MotoGP 2014: Altmeister gegen Jungstar: Rossi und Marquez dominieren Katar-Rennen

Es ist ein Kampf der Generationen: Valentino Rossi, 35 und neunfacher Motorrad-Weltmeister, gegen Marc Marquez, 21 mit drei Titeln. Beim Saisonauftakt der MotoGP 2014 in Katar lieferten sie sich einen fulminanten Zweikampf um den Sieg. Stefan Bradl landete im Kiesbett.

Er konnte wegen eines Wadenbeibruch sechs Wochen lang auf keinem Motorrad sitzen, verpasste wichtige Testfahrten und begann erst wenige Tage vor dem Rennen mit dem Laufen. Und dennoch: Beim Saisonauftakt der MotoGP 2014 in Katar war Vorjahres-Weltmeister Marc Marquez (Honda) der Sieg nicht zu nehmen. Schon am Samstag hatte der Spanier, der sich selbst als noch nicht 100-prozentig fit bezeichnete, die Pole Position eingefahren.

Die Rekorde von Marc Marquez
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Marquez siegt, Rossi feiert überraschenden zweiten Platz

Beim Rennen unter Flutlicht über 22 Runden fiel Marquez beim Start zunächst zwar zurück. Er konnte sich aber bald wieder nach vorne kämpfen und lieferte sich zum Ende hin mit MotoGP-Star Valentino Rossi (Yamaha) einen sehenswerten Zweikampf mit dem glücklicheren Ende für den 21-Jährigen. Altmeister Rossi, den bereits neun Weltmeistertitel zieren, hatte eigentlich das gesamte Wochenende nach der richtigen Rennpace gesucht, schaffte es in der Qualifikation sogar nur auf Rang zehn.

Stefan Bradl stürzt beim MotoGP-Auftakt in Katar

Doch im Rennen fand der 35-jährige Yamaha-Pilot schnell den Anschluss - auch weil andere patzten. So stürzte Teamkollege Jorge Lorenzo auf Rang eins liegend bereits nach wenigen Kilometern. Wenig später folgten Andrea Iannone (Ducati) und der Deutsche Stefan Bradl (Honda), der das Rennen bis dahin einige Runden angeführt hatte. Bei allen Piloten waren offenbar die Reifen das Problem. Vor allem Lorenzo hatte sich im Vorfeld über das Material von Bridgestone beschwert und Sicherheitsmängel angeprangert.

FOTOS: Rossi, Marquez, Lorenzo Die Gesichter der MotoGP
zurück Weiter Er ist der Star der MotoGP-Szene: Valentino Rossi. Der Italiener hat neun Weltmeistertitel eingefahren, sieben davon in der Königsklasse. (Foto) Foto: dpa/Ettore Ferrari Kamera

Reifenprobleme für Jorge Lorenzo ein Sicherheitsrisiko

Tatsächlich stürzten die Piloten allesamt in Linkskurven, derer es in Katar weniger gibt als Rechtskurven. Eine Herausforderung nicht nur für die Fahrer, sondern auch für die Gummimischung der Reifen. Oftmals reichte das Gripniveau nicht aus. Auch MotoGP-Rookie Bradley Smith und Honda-Pilot Alvaro Bautista, beide langen unter den Top 5, rutschten übers Vorderrad weg. Insgesamt kamen sechs Fahrer nicht ins Ziel. Für die Teams und Reifenhersteller Bridgestone bedeutet das bis zum nächsten Rennen am 13. April in Amerika jede Menge Arbeit.

Aleix Espargaro bester Open-Class-Fahrer auf Rang vier

Die Open-Class-Fahrer, über die im Vorfeld viel diskutiert wurde, weil sie laut Reglement einige Vorteile gegenüber den Werksteams genießen, schlugen sich wacker. Aleix Espargaro (Forward Yamaha) fuhr auf Rang vier, profitierte dabei aber auch von den vielen Ausfällen. Ducati, das als einziges Werksteam ebenfalls im Open-Modus starten darf, konnte mit Andrea Dovizioso und Cal Crutchlow einen fünften und sechsten Platz feiern.

Marc Marquez hat den MotoGP-Weltmeistertitel im Visier

Für die weitere Saison hat Marc Marquez die Marschroute vorgegeben: Der WM-Titelkampf geht nur über ihn. Angesichts der Tatsache, dass er noch nicht wieder vollständig kuriert ist, darf man gespannt, was er im fitten Zustand alles leisten kann. Bekommt Jorge Lorenzo seine Probleme bei Yamaha in den Griff, wird jedoch auch mit ihm zu rechnen sein. Genauso wie mit Marquez' Teamkollege Dani Pedrosa, der in Katar das Podium auf Rang drei komplettierte.

Und Valentino Rossi? Er hat beim Nachtrennen bewiesen, dass er noch immer um den Sieg mitfahren kann. Doch bereits vor einem Jahr stand der Zuschauerliebling beim Auftaktrennen auf dem Podest. Es folgte eine eher durchwachsene Saison. Bleibt zu hoffen, dass sich das 2014 ändert. Die Fans werden es ihm danken - so oder so.

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zij/news.de

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