Finke, Sir Alex, Rehagel Diese Trainer gehören zum Inventar

Bundesliga-Trainer
Sie saßen am längsten auf dem Chefsessel

Von news.de-Redakteur Frank Willberg
Mit Jupp Heynckes tritt bald ein Altmeister ab. Dafür wackelt der Stuhl des unverwüstlichen Thomas Schaaf bedenklich. Trapattoni, Ferguson, Rehhagel – eine lange Liste – aber wer saß am längsten bei einem Verein auf dem Chefsessel? Und wie schneiden unsere Trainer-Dinos im internationalen Vergleich ab?

In der Bundesliga ist Volker Finke unangefochtener Rekordhalter. Auf den Tag genau 16 Jahre war er erster Fußballlehrer des SC Freiburg. Besonders bemerkenswert, dass die Breisgauer mit ihm zwischen 1991 und 2007 je drei Mal auf- und abgestiegen und Finke wie selbstverständlich im Amt blieb.

Als sein Abschied beschlossen und verkündet war, sammelten sich Fans und Fürsprecher unter dem Motto «Wir sind Finke», um den Vorstand zum Rückzieher zu bewegen.

Für eine ähnliche Zurückhaltung am Trainerkarussell steht auch Werder Bremen. Als die damalige graue Maus der Eliteliga 1981 aus Liga zwei wieder aufstieg, begann die Regentschaft von «König Otto», die 14 Jahre und drei Monate währen sollte.

Auf Otto Rehhagel folgten vier Jahre mit mehreren Trainern, ehe die Werderaner mit Thomas Schaaf wieder ruhiges Fahrwasser ansteuerten. Auch fast 14 Jahre sitzt der unaufgeregte Norddeutsche mittlerweile auf der grün-weißen Trainerbank.

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Stirbt langfristiger Erfolg langsam aus?

So viel Kontinuität und Vertrauen nötigen Respekt ab, da sich heute alles um den kurzfristigen Erfolg dreht. Das Gegenteil vom schnellen Glück kostete auch der Karlsruher SC mit Winfried Schäfer aus. Elf Jahre, acht Monate und 25 Tage trainierte der blonde «Winnie» den KSC. Seine «Elf der Namenlosen» brachte Talente der Region groß raus: Oliver Kahn, Michael Sternkopf, Mehmet Scholl und Jens Nowotny. Es war die stärkste Zeit des KSC.

Weitere Dauerbrenner im Trainergeschäft hat der jüngere deutsche Profifußball kaum zu bieten, nur Eduard Geyer (1994-2004, Energie Cottbus) und Werner Lorant (1992-2001, 1860 München). International belegen wir damit die Plätze 12 (Finke), 16 (Rehhagel), 17 (Schaaf) und 26 (Schäfer).

Aber etwas weiter zurück, in den 70er Jahren, galt Hennes Weisweiler als bester Klubtrainer der Welt. Die Gladbacher «Fohlen» errangen in seinen zwölf Jahren bei Borussia drei Meistertitel, den DFB-Pokal und den UEFA-Cup. Fast direkt folgte Jupp Heynckes, von 1979 an immerhin acht Jahre bei Gladbach verantwortlich.

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Der ostdeutsche Teil der Fußballgeschichte

Trotzdem gibt es noch zwei (ost)deutsche Urgesteine auf der Trainerbank: Hans Meyer und Jürgen Bogs. Während Meyer nach der Wende mit markigen Sprüchen und tollen Erfolgen bei Nürnberg und vor allem Mönchengladbach Kultstatus errang, ist Bogs Legende als Übungsleiter des DDR-Serienmeisters BFC Dynamo. Seine 4382 Tage im Amt sehen ihn international auf Platz 24.

Drei Plätze davor rangiert Hans Meyer, der 1971 als jüngster Trainer der DDR-Oberliga den FC Carl-Zeiss Jena übernahm und bis 1983 betreute. Seine Mannschaft gewann immerhin drei Pokalsiege und schaffte es in ein Europapokalendspiel (1981).

Dazu müsste auch in dieser Kategorie noch einmal «Ede» Geyer kommen. Von 1975 an war der Diplomsportlehrer 15 Jahre Trainer bei Dynamo Dresden, nach vier Jahren im Nachwuchsbereich als Assistenztrainer, ab 1986 Cheftrainer, letzter DDR-Meister und parallel letzter Trainer der DDR-Nationalmannschaft.

Lesen Sie auf Seite 2 über alte Trainer-Hasen international und Jupp Heynckes, der seinen 68. Geburtstag feiert.

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