Nationalelf Team mit zwei Gesichtern

Fußball
Berühmte Treffer in letzter Minute

Von news.de-Redakteur , Berlin
Die deutsche Nationalelf ist weiter mit der Selbstfindung beschäftigt. Einerseits kann sie offensiv wieder tollen Fußball spielen, andererseits bricht das fragile Gebilde bei der ersten ernsthaften Gegenwehr auseinander. Löw muss endlich die vielen Debatten auch innerhalb des Teams diskutieren.

«Jetzt weiß jeder, dass ein Spiel nicht 60, sondern 90 Minuten dauert», sagte Bastian Schweinsteiger in den Katakomben des Berliner Olympiastadions. Dass «Schweini» & Co. die alte Herberger-Weisheit erst nach einem verspielten 4:0-Vorsprung gegen Schweden verstehen lernen, ist allerdings mehr als verwunderlich. Genau wie die gesamte Partie ein Rätsel ist.

So begeisternd die deutsche Elf in der ersten Stunde Fußball spielte, so stark ließ sie daraufhin nach. Im Grunde stellte sie den Dienst ein, als Schweden wagte, ebenfalls mitzuspielen. Wie ein psychisch kranker Patient, dessen Stimmungslage innerhalb weniger Minuten zwischen Extremen schwanken kann, zeigten die Deutschen innerhalb kürzester Zeit ihre zwei Gesichter. Es muss die Aufgabe von Jogi Löw sein, dem Team diese Janusköpfigkeit auszutreiben.

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Zauber und Disziplin vereinen

Dazu muss der Bundestrainer auch seine Prinzipien überdenken. In einigen Situationen ist es einfach klüger, sich auf die Defensivarbeit zu beschränken und nicht immer weitere Offensivspieler einzuwechseln, in der Hoffnung, die Mannschaft fände zurück ins Spiel. Löw jedoch kann in diesen Situationen - hilflos oder stur? - genauso wenig reagieren wie seine Mannschaft. Vom Kombinations- in den Kampfmodus zu schalten gelingt Lahm & Co. nicht.

Zauber und Disziplin vereint, so wie die Spanier das als einzige Mannschaft der Welt perfekt vormachen, sind der Schlüssel zu Titeln. Doch aktuell ist die DFB-Auswahl mit ihrer naiven Spielweise weit weg von großen Erfolgen.

Dafür müssen Löw und Bierhoff die Führungsstrukturen innerhalb der Mannschaft wieder stärken. Es ist zu augenfällig, dass sich keiner gegen eine drohende Niederlage oder einen Rückstand aufbäumen kann. Die Debatten um Mentalität und Moral müssen auch innerhalb der Mannschaft eine Rolle spielen und nicht nur auf den Pressekonferenzen. Wenn eine Mannschaft eine 4:0-Führung vergeigt, ist das auch eine Niederlage des Teamgeistes. Daran muss Löw genauso feilen, wie an taktischen Dingen.

kru/news.de

Leserkommentare (5) Jetzt Artikel kommentieren
  • heinrichIV
  • Kommentar 5
  • 20.10.2012 13:36
Antwort auf Kommentar 4

wolf ! Gut gesagt. JA, weil alle sich und auch die Gegner lieben müssen, fehlt zwangsläufig auch der Kampfgeist. Auch Bundeswehrsoldaten werden zur Liebe erzogen, und sollen später als Kindergärnter arbeiten gehn. Da wundert nicht, dass alle nen eigenen Psychiater benötigen, um durchzustehn, ha, ha, ha

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  • wolf
  • Kommentar 4
  • 18.10.2012 20:47

Da laufen 11 ängstliche Mädchen über das Fußballfeld, die den Ball wunderbar beherrschen und beim Abspiel und bei den Toren für Begeisterung sorgen. Aber wehe, es spielen andere mit, die das auch können und auch zeigen. Dann machen sich diese Mädels aus Angst in die Hose, klemmen die Hände zwischen die Beine und schämen sich. Gegen richtig gute Spieler kommen diese "Mädels" nicht durch, die sind viel zu lieb und ohne Pfiffigkeit und Raffinesse. Und der Trainer ist die Fehlentscheidung schlechthin. So klappt das nie! Löw kann es nicht - nehmen wir den aus Dortmund! Der kann´s!

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  • heinrichIV
  • Kommentar 3
  • 17.10.2012 16:59

Für eine Nation bei der Leisetreten zur Staatsreson gehört, darf es keinen Kampfmodus und echten Teamgeist geben. Das ist politisch nicht gewünscht...sonst werden wir wieder als Übermenschen gescholten. Würden wir bei nächster WM einen der hinteren Plätze belegen, wär das gut für unser Leisetreter-Image, welches schon seit 60 Jahren gepflegt wird. Deshalb nach dem Motto: Wir zeigen was wir könnten...danach wird der Gang runtergeschaltet. So gefällt es Frau Merkel und Konsorten. So wirds auch praktiziert, ha, ha,

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