Mit 68 Jahren Heynckes zu Real statt in Rente?

Trainerfuchs Jupp Heynckes steht kurz davor, eine lebende Legende zu werden. Am 25. Mai könnte er kurz nach seinem 68. Geburtstag gekrönt werden - als dritter Trainer, der die Champions League mit einer zweiten Mannschaft gewinnt. Tritt er danach wirklich ab?

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Wenn es am schönsten ist, soll man gehen, heißt es. Aber macht dieser einzigartige Triumph, den die Bayern unter Henckes schon die ganze Saison in Perfektion zelebrieren, nicht Lust auf mehr?

In Spanien wird Heynckes geliebt. «Don Jupp» nennen sie ihn. Und da bieten sich die beiden größten Trainerstühle an. Erstens ist Mourinho auf den Absprung - wahrscheinlich zurück zu Chelsea. Zweitens ist Barcelona so was von am Boden. Warum sollte er nicht bei den Katalanen anheuern. Dann tauschen Jupp und Pep quasi die Plätze!

Nach der Gala im Camp Nou antwortete Heynckes auf die Frage nach der Verlängerung seiner Karriere bei Real Madrid recht reserviert: «Ich werde am 9. Mai 68 Jahre alt. Ich bin dann 50 Jahre im Profi-Fußball als Spieler und Trainer, und ich glaube, eines Tages musst du darüber nachdenken, ja, es ist genug.»

Am Morgen danach ruderte er wieder zurück. Es sei jetzt «nicht der Zeitpunkt» für Zukunftsfragen. «Wir haben noch zwei Riesenherausforderungen.»

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«Don Jupp» als Magier von München

Am 25. Mai in London könnte er der dritte Trainer werden, der zum zweiten Mal die Champions League gewinnt, nachdem es ihm vor 15 Jahren mit Real Madrid gelungen war. Zweimal schafften es bislang nur Ottmar Hitzfeld (Dortmund 1997/Bayern 2001) und José Mourinho (FC Porto 2004/Inter Mailand 2010).

Damit hätte Heynckes mit dem FC Bayern alles das erreicht, wofür sein Nachfolger Pep Guardiola im Sommer nach München kommt. Der Mann ist einfach zu gut und mit 68 Jahren im Zenit. «Don Jupp» rief Guardiola noch nicht einmal an, um sich vor dem Duell mit Barca über Messi & Co. zu informieren.

Soll es mit 66 nicht erst richtig anfangen? Immerhin hat er Bayern von der Plage der Dortmunder Himmelstürmer elegant befreit. Er hat die Mannschaft nach dem «Drama dahoam» aufgerichtet und zu Phoenix aus der Asche werden lassen. Heynckes war ein wahrer Magier in München.

Soll der Krönung seiner Trainerkarriere tatsächlich der Ruhestand folgen? Schon als die Bayern-Bosse seinen Abschied zum Sommer über seinen Kopf verkündeten, reagierte er angesäuert. Und in Spanien schießen die Gerüchte in den Himmel. Er war sogar schon mit Schalke in Verbindung gebracht worden.

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Das zweite deutsch-deutsche Finale

Das Pokalfinale am 1. Juni könnte sein letztes Spiel sein und den absoluten Triumph komplettieren. «Wir haben den Hunger, den Ehrgeiz und die Motivation, die Saison zu krönen», erklärte er zu den Endspielen in Wembley gegen den nationalen Erzrivalen Dortmund sowie im Berliner Olympiastadion im DFB-Pokal gegen den VfB Stuttgart.

Heynckes glaubt fest an die Krönung in London mit dem FC Bayern, auch wenn es in einem Champions-League-Finale «keinen Favoriten» gebe. Denn auch den BVB-Code konnte er in diesem Jahr im Pokal-Viertelfinale (1:0) schon erfolgreich entschlüsseln.

Vor einem Jahr, nach dem verlorenen Endspieldrama im eigenen Stadion gegen den FC Chelsea hätten nicht wenige in München den 67-jährigen Heynckes in den Ruhestand gewünscht. Aber der Trainer stand wieder auf, er drehte an jedem Schräubchen und erfand auch sich selbst neu. Heynckes gelang es sogar, die DNA der Offensivgeister Ribéry und Robben zu verändern, «die nie das Umschaltspiel haben ausüben müssen», wie er neulich ausplauderte.

Ein deutsch-deutsches Finale erlebte er schon bei seiner ersten Trainerstation vor 33 Jahren, als er mit seiner Borussia aus Gladbach an Eintracht Frankfurt im UEFA-Pokal-Finale scheiterte. Wenn einer wie Heynckes Geschichte schreibt, könnte er gut und gerne noch ein Kapitel anhängen...

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news.de/dpa

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Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • putinfanatiker
  • Kommentar 1
  • 04.05.2013 15:20

!!!!! Besser ist ES fuer Ihn er hat GENUG getan und muss JETZT an sich und seiner Familie denken !!!!!

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