Neue Torrekord-Marke Lionel Messi schlägt Gerd Müller

Lionel Messi spielt in einer eigenen Liga: Nun hat er den 40 Jahre alten Torrekord von Gerd Müller übertroffen. Der dreimalige Weltfußballer vom FC Barcelona erzielte am Sonntagabend zwei weitere Pflichtspiel-Treffer, erhöhte damit auf 86. Der einstige Bayern-Torjäger hatte seit 1972 den Rekord gehalten.

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Jetzt hat Lionel Messi auch Gerd Müllers Weltrekord geknackt! Der argentinische Weltklassestürmer des FC Barcelona traf beim 2:1 (2:1) bei Betis Sevilla zum 1:0 und 2:0.

Mit den Treffern 85 und 86 in diesem Jahr verbesserte Messi die Bestmarke des einstigen Torjägers von Bayern München von 85 Pflichtspieltoren aus dem Kalenderjahr 1972. Und noch ist nicht Schluss: Messi bleiben bis zum Jahresende noch drei weitere Pflichtspiele, um sein Torkonto auszubauen - zwei in der Liga und das Hinspiel im Pokal-Achtelfinale gegen den Zweitligisten FC Córdoba.

Erst 24 Stunden vor der Partie hatte sich sein Einsatz in Sevilla endgültig geklärt. Am Mittwochabend war der dreimalige Weltfußballer in der Champions-League-Partie gegen Benfica Lissabon noch mit einem Bluterguss abtransportiert worden. Im Spiel selbst war von der Verletzung nichts zu sehen. Messi ist gewohnt zielsicher: Gleich beim ersten Versuch des 1,69 Meter kleinen Hochgeschwindigkeitsdribblers in der 16. Minute klappte es - keine zehn Minuten später war der Rekord endgültig sein. Ein Doppelpack für die Ewigkeit!

Barcas Trainer Tito Vilanova hatte seine Spieler zuvor sogar davor gewarnt, nur auf den Torrekord zu schielen. «Man muss den Dingen ihren natürlichen Lauf lassen. Wenn man einen Rekord erzwingen will, wird alles noch schwieriger.» Vilanovas Sorge war unbegründet.

Müller: «Er ist ein Gigant»

Mit seinem Rausch-Fußball, der unwiderstehlichen Spielkunst und Abschlusseffektivität verschiebt Messi ohnehin ständig die eigenen Grenzen. Als «Picasso des Fußballs» wurde der inzwischen 25-Jährige von der Weltpresse schon gefeiert, als «Außerirdischer», «Messias» und «Gott in einem Barca-Trikot». Dabei hatte der Hochbegabte mit dem Spitznamen «La pulga» (der Floh) als Kind Wachstumsprobleme, die nur mit einer kostspieligen Hormontherapie behandelt werden konnte. Der FC Barcelona ließ sich davon nicht abschrecken, bezahlte die medizinische Unterstützung und gab Messi 2000 seinen ersten Vertrag - unterschrieben auf einer Tischserviette.

Messi sammelt Titel um Titel: Dreimal hat er die Champions League geworden, fünfmal die spanische Meisterschaft, zweimal den spanischen Pokal, wurde Olympiasieger 2008 und dreimal Weltfußballer des Jahres. Anfang November hatte Messi bereits den legendären Pelé überholt, der 1958 für den FC Santos und die brasilianische Nationalelf 75 Pflichtspieltore erzielt hatte. Und jetzt noch den Uralt-Rekord von Müller - Wahnsinn!

«Er ist ein unglaublicher Spieler, ein Gigant und dabei ein so sympathischer und eher zurückhaltender Profi. Ich freue mich für ihn. Messi ist fantastisch»», sagte bisherige Rekordhalter Müller dem Internet-Dienst Sport1 am Montag und witzelte: «Er hat eigentlich nur einen Fehler: Er spielt nicht für den FC Bayern.» Beim FC Barcelona können sie sich ein Leben ohne ihren begnadeten Hochgeschwindigkeitsdribbler längst nicht mehr vorstellen.

Lob auch von Prinz Poldi

«Er wird immer sagen, dass die Tore ein Ergebnis der Leistung der Mannschaft sind, aber die Abschlussstärke hat er alleine», lobte Barcas Sportdirektor Andoni Zubizarreta. «86 Tore zu schießen, ist wahnsinnig», ergänzte Trainer Tito Vilanova. «Ich glaube, dass wir keinen besseren Spieler mehr sehen werden.» Teamkollege Gerard Piqué schwärmte, Messi sei «übernatürlich». Und: «Für ihn gibt es keine Grenzen.»

Lukas Podolski schloss sich an: «Einfach einmalig.» Englands einstiger Torjäger Gary Lineker twitterte: «Rekord in der Tasche, Goldenen Ball in der Tasche, der Größte überhaupt - auch das hat er sicher in der Tasche.» Die niederländische Legende Johan Cruyff hält Messi für «unvergleichlich» und prophezeite ihm «fünf, sechs oder sieben» Weltfußballer-Titel: «Messi wird die meisten Ballons d'Or der Geschichte gewinnen.»

Auch die internationale Presse jubelte, den spanischen Medien fehlten die Superlative. Die Madrider Zeitung El Mundo kommentierte Messis Leistung als «außerirdisch», «einzigartig», «fabelhaft» und «erstaunlich». Sogar die Madrider Zeitung El País gab zu, Messi sei «ein unvergleichbarer Torjäger, der Beste, den es gibt.»

Messis 86 Tore im Jahr 2012:

Wettbewerb Team Tore
Primera Division Barcelona 56
Copa del Rey Barcelona 3
Span. Super-Cup Barcelona 2
Champions League Barcelona 13
Freundschaftsspiele Argentinien 7
WM-Qualifikation Argentinien 5


Gerd Müllers 85 Tore im Jahr 1972:

Wettbewerb Team Tore
Bundesliga FC Bayern 42
DFB-Pokal FC Bayern 7
Pokalsieger-Cup FC Bayern 1
Landesmeister-Cup FC Bayern 10
Ligapokal FC Bayern 12
Länderspiele Deutschland 8
EM 1972 Deutschland 5

 

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zij/news.de/dpa

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