Bundesliga Bayerns Remis bleibt folgenlos

Der Siegeszug der Bayern durch fremde Stadien ist vorerst gestoppt. Beim 1:1 in Nürnberg musste sich der Spitzenreiter erstmals mit einem Remis begnügen. Doch die Niederlage des Verfolgers FC Schalke half über den Dämpfer hinweg.

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Schon auf dem Heimweg aus Nürnberg verrauchte der Ärger. Die frohe Kunde vom Patzer des ersten Verfolgers sorgte beim Tabellenführer aus München für Erleichterung. «Torschrei im Bayern-Bus! 2:0 für Leverkusen gegen Schalke. Stimmung jetzt besser», twitterte Bayern-Mediendirektor Markus Hörwick. Dank der Niederlage des Revierclubs konnte der Spitzenreiter seinen Vorsprung auf den Tabellenzweiten aus Gelsenkirchen sogar noch auf acht Punkte ausbauen - trotz des dürftigen 1:1 beim am Ende dezimierten 1. FC Nürnberg.

Nach fünf Zu-Null-Siegen in den ersten fünf Auswärtspartien musste sich die Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes am 12. Spieltag im Derby mit einem Remis begnügen. Doch das Ende der famosen Serie ließ sich aufgrund des Schalker Niederlage leichter verschmerzen. «Das ist kein Beinbruch. Man kann einfach nicht alle Spiele gewinnen», resümierte Jupp Heynckes gelassen.

Anders als in den bisherigen Versuchen sorgte die vom Coach vorgenommene Rotation von Leistungsträgern diesmal für einen Leistungsabfall. Zudem geriet Torwart Manuel Neuer unfreiwillig in den Mittelpunkt. Nach 496 gegentorlosen Saisonminuten auf fremden Plätzen kassierte er seinen ersten Auswärtsgegentreffer. Den Distanzschuss von Markus Feulner zum 1:1 bezeichneten viele Experten als haltbar. Das sah der Nationalkeeper jedoch anders: «Es war ein sehr schwieriger Ball für mich, weil er rechts an Dante vorbei geht und eine komische Flugkurve bekommt.»

Kollektives Versagen auf Schalke

Wirklich schlecht war die Stimmung dagegen beim FC Schalke. Erbost attestierte Trainer Huub Stevens seinen Profis im Anschluss an das 0:2 im Spitzenspiel bei Bayer Leverkusen «kollektives Versagen». «Wir haben gebettelt, um zu verlieren», schimpfte der erregte Niederländer. Nur zwei Wochen nach dem 2:3 in Hoffenheim kassierte sein Team die zweite Auswärtsschlappe. Der Platzverweis von Kyriakos Papadopoulos (82.) schlug dem Coach zusätzlich aufs Gemüt: «Ich hätte neun Spieler auswechseln können - und von den zwei übrigen hat einer noch die Gelb-Rote-Karte bekommen.»

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Während der Partie lief nur Stevens zur Hochform auf. So scheuchte er die ausgewechselten Lewis Holtby und Jefferson Farfan wutentbrannt in die Kabine. Manager Horst Heldt versuchte, die Wogen zu glätten: «Die beiden waren erhitzt. Huub hat sie zum Duschen geschickt, damit sie sich nicht erkälten.»

Nutznießer des Wochenendes waren Frankfurt und Dortmund. Die Eintracht festigte mit einem 4:2 über Schlusslicht Augsburg den dritten Tabellenplatz. Zum bereits dritten Mal in dieser Saison gelang Alexander Meier ein Doppelpack. Damit hat der 29 Jahre alte Mittelfeldspieler neun Tore in zwölf Spielen erzielt.

Mario Götze mit Glanzvorstellung

Beim 3:1 des BVB über Greuther Fürth setzte Mario Götze das Glanzlicht. Wie ein Routinier tanzte der Jungstar bei seinem Treffer zum 3:1 erst Keeper Max Grün aus und ließ dann Heinrich Schmidtgal alt aussehen. «Es war sicher einer meiner schönsten Treffer», befand der Nationalspieler, kommentierte die Tabellensituation aber weniger euphorisch: «Wir tun gut daran, auf uns zu schauen. Schließlich haben wir zu Saisonbeginn viele Punkte liegen lassen.»

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Am Tabellenende stehen die Augsburger und Fürther unter Zugzwang. «Die Tabelle lügt nicht», sagte FCA-Abwehrspieler Sebastian Langkamp. Nach der vierten Niederlage muss Trainer Markus Weinzierl ernsthaft um seinen Arbeitsplatz bangen. «Fragen über Neuzugänge, die vor meiner Zeit gekommen sind, müssen sie dem Trainer stellen», kommentierte Manager Jürgen Rollmann vielsagend.

Im Vergleich zu Weinzierl muss sich Mike Büskens noch keine Sorgen um seinen Job machen. Obwohl Fürth seit zehn Spielen sieglos ist, stellt ihn keiner infrage. Immerhin leistete sein Team dem Meister bis zum Zaubertor von Götze beachtliche Gegenwehr. «Wenn du hier als Aufsteiger bestehen willst, musst du einen perfekten Tag erwischen. Den hatten wir leider nicht,» klagte der Coach.

 

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sca/news.de/dpa

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