Turnen: Hambüchen muss bei Turn-EM auf Barren verzichten

Sofia - Die Schulter zwickt, die Generalprobe ging daneben. Die Europameisterschaften vom 22. bis 25. Mai in Sofia werden für Fabian Hambüchen zu einer großen Herausforderung.

Hambüchen muss bei Turn-EM auf Barren verzichten Bild: Uli Deck/dpa

Schon vor der Abreise in die bulgarische Hauptstadt stand fest, dass der deutsche Turn-Star auf seinen Auftritt am Barren, seinem zweitstärkstes Gerät, verzichten muss.

«Fabian konnte wegen der Schulterprobleme in den vergangenen Tagen nicht sein volles Programm an diesem Gerät trainieren», begründete Cheftrainer Andreas Hirsch die Entscheidung. Zwar hatte sich Hambüchen am Samstag beim Länderkampf-Sieg gegen Belgien (254,850:249,650 Punkte) am Barren ordentlich präsentiert (15,20), musste aber auf einige Schwierigkeiten verzichten, die für einen Finaleinzug in Sofia notwendig wären.

«Er hat sich ganz in den Dienst des Teams gestellt und Marcel Nguyen gut vertreten, den wir wegen einer Handverletzung an seinem Spezialgerät noch geschont haben», lobte Hirsch. Barren gilt bei Hambüchen neben dem Reck als traditionell starkes Gerät: Schon dreimal hatte er in der Vergangenheit ein EM-Finale erreicht und war 2009 in Mailand EM-Dritter geworden.

Beim Länderkampf in Dessau musste Hambüchen nach harten Trainingswochen ausgerechnet das Königsgerät Reck gleich dreimal unfreiwillig verlassen und kam nur auf bescheidene 11,45 Punkte. «Das kommt selten vor. Aber ich bin sicher, das wird bei der EM auf keinen Fall mehr passieren», ist sich Hirsch sicher.

Hambüchen war in den vergangenen Tagen seine Schulterprobleme offensiv angegangen und hatte sich in München dreimal täglich in die Obhut von Physiotherapeut Cyrus Saleh begeben. «Es geht von Tag zu Tag besser. Cyrus hat goldenen Hände», meinte Hambüchen zuversichtlich. Und Hirsch fügte hinzu: «Fabian hat sich trotz aller Probleme das Unternehmen EM voll auf die Fahnen geschrieben.»

Während der zweimalige Barren-Europameister Marcel Nguyen trotz seiner Risswunde an der Hand ins EM-Rennen geschickt wird, darf Cottbus-Sieger Andreas Bretschneider aus Chemnitz in Sofia überraschend nicht an seinem Spezialgerät Reck starten. «Er war im Training zuletzt nicht stabil genug», beklagte Hirsch, der auch mit der Generalprobe von Dessau generell kritisch ins Gericht ging: «Mit den Ergebnissen konnten wir nicht glänzen. Vor allem am Sprung müssen wir uns in Sofia besser vorstellen. Aber wir lassen uns jetzt deshalb nicht auseinanderdividieren.»

news.de/dpa

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