Ecclestone verspricht Vettel bleibt Sieger

Die Hoffnungen der Spanier währten nicht lange. Trotz seines umstrittenen Überholmanövers bleibt Sebastian Vettel Formel-1-Weltmeister, Bernie Ecclestone persönlich gab es bekannt. Zuvor hatte Ferrari den Automobilverband gebeten, Vettels Regelübertritt zu prüfen.

Sebastian Vettel: Die Finger-Formel

Ein Brief von Ferrari dürfte Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel mit einem Schlag die Feierlaune verdorben haben. Vier Tage nach dem Saisonfinale in Sao Paulo forderte das Team des WM-Zweiten Fernando Alonso den Internationalen Automobilverband FIA schriftlich auf, ein scheinbar strittiges Überholmanöver von Vettel nachträglich zu prüfen. Eine späte Bestrafung des Deutschen könnte Alonso doch noch zum Titel verhelfen.

Formel 1: Vettels verbotenes Überholmanöver
Video: youtube

Die FIA und Chefvermarkter Bernie Ecclestone sprachen Vettel jedoch wenig später von einem Fehlverhalten frei. «Es wird nichts passieren. Sebastian Vettel ist Weltmeister 2012», wurde Ecclestone von Spiegel Online zitiert. Vettel habe in der fraglichen Situation völlig richtig gehandelt, versicherte auch Rennleiter Charlie Whiting.

Ausgelöst hatten den Wirbel Videos, die erst nach dem Rennen im Internet an die Öffentlichkeit drangen. Einige scheinen zu zeigen, wie Vettel regelwidrig unter gelben Flaggen den Franzosen Jean-Eric Vergne vom Schwesterteam Toro Rosso überholt. «Von all den bemerkenswerten Neuheiten in der Formel 1 wäre dies etwas ganz Besonderes: Ein Gerichtsverfahren per Internet», urteilte mit einigem Spott die Londoner Times.

Streckenposten schwenkt grüne Fahne

In einem der Videos ist auch zu erkennen, dass ein Streckenposten grüne Flaggen schwenkt, bevor Vettel zum Überholen ansetzt. Die grünen Signallampen kommen aber erst später. «Wenn die Ampeln nicht an den Flaggenposten installiert sind, dann gilt für den Fahrer das erste Signal, das gezeigt wird», erklärte Renndirektor Whiting auto, motor und sport.de. «In Vettels Fall wurde zwischen der letzten gelben Ampel und der grünen Ampel eine grüne Flagge geschwenkt. Der Abstand beträgt hier 350 Meter. Vettel hat auf die Flagge reagiert und alles richtig gemacht.»

Verstöße gegen gelbe Flaggen werden in der Königsklasse des Motorsports normalerweise mit einer Durchfahrtsstrafe geahndet. Nachträglich - bislang aber immer noch am Renntag - werden für gewöhnlich 20-Sekunden-Strafen verhängt. Das würde im Fall von Vettel bedeuten, dass er hinter Michael Schumacher und Vergne auf den achten Rang rutschen würde. Damit wäre der Drei-Punkte-Vorsprung auf Alonso dahin und der Spanier mit einem Zähler Vorsprung Weltmeister.

Manche vermuten daher auch, dass Alonso hinter dem Aufbegehren der Scuderia steckt. «Ich brauche keine Wunder, ich mache meine Wunder mit richtigen Gesetzen», hatte der 31-Jährige jüngst getwittert und damit die Spekulationen erst in Fahrt gebracht. Bis diesen Freitag hat Ferrari noch Zeit für einen Protest, mit dem die Resultate von Sao Paulo angefochten werden könnten.

Kann Vettel seinen Triumph groß feiern?

Sollte es zu dem Einspruch kommen, müsste das Berufungsgericht der FIA entscheiden. «Flaggen-Krimi um Vettel. Steht der WM-Titel zur Diskussion?», schrieb bereits die italienische La Gazzetta dello Sport.

Für Vettel kamen die Nachrichten zur Unzeit. Erst am Mittwoch hatte es Gerüchte um eine vorzeitige Vertragsverlängerung gegeben, die vom Team aber umgehend ins Reich der Märchen verwiesen wurden. Am Samstag will Vettel seinen Triumph mit einem Showrun in Graz feiern und damit die Party-Tour 2012 fortsetzen. Kommt es aber zum Protest, wäre sein dritter WM-Triumph unter Vorbehalt.

Die Aussichten auf einen Erfolg von Ferrari erscheinen allerdings gering. «Die Rennleitung war in jeder Phase während des Rennens über alles informiert. Sie haben klare Entscheidungen getroffen. Es gab auch keinen Protest nach dem Rennen in der dafür vorgeschriebenen Zeit», erklärte Ecclestone. Auch Alonso meldete sich am Donnerstag wieder zu Wort. Er twitterte ein Bild von einem Traumstrand und schrieb dazu schlicht: «Schöner Platz, um Batterien zu laden.»

iwi/news.de/dpa

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Leserkommentare (3) Jetzt Artikel kommentieren
  • hans3416
  • Kommentar 3
  • 19.04.2013 12:29

Vettl ist und bleibt der Bste aller Zeiten. Mir gefält sein draufgängerlustiges Gasgeben, hemmungsloß und frei,so muß man sein Bravo Vettl so bist du ein Star und nicht mit verklemmte Eier herumlaufen. Gib Gas, zeig es Ihnen was du drauf hast,ich bin mir sicher du fährst auch weiter und wenn der Gaskabl bricht , und das ist gut so.

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  • Huddl
  • Kommentar 2
  • 01.12.2012 08:39

Selbsverständlich ist er der Weltmeister. Wenn man bedenkt welche Schwierigkeiten er anfangs hatte, sich vorgearbeitet hat, wie Ferrari gelinkt hat (Getriebe), usw. Dann im letzten Rennen zuerst Letzter und dann... ? Der Alonso ist ein arroganter "Saubua", und zudem ein schlechter Verlierer. - Er kann nicht gegen Vettel. Alonso vergnügt sich, während Vettel an sich arbeitet. Und dann heult der Arsch und versucht wieder mit Tricksen (Unterstellungen) sich den Weltmeistertitel doch noch zu ergaunern. - Welch ein mieser Karakter. ...

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  • F1-Fan
  • Kommentar 1
  • 30.11.2012 15:33

Was soll man sagen: typisch Alonso und Ferrari - typisch Spanier und Italiener im Sport. Jammern, Weinen und Protestieren, wenn es rein sportlich nicht klappt. Wenn Alonso den Vettel von der Strecke drängt ist das OK. Wenn Vettel exakt ans gleiche an der selben Stelle ein Jahr später umgekehrt tut, wird gejammert, geweint und protestiert. Tja, und wenn gar nichts hilft, wird halt "ein Wunder aus korrekten Regeln" versucht. Na ja, Sportsman ist was anderes - ist ja auch englisch und nicht spanisch!

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