Triathlon: Haug zum Auftakt der Triathlon-Serie starke Zweite

Auckland - Als Anne Haug über die Ziellinie lief, klatschte sie dreimal in die Hände. Mit dem zweiten Platz zum Auftakt der Triathlon-WM-Serie in Auckland hatte sich die 31-Jährige selbst am meisten überrascht.

Haug zum Auftakt der Triathlon-Serie starke Zweite Bild: Markus Scholz/dpa

«Damit hatte ich wirklich nicht gerechnet nach dem bisherigen Training, aber in Neuseeland gelingen mir offenbar immer gute Rennen», sagte die WM-Dritte des Vorjahres. 2012 und 2013 hatte sie das Rennen in der Metropole jeweils gewonnen, doch diesmal waren die Voraussetzungen schwieriger.

Nach ihrem letzten Start im September beim WM-Grand Final in London hatte die Münchenerin einige Dinge in ihrem Leben umgestellt. Sie war von dem australischen Star-Trainer Darren Smith zur Deutschen Triathlon Union an den Stützpunkt Saarbrücken zurückgekehrt und trat in die Bundeswehr ein. Durch ihre Grundausbildung im November und Dezember konnte die Diplom-Sportwissenschaftlerin erst mit zwei Monaten Verspätung in die Vorbereitung einsteigen. Dann stoppte sie auch noch ein Infekt für zwei Wochen.

«Es ist unglaublich», meinte Haug nach dem ersten von acht WM-Rennen des Jahres. Nur die Britin Jodie Stimpson war in Auckland in 2:08:34 Stunden schneller als sie. 25 Sekunden nach der Vizeweltmeisterin war Haug nach 1,5 Kilometern Schwimmen, 40 Kilometern auf dem Rad und zehn Kilometern Laufen in das Ziel am Queen Wharf angekommen.

Nach so einem Resultat hatte es zu Beginn des Rennens nicht ausgesehen. Als Vorletzte war die Deutsche mit über 50 Sekunden Rückstand aus dem Wasser gestiegen - wieder einmal. «Das ist leider noch normal», meinte DTU-Cheftrainer Ralf Ebli über die Schwimm-Schwäche. Doch «wir sind auf einem guten Weg».

Erneut konnte sich Haug aber auf ihre Stärke auf dem Rad und beim Laufen verlassen. «Ich habe zwar beim Rad alles gegeben, aber hatte noch genügend Körner», meinte die WM-Zweite von 2012 zu ihrer Tempoverschärfung kurz vor dem Ziel. Sie zeigte wieder einmal, dass sie derzeit die einzige deutsche Weltklasse-Triathletin ist. Rebecca Robisch wurde immerhin 18., Anja Knapp 25., Hanna Phillippin 32.

Die deutschen Herren konnten in den Kampf um die Spitze erwartungsgemäß nicht eingreifen. Dennoch war Ebli zufrieden: «Ich bin überrascht.» Vor allem über Gregor Buchholz. Der Potsdamer überzeugte als Zehnter und mit einer starken Laufleistung. «Das ist klasse in dem Feld», meinte Ebli. Auch die Leistung von Steffen Justus auf Rang 13 sah er positiv. Franz Löschke wurde noch 16., der in der Schweiz studierende Maximilan Schwetz kam auf Rang 25.

Den Sieg sicherte sich der dreimalige Weltmeister und Titelverteidiger Javier Gomez aus Spanien vor dem Briten Jonathan Brownlee. Dessen Bruder, Olympiasieger Alistair Brownlee, verzichtete auf das Rennen, um seine Achillessehne zu schonen.

WTS Auckland

news.de/dpa

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