Fußball: Valencia genießt Erfolg: «Wichtigste Tore meines Lebens»

Curitiba - Mit seligem Lächeln und verkehrt herum aufgesetzter Baseballkappe genoss der Matchwinner seinen ganz persönlichen Triumph.

Valencia genießt Erfolg: «Wichtigste Tore meines Lebens» Bild: Jesus Diges/dpa
«Von einem WM-Tor träumt man schon als Kind», bekannte Enner Valencia nach seinen beiden Treffern zum 2:1 (1:1)-Sieg Ecuadors gegen Honduras in Curitiba.

«Es sind die wichtigsten Tore meines Lebens. Ich bin sehr stolz.» Dank der Zuverlässigkeit ihres Tor-Garanten kann die «Tri» auf den Achtelfinaleinzug bei der Fußball-WM hoffen, auch wenn es gegen die souveränen Franzosen in der abschließenden Gruppenpartie schwer werden dürfte.

Enner Valencia war dank seines Doppelschlags (34. und 65. Minute) Ecuadors gefeierter Held am Freitagabend in der Arena da Baixada. Schon auf dem Platz erdrückten ihn seine Teamkollegen beinahe. Und «in der Kabine herrschte eine tolle Stimmung», berichtete der 24-Jährige. Vom Trainer gab es ein Sonderlob. «Enners Tore haben die Differenz ausgemacht», strich Reinaldo Rueda den Riesenanteil seines Stürmers an diesem eminent wichtigen Erfolg über die weiterhin punktlosen Honduraner heraus. Der Angreifer habe sich in den letzten Monaten enorm weiterentwickelt.

Es ist schon erstaunlich, dass der erst zwölfmalige Nationalspieler sich bei der Copa do Mundo so in den Vordergrund gespielt hat. Nicht der gleichnamige, aber nicht mit ihm verwandte Antonio Valencia vom englischen Kult-Club Manchester United ist der Star bei den Südamerikanern, sondern der eher unbekannte Enner.

Mit drei Treffern nach zwei Spielen steht der nur 1,79 Meter große Schlaks in der Torjägerliste weit oben. «Das ist mir nicht so wichtig», versicherte er. «Wichtiger ist das Weiterkommen. Wenn ich dazu mit meinen Toren beitragen kann, ist es umso schöner.» Mit sieben Treffern in den zurückliegenden sechs Länderspielen hat Enner Valencia seine außergewöhnlichen Fähigkeiten demonstriert.

Frankreich ist also vorgewarnt. Allerdings wies der bescheidene «Man of the Match» realitätsbewusst darauf hin, dass es «sehr schwierig» werde, gegen den verlustpunktfreien Spitzenreiter mitzuhalten. Aber Ecuador habe nun eine Chance aufs Achtelfinale. Rueda schätzt das ebenso ein. Frankreich habe seine Qualitäten eindrucksvoll demonstriert, «aber wir sind voll motiviert».

Motiviert bleibt auch Honduras, obwohl es mit null Punkten die schlechteste Ausgangsposition hat. Aber im Fall eines Sieges über die Schweiz mit mindestens zwei Toren Unterschied und einer ausreichend hohen Niederlage Ecuadors ist das erstmalige Überstehen der Gruppenphase noch machbar.

«Wir sind traurig, dass wir verloren haben», sagte Trainer Luis Fernando Suárez. «Aber schlimmer wäre es, wenn wir schon ausgeschieden wären.» Fragen, ob die Rechenspiele Sinn machten, beantwortete der Kolumbianer klar: «Es lohnt sich, es lohnt sich.»

Nicht wirklich gelohnt hat sich dagegen Carlo Costlys historischer Treffer zum 1:0 nach 31 Minuten. Es war das erste WM-Tor für Honduras nach 32 Jahren. Davor war letztmals Antonio Laing am 21. Juni 1982 beim 1:1 gegen Nordirland bei der Mundial in Spanien erfolgreich gewesen. Costly verhinderte damit, dass Honduras die peinliche Bestmarke von Bolivien brechen würde, das seit 537 Minuten nicht mehr bei einer WM getroffen hat. «Los Catrachos» belegen in diesem Ranking mit nunmehr 511 Minuten Platz zwei.

«Ich wollte keinen Mythos zerstören», sagte Costly nach der Niederlage enttäuscht. «Ich wollte, dass meine Mannschaft einen Schritt voranmacht.» Daraus wurde leider nichts.

Fakten zum Spiel

news.de/dpa

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