Fußball: Die 15 Wegbegleiter des HSV von 1963

Hannover - Dem Hamburger SV droht am Sonntag als letztem Gründungsmitglied der Fußball-Bundesliga der erstmalige Abstieg. Von den 16 Mannschaften, die 1963 an den Start gingen, sind 15 irgendwann mindestens einmal abgestiegen.

Die 15 Wegbegleiter des HSV von 1963 Bild: Daniel Reinhardt/dpa

Viele Teams kehrten wieder zurück, manche für ein kurzes Zwischenspiel, andere für längere Zeit. Nur für Preußen Münster gilt bis heute die alte Boxer-Weisheit: «They Never Come Back».

Ein Überblick über die 15 Wegbegleiter des Hamburger SV aus der Premieren-Saison 1963/1964:

1. FC KÖLN: Der erste Bundesligameister war bis 1998 Stammgast im Oberhaus. Danach pendelten die Rheinländer ständig zwischen 2. Liga und Bundesliga. Nächste Saison spielt das Team von Trainer Peter Stöger und Manager Jörg Schmadtke wieder erstklassig.

MEIDERICHER SV: Den zweiten Platz aus dem Premierenjahr konnte das Team niemals wiederholen. Die später in MSV Duisburg umbenannten «Zebras» stiegen 1982 erstmals ab. Der MSV schaffte 28 Erstliga-Spielzeiten. Vorige Saison wurde man Siebter in der 3. Liga.

EINTRACHT FRANKFURT: Der erste deutsche Europapokal-Finalist gehörte der Bundesliga ununterbrochen bis 1996 an. Dann wurde aus der Eintracht ein Fahrstuhl-Team. Nach zuletzt Platz 13 suchen die Hessen einen Nachfolger für Trainer Armin Veh.

BORUSSIA DORTMUND: Der letzte deutsche Meister vor Gründung der Bundesliga versäumte nur vier Spielzeiten. Zwischen 1972 und 1976 spielte der BVB in der 2. Liga. Inzwischen sind die Westfalen ein Spitzenteam, holten danach fünf Titel und die Champions League.

VFB STUTTGART: Auch die Schwaben stiegen nur einmal ab. Zwei Jahre im Unterhaus 1975 und 1976 waren genug. Vorige Saison entging man aber nur knapp dem Abstieg. Rang 15 entspricht nicht den Erwartungen. Mit dem neuen Trainer Armin Veh soll es wieder bergauf gehen.

1860 MÜNCHEN: Seit 2004 spielen die Münchner in der 2. Liga, mit Platz sieben wurde der Aufstieg in der abgelaufenen Saison deutlich verfehlt. Erstmals waren die «Löwen» 1970 abgestiegen. Vier Jahre zuvor hatten sie noch die deutsche Meisterschaft gewonnen.

SCHALKE 04: Nach dem ersten Abstieg 1981 folgten zehn chaotische Jahre. Seit 1991 sind die Schalker wieder Stammgast in der Bundesliga. Zuletzt positionierten sie sich als dritte Kraft hinter den Bayern und dem BVB. Der letzte Titel liegt aber 56 Jahre zurück.

1. FC NÜRNBERG: Acht Abstiege sind Rekord. Die Fans können aber mit gewisser Berechtigung auf den Wiederaufstieg hoffen. Bei den Franken ging es schon immer hoch und runter. 1968 wurde der Club Meister, ein Jahr später stieg das Team ab. Auch ein unerreichtes Kunststück.

WERDER BREMEN: Die Bremer spielten nur 1980/81 in der 2. Liga. Nach dem Wiederaufstieg formten die Trainer Otto Rehhagel und Thomas Schaaf Spitzenteams, die Titel und Pokale holten. Derzeit herrscht aber Mittelmaß, Platz 12 dokumentiert fehlenden Glanz.

EINTRACHT BRAUNSCHWEIG: Der erste Abstieg 1973 tat nicht besonders weh, erst nach dem dritten Absturz 1985 rutschte die Eintracht bis in die 3. Liga ab. Nach 28 Jahren kehrte das Team im Vorjahr zurück, es wurde ein kurzes Vergnügen. Erstligatauglich waren nur die Fans.

1. FC KAISERSLAUTERN: Besser als die Pfälzer 1996 hat kein Club den Abstieg verkraftet. Nach dem direkten Wiederaufstieg setzten die Lauterer den Höhenflug fort und sicherten sich als erster Aufsteiger 1998 den Titel. Zuletzt reichte es zu Platz vier in der 2. Liga.

KARLSRUHER SC: Der KSC ist bei fünf Abstiegen ein Spezialist für kurzfristige Gastauftritte. Der längste Bundesliga-Aufenthalt dauerte 13 Spielzeiten am Stück. Vor zwei Jahren spielte der KSC sogar in der 3. Liga. Vorige Saison sprang Rang fünf im Unterhaus heraus.

HERTHA BSC: Ähnlich wie Nürnberg oder Bielefeld pendeln die Berliner zwischen den Fußball-Welten. Der erste von sechs Abstiegen erfolgte bereits 1965. Später schaffte es die Hertha bis in die Champions League. Zuletzt belegten die Berliner als Neuling Platz elf.

PREUßEN MÜNSTER: Im Gegensatz zum großen FC Bayern waren die Preußen niemals Tabellenletzter. Dennoch stiegen die Westfalen nach der Premierensaison ab und kehrten bis heute nicht in die Bundesliga zurück. In der 3. Liga belegten sie aktuell den sechsten Platz.

1. FC SAARBRÜCKEN: Auch die Saarländer stiegen 1964 ab, schafften aber noch drei Aufstiege. Es blieb aber stets bei kurzen Intermezzi. Seit 1993 gibt es im Saarland keinen Bundesliga-Fußball mehr. Nächste Saison muss der abgestiegene Verein in der Regionalliga spielen.

news.de/dpa

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