NHL-Star Christian Ehrhoff Warum er ohne Gehalt für Krefeld spielt

Christian Ehrhoff spielt ohne Vergütung für seinen alten Verein, die Krefeld Pinguine. (Foto)
Christian Ehrhoff spielt ohne Vergütung für seinen alten Verein, die Krefeld Pinguine. Bild: dpa

Corina BroßmannVon news.de-Redakteurin und news.de-Mitarbeiter Thomas Lingscheidt
Im Profisport geht es nur noch um Geld und eiskalte Manager treiben ihre Schützlinge von einem Knebelvertrag in den nächsten? Weit gefehlt. Im Eishockey scheint es noch anders zuzugehen. So spielt momentan ein echter NHL-Superstar bei den Krefeld Pinguinen. Für lau!

Christian Ehrhoff, der eigentlich den Buffalo Sabres gehört, unterstützt zur Zeit die Krefeld Pinguine. Er nutzt die NHL-Lockout-Phase, die entstand, weil Klubbesitzer und Spielergewerkschaft über einen neuen Tarifvertrag streiten und die Profis ausgesperrt wurden. Für sein Engagement bei seinem alten Verein bekommt er keinen Cent. «Der Klub hat genug damit zu tun, die Versicherungssumme für mich aufzubringen», erklärt der in Moers geborene 30-jährige Familienvater.

Schon diese 20.000 Euro im Monat sind für den kleinen Club kaum aufzubringen. Eine Spendenaktion der Fans machte aber zumindest das möglich. Ehrhoff aber 7,5 Millionen im Jahr zu zahlen wie es die Buffalos tun – undenkbar. Für Ehrhoff kein Grund, sich einen anderen Verein zu suchen. Er will dem Team, bei dem er soviel gelernt hat und das ihm so die US-Karriere erst ermöglichte, etwas zurückgeben. Er sagt: «Ich bin aus Dankbarkeit hier. Mein Herz schlägt für den Verein. Meine Familie wohnt hier. Meine Tochter geht hier in den Kindergarten. Wir fühlen uns einfach wohl hier.»

Wie lang Ehrhoff noch in Deutschland spielt, ist nicht abzuschätzen. Die Situation in der NHL scheint festgefahren und eine schnelle Lösung ist nicht zu erwarten.

Vielleicht schafft er es noch - bis es in den USA wieder losgeht -, dem deutschen Eishockey etwas mehr Glamour zu verleihen?

News.de gegenüber hat Christian Ehrhoff erklärt, warum Eishockey in den Vereinigten Staaten so viel populärer ist als bei uns:

Ehrhoff: «Das sind zwei völlig verschiedene Fankulturen. Hier in Deutschland gibt es ja diese Schlachtrufe, die jeder Verein hat und auch richtig Stimmung ins Stadion bringen. So was ist man in meinen Augen in Nordamerika gar nicht gewohnt. Da ist eher Entertainment angesagt. Wenn da auf dem Videowürfel angezeigt wird, dass man in die Hände klatschen soll, dann kommt schon mal Stimmung im Stadion auf, aber von den Fans richtig angefeuert zu werden, so wie das hier ist, ist doch eher selten.»

Und wie sieht es mit der Entwicklung der Popularität der DEL (Deutsche Eishockey Liga) aus?

Ehrhoff: «Ich denke, da ist noch ein wenig Platz nach oben. Wir sind noch nicht da, wo wir vielleicht sein könnten. Aber es ist schon mal ein guter Anfang gemacht, z.B. indem ServusTV seit Kurzem Eishockey live überträgt. Ich denke, das wird über die nächsten Jahre noch ausgebaut werden. Mit dem Fußball können wir uns in Deutschland leider nicht vergleichen. Das hängt natürlich auch mit den guten Leistungen der Nationalmannschaft zusammen. Wir müssen halt schauen, dass wir uns als zweite Sportart langfristig etablieren können.»

brc/koj/news.de

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