Maria Höfl-Riesch Dritter Platz nach Abfahrtskrimi

Die Verletzungsmisere der deutschen Speedfahrer hört nicht auf. Nach dem starken Saisonstart ist der WM-Winter für Tobias Stechert mit seinem wohl dritten Kreuzbandriss schon so gut wie beendet. Bei den Damen fuhr Maria Höfl-Riesch ihren zweiten Podestplatz des Winters ein.

Maria Höfl-Riesch scherzte nach Platz drei im Hundertstel-Abfahrtskrimi von Lake Louise neben der alles überragenden Dauerrivalin Lindsey Vonn. Tobias Stechert blieb in Beaver Creek ein glückliches Ende hingegen versagt. Nur eine Woche nach seinem sensationellen fünften Platz ist die alpine Saison für den Oberstdorfer voraussichtlich bereits vorbei.

«Es ist zu 90 Prozent das Kreuzband gerissen und der Tibiakopf verletzt», sagte Alpin-Direktor Wolfgang Maier am Freitag nach dem Aus des 27-Jährigen beim Sieg des Italieners Christof Innerhofer. Stechert griff sich während der Fahrt an das linke Bein, blieb mit schmerzverzerrtem Gesicht im Schnee liegen und sollte direkt nach dem Abtransport mit einem Akja untersucht werden.

In Kanada erkannte Höfl-Riesch die Überlegenheit ihrer amerikanischen Rivalin Vonn im ersten Speed-Rennen des WM-Winters bei einem Riesen-Rückstand von 1,74 Sekunden an. «Am Ende hat die Beste gewonnen, und das nicht zu knapp. Es ist ihr zwölfter Sieg, das ist ihre Strecke», lobte die Doppel-Olympiasiegerin, die sich die Wartezeit im Ziel scherzend neben Vonn vertrieb. Starker Nebel verzögerte das Rennende um mehr als eine Stunde.

Zwar fehlte Höfl-Riesch nur eine Hundertstel auf Vonns Teamkollegin Stacey Cook, sie rettete aber zeitgleich mit der Liechtensteinerin Tina Weirather zumindest den zweiten Podestplatz des Winters und war damit «zufrieden». Gut zwei Wochen nach einem rätselhaften Darmleiden und einem Krankenhaus-Aufenthalt ließ Vonn keine Zweifel an ihrer Extra-Klasse in der Abfahrt.

«Das Adrenalin hat mir sicherlich geholfen, aber ich war schon sehr fertig, als ich ins Ziel gekommen bin», meinte die Olympiasiegerin. Für Vonn war es der 54. Weltcup-Erfolg. Damit liegt sie nur einen Sieg hinter der Schweizerin Vreni Schneider. Auf die Bestmarke von Annemarie Moser-Pröll fehlen ihr noch acht Erfolge. Viktoria Rebensburg durfte sich ebenso wie Gina Stechert, die ihr Comeback nach knapp zwei Jahren gab, über einen Platz unter den besten 15 freuen.

Ganz anders war die Stimmung im deutschen Herren-Team. «Ich bin am Innenski weggerutscht, der Außenski hat gegriffen und ich habe einen Schlag auf das Knie bekommen, scheiße», sagte Stechert, der bis zum verhängnisvollen Schlag bei einem Rechtsschwung wieder sehr schnell unterwegs war. Er hatte sich bereits im Dezember 2009 einen Kreuzbandriss im linken Knie zugezogen, fünf Jahre zuvor war diese Verletzung bereits im rechten Knie diagnostiziert worden.

Mit dem neuerlichen Rückschlag setzt sich die schon fast unheimliche Serie der schweren Verletzungen bei den deutschen Speedfahrern fort. «Es ist sehr frustrierend», meinte Maier. «Immer wenn wir einen hinbringen, bekommen wir wieder einen auf den Deckel.» Schon vor der Heim-WM vor knapp zwei Jahren musste Stephan Keppler in guter Form nach einem Sturz pausieren.

Nach Knieproblemen in der Vorbereitung verpasste der Ebinger auf Platz 35 ebenso wie Josef Ferstl als 34. die Punkteränge. Aus dem deutschen Quartett sicherte sich zumindest Andreas Sander als 28. Zähler. Der Super-G-Weltmeister Innerhofer holte seinen vierten Weltcupsieg vor den Norwegern Aksel Lund Svindal und Kjetil Jansrud.

ham/news.de/dpa

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