Heiß auf Dortmund Keine Zwietracht bei der Eintracht

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Von Lars Reinefeld und Heinz Büse
Verkehrte Welt beim Spitzenspiel: Während Meister Borussia Dortmund nach der Niederlage in Hamburg leicht angeknockt nach Frankfurt reist, strotzt das Überraschungsteam der Eintracht vor Selbstvertrauen. Mit vier Siegen ist noch nie ein Aufsteiger in die Fußball-Bundesliga gestartet.

Verrückte Bundesliga: Rein tabellarisch gesehen reist Borussia Dortmund als Außenseiter nach Frankfurt. Die Eintracht berauscht sich an sich selbst, jetzt soll der Deutsche Meister dran glauben. «Wir spielen auch gegen Dortmund auf drei Punkte», kündigte Eintracht-Mittelfeldspieler Sebastian Rode keck an. «Wir sind im Moment zu allem fähig.» Ganz Frankfurt fiebert dem Gastspiel der Schwarz-Gelben entgegen, es wird die erste Meisterprüfung für den unerschrockenen Aufsteiger.

Allerdings muss Eintracht-Coach Armin Veh sein Erfolgsteam erstmals umbauen. Stürmer Olivier Occean fällt wegen einer Verletzung am Oberschenkel aus, für ihn wird wohl der Österreicher Erwin Hoffer in der Startformation stehen. Noch fraglich ist der Einsatz von Kapitän Pirmin Schwegler, der sich gegen Nürnberg eine schwere Gesichtsverletzung zugezogen hat. «Bei ihm stehen die Chancen 50 zu 50», sagte Veh.

Doch bislang steckten die Frankfurter alle Rückschläge wie eine Spitzenmannschaft weg. Schwegler sagt daher auch: «Wir haben uns so ein Spiel wie gegen Dortmund redlich verdient.» Bei aller Euphorie wissen Spieler und Verantwortliche den verheißungsvollen Saisonstart aber weiter richtig einzuordnen. «Wir genießen, was gerade passiert, wissen aber genau, wo wir hingehören und welchen Zweck die zwölf Punkte haben», sagte Sportdirektor Bruno Hübner.

Trotz Euphorie bitteren Abstieg nicht vergessen

Auch der stets vorsichtige Vorstandsboss Heribert Bruchhagen mahnt und verweist auf die Saison 2010/11. Damals stürmte die Eintracht mit einem 1:0 gegen Dortmund auf Rang sieben und Tuchfühlung zu den Europa-League-Plätzen in die Winterpause - um ein halbes Jahr später durch eine Niederlage beim BVB den bitteren Gang in die Zweite Liga antreten zu müssen. Einen derartigen Einbruch wie damals kann man sich bei der neuen Eintracht derzeit allerdings nicht vorstellen.

Die Dortmunder haben deshalb großen Respekt vor den Hessen. «Die Eintracht ist beseelt vom guten Start. Sie hat die richtigen Transferentscheidungen getroffen und aus dem Abstieg das Beste gemacht», sagte Dortmunds Trainer Jürgen Klopp. Doch die Eintracht sieht sich weiter als Außenseiter. «Dortmund ist zusammen mit Bayern München das Nonplusultra in der Bundesliga», sagte Veh. «Das ist eine sehr gute Mannschaft, die im Normalfall nicht zweimal hintereinander verliert.»

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Beim BVB hofft man, dass die unnötige Niederlage beim Hamburger SV nur ein Ausrutscher und ein Warnschuss zur rechten Zeit war. «Wir haben das Gefühl, etwas gutmachen zu wollen - und zwar unbedingt», sagte Klopp nach der ersten Niederlage nach zuvor 31 ungeschlagenen Partien.

Der Titelverteidiger bangt noch um das Mitwirken von Ilkay Gündogan und Sven Bender. «Das ist nicht wahnwitzig günstig», klagte Klopp. Bei einer weiteren Niederlage und einem parallelen Sieg von Bayern München gegen den VfL Wolfsburg würde der BVB im Titelrennen schon mit acht Punkten ins Hintertreffern geraten.

Klopp bleibt dennoch gelassen. «Ich habe noch nie eine Mannschaft trainiert, die ihre beste Phase in den ersten fünf Spielen hatte», sagte der Trainer. Dennoch fordert er mehr Stabilität. «Das steht bei uns gang oben auf der Agenda.»

sca/news.de/dpa

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