Von news.de-Kolumnist Prof. Daniel Memmert - 24.06.2014, 11.33 Uhr

WM 2014: Italien vs. Urugay: K.o. oder Weltmeister? Italien ist die Wundertüte der WM

Schicksalsschlacht zwischen Italien und Uruguay bei der WM 2014: Die Ex-Weltmeister duellieren sich an diesem Dienstag, 24. Juni, um den Einzug ins Achtelfinale. News.de-Kolumnist Professor Daniel Memmert über die Vorzüge und Defizite der Squadra Azzurra.

Packendes Alles-oder-nichts-Spiel: Italien und Uruguay kämpfen an diesem Dienstag, 24. Juni, 18 Uhr (ZDF), um den Einzug ins Achtelfinale. News.de-Kolumnist Professor Daniel Memmert analysiert die Stärken und Schwächen der Squadra Azzurra:

Die italienische Mannschaft gehört neben Chile taktisch zu den variabelsten der Fußball-WM 2014. Italien kann tief spielen, aggressiv entgegenkommen und in der Abwehr mit Dreier- oder Viererkette agieren. Auffällig ist die Orientierung an dem schon in die Jahre gekommenen Pirlo, der aber auch dieses Jahr wieder eine überragende Saison gespielt hat.

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WM 2014: Italien spielte gegen Costa Rica schlapp und kopflos

Die Offensive werden wir wie gewohnt extrem flexibel erleben. Die Stürmer (unter anderem Mario Balotelli) können sowohl kurz kommen als auch tief gehen. Allerdings scheint die italienische Serie A so schwach wie lange nicht zu sein, somit könnte es letztlich an individueller Qualität fehlen, was den Weltmeistertitel nicht sehr wahrscheinlich macht.

Der Sieg gegen England war schon nicht durchgehend überzeugend. Gegen Costa Rica im zweiten Gruppenspiel konnte die Squadra Azzurra die erste Niederlage in der Vorrunde nicht verhindern. Italien schien körperlich nicht auf der Höhe und verlor somit den Kopf. Je länger die Partie dauerte, ging immer öfter die Orientierung verloren, was zu schlechten Pässen und Laufwegen führte.

Wundertüte Italien: Vom Vorrunden-Aus bis zum Weltmeister-Titel ist alles möglich

Der Matchplan von Costa Rica ging dagegen voll auf: Kräfte geschickt eingeteilt, hohes Tempo beim schnellen Umschalten nach vorne, defensiv herausragend gut in einem 5-4-1 organisiert, immer kompakt mit kleinen Abständen zum Mitspieler, Überzahl und Doppeln in Ballnähe. Auch als Italien in seiner Not mit vier offensiven Spielern agierte, waren keine Räume vorhanden. Klare Lösungen von Italien - in der Regel Fehlanzeige. Die Ausnahme war Pirlo, der in der ersten Hälfte des Öfteren mit seinen überragenden No-Look-Pässen begeisterte.

Dennoch ist Italien bei Europa- und Weltmeisterschaften oft eine Wundertüte gewesen, und so sind positiv wie negativ maximale Ausschläge möglich - vom Vorrunden-Aus bis zum Weltmeistertitel. Doch um positiv zu überraschen, müssen sich Spieler um Pirlo deutlich steigern, zunächst im heutigen Schicksalsspiel gegen Uruguay.

Daniel Memmert ist Institutsleiter und Professor am Institut für Kognitions- und Sportspielforschung an der Deutschen Sporthochschule Köln. Seine wissenschaftlichen Arbeitsschwerpunkte liegen u.a. im Bereich der Sportspielforschung(u.a. Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Kreativität, Spielintelligenz, Motivation). Er besitzt Trainerlizenzen in den Sportarten Fußball, Tennis, Snowboard sowie Ski-Alpin und ist Herausgeber und Autor von Lehrbüchern zu modernem Fußballtraining. Seine neueste, populärwissenschaftliche Veröffentlichung heißt: «Der Fußball. Die Wahrheit. Fußballspiele werden im Kopf entschieden» (gemeinsam mit Bernd Strauss und Daniel Theweleit). Nicht nur während der Fußball-WM ist Memmert für news.de als Kolumnist tätig.

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kru/news.de

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