Von news.de-Kolumnist Prof. Daniel Memmert - 20.06.2014, 12.35 Uhr

WM 2014 heute live: Deutschland vs. Ghana: Fußball-Professor fordert: Neue Taktik gegen Ghana!

Zweiter Auftritt bei der Fußball-WM 2014: Gegen die Black Stars aus Ghana muss das DFB-Team mit einem anderen Matchplan in das Spiel gehen als beim Triumph gegen Portugal. Fußball-Professor Daniel Memmert warnt vor zu viel Euphorie - auch wegen der fehlenden qualitativen Breite im Kader der Deutschen.

Am Samstag (21 Uhr, ARD) ist das deutsche Nationalteam gegen Ghana zum zweiten Mal bei der Fußball-WM 2014 gefordert. Nach dem 4:0 gegen Portugal befindet sich Fußball-Nation im WM-Taumel. Doch Fußball-Professor und news.de-Kolumnist Daniel Memmert sagt, dass gegen Portugal auch der Faktor Spielglück eine große Rolle gespielt hat:

Der Start des deutschen Teams beim 4:0 gegen Portugal war vielversprechend und zeigt, dass sich die Trainingsarbeit im Vorfeld gelohnt hat. Dennoch wird man auch das Spielglück in verschiedenen Phasen genau registriert haben und voll Demut in das Spiel gegen Ghana gehen, in dem ein anderer Matchplan zu sehen sein wird.

Alle Infos zum Spiel Deutschland-Ghana (Anstoß, Aufstellung, Ausgangslage) finden Sie hier.

Gespannt sein darf man, wie das Spiel gegen den Ball gruppen- und mannschaftstaktisch umgesetzt werden wird und ob ein durchgehend sehr hohes Attackieren zu sehen sein wird.

DFB-Team kann innerhalb eines Spiels den Match-Plan ändern

Bundestrainer Löw hat mit seinem Trainer-Team in der Vorbereitung intensiv an der Gruppen- und Mannschaftstaktik gearbeitet. Auch gegen Ghana wird das Spiel der DFB-Elf wieder sehr offensives mit Ballkontrolle, Pressing-Gegenpressing und schnellem Umschalten bei Ballgewinn ausgelegt sein. Dabei können Lahm & Co. durchaus variabel agieren: In der Vorbereitung sind nicht nur verschiedene Match-Pläne für die verschiedenen Partien, sondern wohl auch taktische Varianten innerhalb eines Spiels einstudiert worden.

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Qualitativ fehlt es dem DFB-Team an Breite im Kader

Trotz des tollen Starts darf man nicht vergessen, dass die Vorbereitung der deutschen Mannschaft alles andere als optimal verlief. Die eingespielte Mannschaft ist durch Verletzungen gesprengt worden, den Nachrückern fehlt noch die WM-Erfahrung. Es fehlt die qualitativ hochwertige Breite im Kader.

Viel wird davon abhängen, wie der Bayern- und der Dortmund-Block miteinander harmonieren. Bislang aber hinterließ das Team einen höchst geschlossenen Eindruck. Es scheint ganz so, als seien Bayern und Dortmunder für die gemeinsame Titelmission enger zusammengerückt - anders als bei der EM 2012.

Daniel Memmert ist Institutsleiter und Professor am Institut für Kognitions- und Sportspielforschung an der Deutschen Sporthochschule Köln. Seine wissenschaftlichen Arbeitsschwerpunkte liegen u.a. im Bereich der Sportspielforschung(u.a. Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Kreativität, Spielintelligenz, Motivation). Er besitzt Trainerlizenzen in den Sportarten Fußball, Tennis, Snowboard sowie Ski-Alpin und ist Herausgeber und Autor von Lehrbüchern zu modernem Fußballtraining. Seine neueste, populärwissenschaftliche Veröffentlichung heißt: «Der Fußball. Die Wahrheit. Fußballspiele werden im Kopf entschieden» (gemeinsam mit Bernd Strauss und Daniel Theweleit). Nicht nur während der Fußball-WM ist Memmert für news.de als Kolumnist tätig.

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kru/news.de

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