Ski alpin Höfl-Riesch: Buch eine «Herzensangelegenheit»

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Höfl-Riesch: Buch eine «Herzensangelegenheit» Bild: dpa

München - Das zweite Buch war Maria Höfl-Riesch eine «Herzensangelegenheit». Einen Monat vor dem Saisonstart am 27. Oktober im österreichischen Sölden stellte die Skirennfahrerin im Herzen Münchens ihre Autobiografie «Geradeaus - Höhen und Tiefen meines Lebens» vor.

Die Idee habe sie schon länger gehabt, berichtete die 27-Jährige. Sie möchte mit dem Buch ein paar Dinge aus ihrer Sicht klarstellen. Die Präsentation auf der Dachterrasse eines Nobelhotels begann allerdings mit ein paar Tränchen. Die über 90 Jahre alte Oma sei gerade gestürzt, erklärte Maria Höfl-Riesch betroffen. Wieder gefasst redete die Gesamtweltcupsiegerin danach mit Medienvertretern über das Buch.

«Es war einfach eine Herzensangelegenheit, die eine oder andere böse Geschichte aus der Welt zu räumen», erklärte Höfl-Riesch, die nach der vergangenen Saison nach eigenen Worten gar über ein vorzeitiges Karriereende nachgedacht hatte. Der Sommer 2006, als die Sportlerin vom SC Partenkirchen verletzt war, und die vergangene Saison seien die «beiden härtesten Jahre» gewesen.

«Körperlich war ich ganz okay drauf, vom Kopf her war ich am Ende», gestand die Slalom-Weltmeisterin von 2009 am Mittwochabend. Auf den Turks- und Caicosinseln im Atlantik setzte sie sich im Urlaub gemeinsam mit Ehemann Marcus Höfl mit dem Thema auseinander und «relativ schnell» stand fest, dass die 23-malige Weltcupsiegerin ihre Karriere fortsetzt. «Es macht mir zu viel Spaß», sagte sie. «Ich bin eine Kämpferin und will mich durchbeißen.»

In der Vergangenheit hatte sie sich über Aussagen von Verbandsvertretern und über Medienberichte geärgert, darunter auch über Artikel zu ihrem Gewicht. In der vergangenen Saison war sie leichter als in den Jahren zuvor an den Start gegangen, dafür hatte sie letztlich gesundheitliche Probleme angeführt. Diese hat sie jetzt im Griff. Bei den Gesprächen mit Blick auf Rathaus und Frauenkirche und den in der Ferne im diffusen Licht durchschimmernden Alpen wirkte ihre Statur stabiler als vor einem Jahr.

Vom 1. Oktober an soll das Buch verkauft werden, bis dahin wird ein Teil schon vorab in der «Bild»-Zeitung zu lesen gewesen sein. Am Donnerstag wurden dort Passagen abgedruckt, in denen sie den harten Umgang ihres früheren Trainers Mathias Berthold mit ihr schildert.

Berthold selbst hielt sich zurück. «Ich weiß nicht, was sie geschrieben hat», sagte der aktuelle Cheftrainer von Österreichs Alpin-Herren am Donnerstag. «Klar bin ich oft mal hart gewesen. Aber von einer Ausnahmeathletin verlangt man auch viel.» Unter ihm als Damen-Chef feierte Höfl-Riesch ihre größten Erfolge, wurde Weltmeisterin und Olympiasiegerin.

Nach über drei Wochen Training in Neuseeland und zwei Wochen in Chile gönnte sich die Gesamt-Weltcup-Dritte der Vorsaison kürzlich eine Woche zum Ausspannen am Gardasee, ehe es in die heiße Phase vor Sölden geht. Bei Fragen zur Form oder Saison-Prognosen hielt sie sich zurück. Sie sei «weder in Superhochform» noch könne man sagen, «dass es überhaupt nicht läuft. Es ist so, wie es sein sollte».

news.de/dpa

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