Alphonso Williams (57) ist tot

DSDS-Star stirbt kurz nach Krebs-Diagnose

Der ehemalige "DSDS"-Gewinner Alphonso Williams ist tot. Der 57-Jährige war an Prostata-Krebs erkrankt. Nun hat er den Kampf gegen die schwere Krankheit verloren. Er hinterlässt eine Frau und zwei Kinder.

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Von news.de-Kolumnist Prof. Harald Lange - 20.01.2014, 13.20 Uhr

Politische Fußball-Fans: Die Generation Protest regiert die Kurve

Pyrotechnik, Bier und Gewalt: Fußballfans haben kein besonders gutes Image. Zu Unrecht. Derzeit erweitern Deutschlands aktive Fans ihre Protest-Kultur. Längst reichen die Demonstrationen in den Stadien über Fußball hinaus. Ein Gastkommentar von Sportwissenschaftler Harald Lange zum Fankongress in Berlin.

Fußball und die ihn kennzeichnende Fankultur sind ein Faszinosum unserer Zeit! Deshalb ist es auch einen Kommentar wert, wenn sich mehr als 700 Fans aus knapp 80 Vereinen am vergangenen Wochenende in Berlin zu einem Fankongress versammelt haben, um über Ihre Vorstellungen, Wünsche und Ideen zum Fußball im Allgemeinen und zur Entwicklung der Fankultur im Besonderen zu diskutieren.

Dass Fans und Zuschauer gern über Fußball ins Gespräch kommen, ist an sich nichts Außergewöhnliches. Dass sie das in Berlin vor dem Hintergrund eines differenzierten Tagungsprogramms getan haben, verweist unmissverständlich auf ein Kennzeichen der aktuellen Fankultur, das sich mit Begriffen wie gesellschaftliches und (sport-)politisches Engagement, Verantwortung und Selbstbewusstsein kennzeichnen lässt.

Jedes Spiel ist auch eine politische Demonstration

Die Zeiten, in denen Fans auf unkritische Zuschauer, zahlende Konsumenten oder statistische Größen reduziert wurden, sind längst vorbei. Zeitgenössische Fans verstehen sich zusehends als aktive Mitgestalter der Fan- und Fußballkultur. Sie garantieren für einfallsreichen und lebendigen Support, wohltuende Stimmung und unverwechselbare Stadionatmosphäre. Auch deshalb wird der Fankultur der Bundesliga europaweit Anerkennung gezollt. Da versteht es sich von selbst, dass wir aus den Kurven immer häufiger pointierte, zuweilen auch kritische Stellungnahmen und Appelle zu wichtigen gesellschaftlichen und vor allem fußballspezifischen Themen erhalten. Was früher bei Demonstrationen angeprangert wurde, wird heute lautstark und kreativ in vielen Stadien thematisiert.

Wie alle anderen ernstzunehmenden Kongresse widmen sich auch die nunmehr jährlich stattfindenden Fankongresse den brennenden Problemen ihrer Zeit. In diesem Sinne fällt das Augenmerk gegenwärtig auf Themen wie zum Beispiel Sicherheit, Verhältnis zwischen Fans und Polizei, Mitbestimmungsmöglichkeiten von Fans, oder die Kommerzialisierung des Fußballs.

Fußballfans «gegen Nazis und diskriminierende Idioten»

In Berlin hatte man sich für ein ebenso zeitgemäßes wie spannendes Leitthema entschieden: «Fanfreundliches Stadionerlebnis: Wie Fans den Fußball wollen». Aus diesem Grund war es ausgezeichnet, dass die Veranstalter sich gegenüber sämtlichen Fanvertretern, Politikern, Wissenschaftlern und Fußballfunktionären offen gezeigt und diese auch aktiv einbezogen haben. Nur eine Gruppe wurde unmissverständlich ausgeladen: Nazis. Im Grundkonsens der Veranstaltung heißt es hierzu: «Was wir aber in keinen Fall wollen sind Nazis oder sonstige diskriminierende Idioten, die ihre Mitmenschen aufgrund ihres Geschlechts, ihrer Hautfarbe, ihrer Sexualität oder sonstigem verurteilen.»

Leitbilder wie diese katapultieren diejenigen, die sie konsequent vertreten, in den Rang der Gruppen und Bewegungen, deren gesellschaftliches Engagement ernst genommen werden kann. In Verbindung mit der konstruktiven Diskussionskultur auf dem Berliner Kongress und dem praktizierten Fairplay gegenüber den Vertretern der Gruppen, die mitunter andere Interessen auf die Fankultur hin auslegen wollen (vor allem Polizeigewerkschaft, Fußballverbände, Medien) lesen sich die Ergebnisse und Botschaften des Berliner Fankongresses besonders vielversprechend. Auch dieser Kongress war gleichermaßen Produkt und Motor einer selbstbewussten Fankultur, deren Interessen und Botschaften es wert sind, in Politik, Gesellschaft und Medien Gehör zu bekommen.

Prof. Dr. Harald Lange ist Leiter des ersten deutschen Instituts für Fankultur, Würzburg & Frankfurt.

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kru/news.de

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