3:3 in Frankfurt Dortmund versagen die Abwehrkräfte

Bundesliga-Finale
Die irrsten Spiele der Saison 2011/12

Ullrich KroemerVon news.de-Redakteur
Das Immunsystem des BVB ist heftig angegriffen: Beim 3:3 in Frankfurt offenbarte der Double-Champion erneut klaffende Defensivlücken. Da helfen auch Jürgen Klopps Wutausbrüche nicht. News.de erklärt, woran es bei den Schwarz-Gelben derzeit mangelt.

Ob Jürgen Klopp geahnt hat, dass zwei Tore nicht genügen würden, um dieses Spiel bei Aufsteiger Frankfurt zu gewinnen? Als Marco Reus in der 28. Minute das 2:0 erzielte, explodierte Klopp wie gewohnt an der Außenlinie. Jedoch huschte während des Freudentanzes kein Lächeln über das Gesicht des Meistertrainers, stattdessen starrte Klopp nach wenigen Sekunden wieder mit gefletschten Zähnen und entrücktem Blick auf das Spielfeld.

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Und tatsächlich genügte dem Double-Champion der Vorsaison auch ein drittes Tor durch Mario Götze nicht, um drei Punkte aus Frankfurt mitzunehmen. Frankfurt glich in der 78. Minute durch Verteidiger Anderson aus - zum 3:3-Endstand. Hätte der BVB bei dem Fußball-Spektakel erneut getroffen, Klopp wäre wohl einmal um den Platz gelaufen und hätte unterwegs noch alle vier Eckfahnen aufgefressen. So musste er sich damit begnügen, den vierten Offiziellen Guido Kleve aus zehn Zentimetern anzuschreien, was ihm noch den Platzverweis einbrachte. Als «Kloppo» sich wieder beruhigt hatte, sagte er Bild.de: «Ich habe gesagt: Das war Foul, das war Foul. Das scheint zu viel gewesen zu sein.»

Bundesliga
Kloppos Ausraster

BVB-Coach Klopp: «Sechs Gegentore in zwei Spielen, das ist kein Spaß»

Eingehender als mit Klopps emotionalen Befindlichkeiten muss sich Borussia Dortmund derzeit mit seiner Abwehr beschäftigen. Die «Pöhler»-Kappe tief ins Gesicht gezogen, sagte Klopp nach der Partie: «Wir haben schon ganz viele Phasen gehabt, seit ich hier Trainer bin, eine mit ganz vielen Gegentoren war noch nicht dabei. In zwei Spielen sechs Gegentoren zu kriegen, das ist kein Spaß.» In den vergangenen beiden Meister-Jahren fing sich Dortmund in jeweils 34 Spielen lediglich 22 (2011) und 25 Gegentore ein, die Grundlage für das famose Offensivspiel der Schwarz-Gelben. Aktuell ist von der einstigen Stabilität nicht mehr viel übrig.

Auffällig dabei ist, dass sechs der bislang acht Gegentore dieser Saison fielen, als «Sechser» Ilkay Gündogan wegen einer Grippe fehlte. Das Duo Sebastian Kehl und Moritz Leitner hat im defensiven Mittelfeld nicht den Zugriff auf das Spiel, um Chancen des Gegners bereits vor der Entstehung im Keim zu ersticken.

Frankfurt schlägt den BVB mit dessen Mitteln

Klopps Spiel beruht auf schnellem Umschaltspiel, sowohl in der Offensive als auch in der Defensive. Dabei müssen nach Ballverlust auch die Offensivspieler ein hohes Maß an Abwehrarbeit verrichten. Durch die komplett neue Offensivreihe mit Neuzugang Marco Reus, Rückkehrer Mario Götze und Ivan Perisic, der derzeit für Kevin Großkreutz spielt, stimmen die Automatismen nicht. So fällt es Gegnern wie Frankfurt derzeit leicht, die Borussia mit ihren eigenen Mitteln zu schlagen: schnellem Umkehrspiel, tödlichen Pässen in die Nahtstellen der Abwehr und extrem wenig Ballkontakten bis zum Torabschluss.

Gegen Frankfurt ließ der BVB 14 Torschüsse zu. Die Treffer zum 1:2 durch Stefan Aigner und zum zwischenzeitlichen 2:2-Ausgleich durch Takashi Inui sind Paradebeispiele für die derzeit überforderte Dortmunder Viererkette. Inui konnte beim ersten Treffer unbedrängt auf Aigner auflegen, der ließ den formschwachen Marcel Schmelzer aussteigen und der derzeit unglückliche Mats Hummels kam wie auch bei der Flanke zum 2:2 zu spät. Weil der BVB zu weit aufgerückt war, schraubte «Kopfballungeheuer» Takashi Inui seine 1,69 Meter völlig unbedrängt in die Höhe und traf per Kopf. So düpiert wurde Dortmund in den vergangenen zwei Jahren höchstens in der Champions League.

Viel Arbeit für Jürgen Klopp - und wenig Zeit, denn bereits am Samstagabend ist Borussia Mönchengladbach zu Gast in Dortmund. Mal schauen, wie viele Tore der BVB dann erzielen muss, um mal wieder als Sieger vom Platz zu gehen. In Frankfurt waren drei eigene Treffer zu wenig.

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iwi/news.de

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