FC Bayern Das Wagnis Guardiola

Bayerns dritter Streich: Nach den spektakulären Verpflichtungen von Sportdirektor Matthias Sammer und 40-Millionen-Mann Javi Martinez zaubert der FC Bayern Pep Guardiola als künftigen Trainer hervor. Ein mutiger Transfer, denn dass das Prinzip Pep auch bei anderen Klubs als dem FC Barcelona funktioniert, muss er noch beweisen.

Ablöse für den Coach: Die teuersten Trainertransfers

Es sind verrückte Trainer-Tage in München. Am Dienstag wurde der einstige englische Nationalcoach Sven-Göran Eriksson als neuer Trainer des TSV 1860 München angekündigt. Am Mittwoch dann vermeldete der FC Bayern die spektakuläre Verpflichtung von Pep Guradiola - dem begehrtesten Trainer der Welt. Überboten würde das nur noch, wenn die SpVgg Unterhaching am Wochenende José Mourinho als neuen Trainer präsentiert. Das gäbe einen illustren internationalen Trainer-Stammtisch in einem der zahlreichen Münchner Edellokale.

Während der Wechsel von Eriksson unausgegoren, hanebüchen und lächerlich wirkt, bestaunt die ganze Fußballwelt den Trainertransfer-Coup des FC Bayern. Dass einer wie Guardiola sich für Bayern und die Bundesliga entscheidet und damit gegen Manchester, Paris oder Mailand ist ein Indikator für die Wachablösung im europäischen Fußball. Nicht die Klubs aus England, Spanien oder Italien, sondern der FC Bayern zieht die dicksten Fische an Land.

Diese Verpflichtung ist mehr als nur ein Trainerwechsel, es ist eine Verheißung. Guardiola demnächst in München: Das ist als lehnten die angesagtesten Hollywood-Schauspieler hoch dotierte Angebote ab, um in Deutschland zu drehen. Oder als verlegten die hippsten Pariser Modedesigner ihre Ateliers nach Deutschland. Guardiola ist der Intellektuelle des Fußballs, ein Avantgardist seines Fachs. Guardiolas Verpflichtung wird Signalwirkung haben für weitere internationale Trainerstars und Weltklassespieler. Die Bundesliga ist en vogue.

Funktioniert der Pepismus auch mit «Schweini» und Gomez?

Für den FC Bayern jedoch ist Guardiola auch ein Risiko, das man Uli Hoeneß & Co. nach dem gescheiterten Experiment mit Jürgen Klinsmann nicht mehr unbedingt zugetraut hätte. Denn bislang hat das Prinzip Pep ausschließlich bei seinem Heimatverein FC Barcelona funktioniert, wo er mit den technisch besten Spielern des Planeten zusammenarbeiten durfte. Guardiola spielte bei Barca seitdem er 13 ist, verbrachte elf Jahre als Profi dort und seine gesamte Trainerlaufbahn. Dass Guardiola mit den Katalanen Titel häufte, bedeutet nicht zwangsläufig, dass dieser Fußball-Freigeist auch beim FC Bayern funktioniert, wo die mächtigen Herren Hoeneß, Rummenigge und Sammer den Klub bisweilen umschließen wie Korsettstangen. Ob der «Pepismus» nur mit Messi und Iniesta oder auch mit Schweinsteiger und Gomez funktioniert, wird sich noch zeigen.

Sowohl Guardiola als auch der FC Bayern beweisen mit dem Abschluss des Drei-Jahres-Vertrag überraschend großen Mut, den man beiden Parteien so nicht zugetraut hätte. Die im Vergleich zu den coolen Youngstern vom BVB etwas angestaubten Bayern trauen sich was und schenken dem deutschen Fußball ein neues Aushängeschild. Ab Sommer 2013 wird der «Stern des Südens» noch heller leuchten. Das müssen sich auch alle Fußballanhänger eingestehen, die den FC Bayern nicht ausstehen können.

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mea/news.de

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Leserkommentare (2) Jetzt Artikel kommentieren
  • pcw
  • Kommentar 2
  • 20.01.2013 00:50

Brauchen sie den Sammer nun nicht mehr.Den hatten sie ja nur,..eh .. ,wenn Heynckes so Ausfaelle wie Loew gehabt haette.

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  • Klaus S
  • Kommentar 1
  • 19.01.2013 00:10

Ich habe immer geglaubt das alle in einem Team zusammen nur Erfolg haben können .Hier wird ja wieder so getan als wenn es allein ein guter Trainer tun würde.

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