Von news.de-Redakteur Ullrich Kroemer - 01.07.2014, 11.31 Uhr

Nach Grusel-Dusel-Sieg gegen Algerien: Mertesackers Wut-Interview: Gut gefragt und gut gepoltert!

Die Fußball-WM 2014 hat ihr Wut-Interview: Nach Deutschland vs. Algerien folgte Per Mertesacker vs. ZDF-Mann Boris Büchler. Im Gespräch ätzte «Merte» gegen den Fragesteller. Darf Mertesacker so reagieren? Und darf ZDF-Reporter Boris Büchler so provokant fragen?

Wenn genervte Fußballer nach einem zähen, nerven- und kräftezehrenden Spiel auf kritisch nachfragende Reporter treffen, hat das mitunter großes Unterhaltungspotenzial. Das wissen wir nicht erst seit Waldemar Hartmann und Rudi Völler oder Jürgen Klopp und ZDF-Jungspund Jochen Breyer. Nun zeigte DFB-Abwehrkante Per Mertesacker, dass auch in ihm ein kleiner völler'scher Vulkan steckt.

Nach dem Achtelfinal-Krampf des DFB-Teams gegen Algerien im Achtelfinale der Fußball-WM 2014 stellte sich der Innenverteidiger völlig ausgebrannt und schweißüberströmt ZDF-Reporter Boris Büchler. Der hielt sich mit Glückwünschen nicht lange auf, sondern begann direkt zu bohren: «Was hat das deutsche Spiel so schwerfällig und so anfällig gemacht?»

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Nach Deutschland vs. Algerien folgte Mertesacker vs. Büchler: «Wat woll'n Se?»

Mertesacker reagierte gereizt: «Ist mir völlig wurscht! Wir sind jetzt unter den letzten Acht – und das zählt.» Doch Büchler ließ sich nicht abschütteln und fragte mit spöttischem Unterton: «Dass man sich jetzt noch steigern muss, dürfte auch Ihnen klar sein ...»

Das war zu viel für den gebürtigen Hannoveraner «Merte»: «Was wollen Sie jetzt von mir? Was wollen Sie jetzt? So kurz nach dem Spiel? Das kann ich nicht verstehen!», ätzte der ausgebrannte DFB-Kicker.

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Hat Mertesacker überreagiert? Oder war ZDF-Mann Büchler zu dreist?

Dann legte Polter-Per richtig los. «Glauben Sie jetzt unter den letzten 16 ist irgendeine Karnevals-Truppe, oder was? Die haben es uns richtig schwer gemacht über 120 Minuten. Und wir haben gekämpft bis zum Ende und haben dann überzeugt. Besonders dann in der Verlängerung. Das war ein Auf und Ab. Wir waren mutig, haben dann auch ein wenig zu viel zugelassen. Aber trotzdem muss man lange Zeit die Null halten. Das haben wir dann geschafft. Darüber hinaus haben wir dann auch zum Ende hin verdient gewonnen. Alles andere... Ich lege mich jetzt erstmal drei Tage in die Eistonne und dann analysieren wir das Spiel und dann sehen wir weiter.»

Büchler hatte immer noch nicht genug und fragte nach einem Wow-Effekt wie vor vier Jahren, «dass es spielerisch besser läuft». Mertesacker: «Wat woll'n Se? Wollen Sie eine erfolgreiche WM? Oder sollen wir wieder ausscheiden und haben schön gespielt? Also, ich verstehe die ganze Fragerei nicht. Wir sind weitergekommen, sind alle super-happy und bereiten uns jetzt auf Frankreich vor.»

Hat Mertesacker überreagiert? Oder waren die Fragen von ZDF-Mann Büchler dreist und unangebracht?

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