Sicherheit im Fußball Fans demonstrieren vor Topspielen

Pyrotechnik im Stadion
Freudenfeuer oder Brandherde?
Eintracht Braunschweig - Fortuna Duesseldorf (Foto) Zur Fotostrecke

Fußball-Fans haben ihrem Widerstand gegen das DFL-Sicherheitskonzept mit Protestmärschen noch einmal Nachdruck verliehen. Die Politik drängt die Vereine trotzdem, das Konzept am Mittwoch zu beschließen. Doch das Ja der Clubs scheint keinesfalls sicher.

Mehrere tausend Fußballfans haben mit Protestmärschen gegen das geplante Sicherheitskonzept der Deutschen Fußball Liga (DFL) demonstriert. In Dresden trugen vor der Partie gegen den VfL Bochum rund 850 Fans symbolisch die Fankultur zu Grabe.

In Augsburg protestierten vor dem Spiel gegen Bayern München Fans beider Mannschaften mit Plakaten wie «Zum Erhalt der Fankultur» oder «Was wir fordern ist nicht viel - Selbstbestimmung bleibt das Ziel».

In Paderborn beteiligten sich vor der Partie gegen Hertha BSC rund 1000 Fans an einem Protestmarsch zum Stadion. «Fanrechte wahren» oder «Fußball lebt durch seine Fans» hieß es auf den Plakaten beim Protestmarsch in Dortmund. Am Freitagabend hatten in Berlin rund 750 Fans von Union Berlin und Kaiserslautern demonstriert. Auch in Duisburg, Hannover und Köln sollte es Demonstrationen geben.

Zu Beginn der Partien in der ersten und zweiten Liga wollten die Fans erneut für zwölf Minuten und zwölf Sekunden schweigen. Das DFL-Sicherheitspapier soll am Mittwoch von den Profi-Vereinen beschlossen werden. Die Fans wehren sich seit Wochen gegen die verschärften Sicherheitsbestimmungen.

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Umstrittenes Sicherheitskonzept droht zu scheitern

Am Mittwoch sollen die 36 Profi-Clubs über das DFL-Papier Sicheres Stadionerlebnis abstimmen. Die Innenminister von Bund und Ländern hatten die Vereine mit Nachdruck aufgefordert, das Konzept zu verabschieden und umgehend umzusetzen. Eine Reihe von Clubs äußerte jedoch Bedenken. Der Vorstandschef des Hamburger SV, Carl-Edgar Jarchow, sagte dem Nachrichtenmagazin Focus: «Wir hatten zu wenig Zeit, das Konzept mit unseren Fans zu besprechen.»

Auch VfB Stuttgarts Sportdirektor Fredi Bobic betonte: «Druck in die Pipeline zu bringen, halte ich für falsch.» Der VfB lehne das Papier nicht grundsätzlich ab, habe es aber seinen Fanclubs zur Diskussion freigegeben. Werder Bremens Präsident Klaus-Dieter Fischer machte sich im Focus für einen Aufschub des Beschlusses stark. Es sollten zunächst «Arbeitsgruppen in den Vereinen» gegründet werden, schlug er vor.

Der Vorschlag von NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD), einen Teil der Fußball-Fernsehgelder direkt in Fanprojekte und Stadionsicherheit zu investieren, stößt bei den Clubs hingegen auf Zustimmung. «Die Idee ist nicht uninteressant», sagte Mönchengladbachs Geschäftsführer Stephan Schippers dem Focus. «Man sollte dann aber ein Verfahren anwenden, mit dem honoriert wird, wenn Clubs in dieser Hinsicht schon gute und erfolgreiche Arbeit leisten.» Augsburgs Geschäftsführer Peter Bircks sprach sich ebenfalls für den Vorschlag aus.

Die Innenminister hatten in dieser Woche den Druck erhöht und einen Forderungskatalog vorgelegt. Darin verlangen sie unter anderem eine Verschärfung der Video-Überwachung und der Einlasskontrollen. Die Koordinationsstelle Fanprojekte warf der Innenpolitik daraufhin eine «unnötige Eskalation» vor. Die Vereine würden durch den politischen Druck zu nicht genug durchdachten Maßnahmen getrieben.

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zij/news.de/dpa

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