Horror-Crash im DFB-WM-Camp: Jetzt spricht Unfallopfer Michael K.

«Ich hätte tot sein können», sagt Michael K. Der Südtiroler Bauer war Streckenposten, als die Mercedes-Fahrer Nico Rosberg und Pascal Wehrlein beim Besuch im DFB-WM-Camp einen Unfall verursachten - mit jeweils einem Nationalspieler an Bord. Der Verletzte spricht über den Unfallhergang sowie die Schuld von Piloten und dem Opfer.

Es sollte eine rasante Vergnügungstour für die Nationalspieler werden, eine Ablenkung im WM-Trainingslager des DFB-Teams in Südtirol. Doch der Ausflug endete mit einem schweren Unfall. Die Mercedes-Fahrer Nico Rosberg und Pascal Wehrlein hatten bei einem PR-Termin zwei Männer am Streckenrand erfasst.

Ein 63 Jahre alter Urlauber aus Deutschland musste schwer verletzt in ein Krankenhaus in Bozen geflogen werden. Ein Streckenposten aus St. Leonhard wurde ebenfalls verletzt und wird im Krankenhaus in Meran behandelt. Die Nationalspieler Benedikt Höwedes und Julian Draxler hatten bei der Aktion als Beifahrer in den Autos von DTM-Fahrer Wehrlein und Formel-1-Pilot Nico Rosberg gesessen.

Neue Details zum Unfall in einer Pressekonferenz des DFB

Bei einer Pressekonferenz meldete sich Nationalelf-Manager Oliver Bierhoff zum Horror-Crash zu Wort. Er befürchte «keine Konsequenzen für die weitere Vorbereitung» der Fußball-Weltmeisterschaft. «Unsere beiden Spieler hatten nach der Rückkehr ins Teamhotel erst mal das Bedürfnis zu reden. Wir haben direkt unseren Sportpsychologen zurate gezogen», sagte Bierhoff. Laut Polizei war die Rennstrecke sicher, aber die Ermittlungen zur genauen Unfallursache laufen. «Die Fahrer haben auch Erfahrungen auf nassen Fahrbahnen, das Tempo war nicht so hoch und es war kein Rennen», sagt Bierhoff.

Der Crash ist nicht die erste Werbepanne von Mercedes. Im vergangenen Frühjahr brach sich Eintracht Frankfurts Torhüter Kevin Trapp bei einem Werbedreh für den DFB-Generalsponsor die Hand.

Streckenposten beim DFB-WM-Camp: «Ich hätte tot sein können»

Streckenposten Michael K. ist wieder ansprechbar und berichtete dem Express neue Details über den Unfall: Demnach habe der deutsche Tourist zu nahe an der Strecke gestanden. «Er stand nicht auf der Straße. Aber dicht dran. Die Absperrung war ja ein paar Meter weg. Er wollte ein Foto machen und wohl auch ein Autogramm haben.»

Als Wehrlein plötzlich ausweichen musste, weil Rosberg vor ihm unerwartet bremste, gerieten beide in Lebensgefahr. «Ich habe erst laut geschrien. Dann bin ich hinterher», berichtet Michael K. «Ich wollte ihn zurückziehen, habe es nicht mehr geschafft. Aber wenn es zwei Augenblicke länger gedauert hätte, hätte er mich auch voll getroffen. Ich hätte tot sein können.»

FOTOS: Blitzer-Fotos Rasende Kicker

Rosberg und Wehrlein hätten nicht so viel Theater machen müssen

Doch nicht nur der unvorsichtige Urlauber, auch Rosberg und Wehrlein hätten den Unfall eventuell verhindern können: «Vielleicht hätten sie da nicht ganz so schnell sein müssen, nicht ganz so viel Theater machen sollen. Aber ich weiß es nicht.»

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4 Kommentare
  • Hämpfer

    28.05.2014 16:54

    Letztendlich sind es auch Menschen und sie sollten auch ihren Spaß haben. Dabei sollten natürlich keine anderen gefährdet werden. Wer Schuld ist? Es gab eine Absperrung die nicht eingehalten wurde - es wurde vielleicht schneller gefahren als unbedingt notwendig... Das unsere Spieler alles Vollpfosten sind, wage ich zu bezweifeln und hinter einer Kugel herrennen, lieber Bavarian, kann auch nicht jeder. Zumindest, dass es zu einem Ergebnis führt und auch noch gut aussieht. In diesem Sinne - locker bleiben.

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  • Brucewillis

    28.05.2014 15:05

    Wenn ich an das Trainingslager 1990 am Comer See zurück denke ,da waren die Nationalspieler total von der Außenwelt abgeschottet und konnten sich auf den Titel konzentrieren. Aber heute ,da laufen die Weltstars nur noch mit Kopfhörer und Handy aufgestylt umher ( Hauptsache die Frisur sitzt ),denken nur noch daran ,wie sie noch mehr zusätzliche Millionen durch Werbung kassieren können und ein total verblödeter und veralteter DFB unterstützt das auch noch ,weil diese Pfeifen selber nur gesponserte Mercedes fahren. So hat der ungeeignete Löw Gründe ,wenn seine Weicheier vorzeitig ausscheiden

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  • Dr.Gerd Hartmann

    28.05.2014 14:42

    Wenn es dem Hasen zu wohl ist, geht er in der Regel aufs Eis. Som auch hier. Mir ist es nun wirklich gleich ---------aber die National Elf sollte besser ans Fußballspielen denken. Sie landet sowieso auf dem vierten oder fünften Platz. Aber auch dafür sollen die Spieler ernsthaft bleiben. solche Spielchen jendenfalls sind mehr als lästig.

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