Ringen: Neue Gewichtsklassen und neue Gesichter bei Ringer-EM

Vantaa - Mit dem jüngsten Team seit der Wiedervereinigung gehen die deutschen Freistilringer bei der EM im finnischen Vantaa auf die Matte.

Neue Gewichtsklassen und neue Gesichter bei Ringer-EM Bild: epa Wassil Donew/dpa

Der Altersdurchschnitt der Mannschaft beträgt nur 24,5 Jahre - trotzdem hofft Freistil-Bundestrainer Sven Thiele auf einige Überraschungen vor allem auch in den neuen Gewichtsklassen der Frauen. Seit der im Vorjahr gesicherten Olympia-Zukunft der Traditionssportart setzte der neue Präsident des Ringer-Weltverbandes FILA, Nenad Lalowic aus Serbien, zahlreiche Reformen durch, um die Attraktivität der einzelnen Stilarten zu erhöhen.

Dazu zählte vor allem die Aufstockung der olympischen Frauen-Gewichtsklassen von vier auf sechs Kategorien. Die Männer mussten hingegen in den Stilarten Freistil und Griechisch-Römisch auf jeweils eine weitere olympische Gewichtsklasse verzichten.

So heißt es bei Olympia 2016 in Rio de Janeiro: Frauenpower in der einstigen Männerdomäne. Bei Europa- und Weltmeisterschaften starten die Ringer und Ringerinnen zudem noch in zwei weiteren nichtolympischen Kategorien (Freistil: 61 und 70; Frauen: 55 und 60; Greco: 55 und 60 Kilogramm). «Zudem wurden bei den Männer-Stilarten die Gewichtskategorien unterschiedlich eingeteilt, um eine klare Abgrenzung zu erreichen, das soll laut Lalovic auch mit unterschiedlichen Regeln dokumentiert werden», erklärte Kampfrichterreferent Antonio Silvestri vom Deutschen Ringer-Bund (DRB), der zugleich als FILA-Instrukteur an den Reformen mitgewirkt hat.

«Große Umstellungsprobleme hatten wir nicht. Im Gegenteil, durch die neuen Gewichtsklassen ergaben sich für uns einige Möglichkeiten, die Teams entsprechend zu besetzen», sagte DRB-Sportdirektor Jannis Zamanduridis, der ohnehin zu personellen Umbesetzungen gezwungen war - die letzten beiden EM-Medaillengewinner Tim Schleicher (Bronze 2013) und Saba Bolaghi (Bronze 2011) beendeten ihre internationale Laufbahn. Thiele baut nun auf die Youngster Manuel Wolfer (20 Jahre/RG Hausen-Zell) und Alexander Semisorov (21/RV Rümmingen).

Auch der Bundestrainer im griechisch-römischen Stil, Michael Carl, schickt in Deniz Menekse (SV Nürnberg), Matthias Maasch (Wacker Burghausen) und Jan Rotter (SV Triberg) junge Debütanten ins EM-Rennen. Weltklasse-Ringer Frank Stäbler (66 kg/TSV Musberg), Europameister von 2012 und WM-Dritter des Vorjahres, gilt als DAS DRB-Aushängeschild. Ein Wiedersehen gibt es in Finnland mit Routinier Jan Fischer (85 kg/KSV Köllerbach), nachdem Ramsin Azizsir (ASV Hof) kurzfristig am Meniskus operiert wurde.

Bei den Frauen hat vor allem Aline Focken Medaillenchancen. Die Härtetests in Bulgarien und Schweden beendete die Krefelderin als Turniersiegerin. «Bei den Frauen und den Greco-Spezialisten könnte jeweils einmal Edelmetall möglich sein, bei den Freistilern erhoffen wir uns Anschlussleistungen», betont DRB-Präsident Manfred Werner.

news.de/dpa

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