-Experte Urs Meier sagte der Süddeutschen Zeitung: «Die Attacke gegen Neymar und damit auch die Verletzung sind jetzt die Folge von dem, was die Schiedsrichter in den 57 Spielen vorher haben durchgehenlassen.»

Wie die Bild schreibt, soll Busacca die Schiedsrichter angewiesen haben, möglichst wenige Gelbe Karten zu verteilen. Statt mit gelbem Karton sollen die Unparteiischen das Spiel durch Ausstrahlung und Ermahnungen lenken. Offenbar will sich der 45-Jährige mit den wenigen Verwarnungen rühmen. Bereits jetzt steht fest, dass es im Schnitt mit 2,8 Gelben Karten pro Partie so wenige geben wird wie seit 1990 nicht mehr.

54 Fouls zwischen Brasilien und Kolumbien - und vier Gelbe Karten

Dabei ist die Zahl der Foulspiele hoch. Im Viertelfinale zwischen Kolumbien und Brasilien gab es 54 Fouls - nur vier davon wurden verwarnt. Wahrscheinlich ist, dass Busacca die Anweisung aus dem Fifa-Präsidium bekommen hat, damit möglichst wenig zugkräftige (Werbe-)Stars in den wichtigen K.o.-Spielen gelb-gesperrt fehlen.

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