Fußball: Schockbulletin für HSV-Profis

Hamburg - Vom bitteren WM-Aus zweier Leistungsträger will sich der Hamburger SV im Abstiegskampf nicht noch weiter verunsichern lassen.

Schockbulletin für HSV-Profis Bild: Axel Heimken/dpa

Mit den Nichtnominierungs-Botschaften von Bundestrainer Joachim Löw im Hinterkopf sollen René Adler und Heiko Westermann dem strauchelnden Bundesliga-Dino am Samstag endgültig den Relegationsplatz sichern. Zumindest Trainer Mirko Slomka erwartet trotz des Schockbulletins vor dem Brasilien-Spektakel im Saisonfinale der Fußball-Eliteklasse bei Mainz 05 keine zusätzlichen negativen Auswirkungen. «Das glaube ich nicht», kommentierte er.

Die Fans hoffen mit ihm. Immerhin könnte dem HSV sogar eine Niederlage für Tabellenplatz 16 und zwei Entscheidungsspiele gegen den Zweitliga-Dritten reichen. Aber nur dann, wenn auch die beiden Kontrahenten 1. FC Nürnberg (bei Schalke 04) und Eintracht Braunschweig (bei 1899 Hoffenheim) nicht punkten sollten. Mit den schlechtesten Aussichten starten die formschwachen Franken in den Zitterspieltag: Beim Champions-League-Aspiranten aus Gelsenkirchen traut ihnen fast niemand den nötigen Sensationssieg zu.

Übergangscoach Roger Prinzen aber will trotz der üblen Ausgangslage keinesfalls kapitulieren. «Sie können mich für verrückt erklären, aber dennoch glaube ich an die Jungs. Wenn ich den Glauben an die Jungs verliere, dann können wir wirklich einpacken», sagte er am Donnerstag. «Für den Club steht vieles auf dem Spiel», erkannte Prinzen und forderte «viel Mut» von seinen Profis, denen er trotz sechs Niederlagen am Stück noch einiges zutraut: «Für die Mannschaft ist es gut, dass sie noch einen hat, der an sie glaubt.»

Im Blickpunkt wird vor allem Josip Drmic stehen. Ein Wechsel des Nürnberger Torjägers zu Bayer Leverkusen im Sommer zeichnet sich immer deutlicher ab. Nach übereinstimmenden Medieninformationen ist der seit langem im Raum stehende Transfer sogar bereits perfekt, was allerdings keiner der Vereine kommentieren wollte. Da Leverkusen und Schalke noch um Platz drei und damit die direkte Teilnahme an der Champions League streiten, könnte Drmic mit seinen Toren Einfluss nehmen. «Falls er nach Leverkusen gehen sollte, wäre es ja auch in seinem Interesse, dass er gegen Schalke einlocht», sagte Prinzen.

Slomka mag sich sowieso nicht auf Rechenspiele einlassen. «Wir müssen dieses Spiel gewinnen, weil wir nicht wissen, was auf den anderen Plätzen passiert», verkündete er. Seine größte Hoffnung ist Pierre-Michel Lasogga. Beim lange verletzten Torjäger sehe es wie auch bei Verteidiger Johan Djourou gut aus mit einem Einsatz, berichtete der HSV-Coach.

Tabellenschlusslicht Braunschweig muss in Sinsheim auf Flügelspieler Omar Elabdellaoui (Bauchmuskelverletzung) verzichten, kann sich dafür aber der Sympathie vieler Bundesligisten und großer Unterstützung sicher sein. Rund 6000 Anhänger werden die Eintracht nach Sinsheim begleiten. «Mit unseren Fans werden wir das Auswärtsspiel zu einem Heimspiel machen. Das wird der Mannschaft den letzten Kick geben», urteilte Trainer Torsten Lieberknecht. Mit seinen Profis brach er am Donnerstag in ein Kurz-Trainingslager nach Bad Schönborn in Baden-Württemberg auf. Ob's was hilft?

news.de/dpa

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