Absichtliches Handspiel? Gebt den Schiris Hilfsmittel zur Hand

Fußball
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Von news.de-Redakteur
Handlungsbedarf beim Handspiel: Borussia Dortmund fühlt sich nach einem grandiosen Champions-League-Spiel bei Manchester City wegen eines umstrittenen Elfmeterpfiffs um den Sieg betrogen. Dem Schiedsrichter ist kein Vorwurf zu machen. Stattdessen müssen endlich moderne Hilfsmittel her.

Pavel Kralovec sah nur den ausgestreckten Arm des Dortmunder Abwehrspielers Neven Subotic - etwa 80 Grad vom Körper abgespreizt - und entschied auf Strafstoß wegen absichtlichen Handspiels, in der 90. Minute. Durch diesen spielentscheidenden Pfiff des Unparteiischen aus Tschechien wurde der BVB trotz des besten Saisonspiels nur mit einem statt mit den verdienten drei Punkten belohnt. Trotz des grandiosen Auftritts fühlte sich das 1:1 für die Dortmunder wie eine Niederlage an.

Pechvogel Subotic, vom eingewechselten Sebastian Kehl erst in diese Notlage gebracht, beteuerte nach der Partie, den Ball nicht absichtlich mit der Hand gestoppt zu haben. Dennoch kann man dem Referee keinesfalls einen Vorwurf machen. Wer will schon in Sekundenbruchteilen entscheiden, ob das Handspiel mit Absicht erfolgte oder der Spieler nur angeschossen wurde. Wie in sonst keiner anderen Spielsituation ist das Regelwerk in diesem Fall äußerst schwammig. Denn das Problem ist ein generelles: Ob einer etwas vorsätzlich tut oder nicht, lässt sich beim bloßen Betrachten einer Situation nie abschließend klären.

Die einfachste Methode: Arm anlegen

«Ein Handspiel liegt vor, wenn ein Spieler den Ball mit seiner Hand oder seinem Arm absichtlich berührt», heißt es in den Regeln. Der Schiedsrichter solle diese Absicht anhand der Bewegung der Hand zum Ball (und nicht des Balles zur Hand), der Entfernung zwischen Ball und Gegenspieler sowie der Position der Hand bewerten. Dabei ist es schier unmöglich, dies ohne Zeitlupen-Bilder zu tun. Wenn man also schon die schwammigen Absichts-Formulierung bemüht, müsste ein fünfter Offizieller die TV-Bilder der strittigen Szene sichten und den Referee bei der Entscheidung für oder gegen ein absichtliches Handspiel unterstützen.

Handspiel im Strafraum kategorisch abzupfeifen, ist auch keine Lösung, da sonst die Möglichkeit besteht, dass die Kicker ihre verteidigenden Gegenspieler absichtlich anschießen. Am sichersten ist es also gegenwärtig, wenn die Abwehrspieler - wie Oliver Kahn richtig bemerkte - den Arm im Strafraum immer komplett anlegen, sodass absichtliches Handspiel ausgeschlossen werden kann. Bei unerwarteten Bewegungen ist das freilich leichter gesagt als getan.

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mea/news.de

Leserkommentare (2) Jetzt Artikel kommentieren
  • Thatsit
  • Kommentar 2
  • 11.10.2012 04:43

Die Deutschen und auch die Hollaender wissen bis heute nicht, wie man sicher Welt oder Europameister wird.Wieviele Spiele und Siege wurden verpfiffen.Weshalb straeubt sich Platini mit Haenden und Fuessen gegen High Tech auf dem Spielfeld..Alles Geld der Spanier und Italiener ist dann nichts mehr wert.

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  • RAGNAROEKR
  • Kommentar 1
  • 04.10.2012 17:12

Die Handspiel-Regelung ist eindeutig. Die Hand muss zum Ball gehen und nicht umgekehrt. Wenn das ein Schiri nicht beurteilen kann, weil er z.B. ungünstig steht, dann kann er nicht Hand entscheiden. Denn ein Schiri fällt Tatsachenentscheidungen und das sind solche, die von ihm sinnlich wahrgenommen wurden. Gerade das konnte der Schiri in diesem Fall nicht und daher durfte er nicht einen Elfer pfeifen. Die Frage kann daher nicht lauten, wie die Überzeugungsbildung der Schiris verbessert werden kann, sondern dass sie nur das pfeifen dürfen, was sie gesehen haben.

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