Bundesliga-Spitzenspiel Das überraschende Gipfeltreffen

Wer hätte vor der Saison vermutet, dass die Partie 1. FC Nürnberg gegen Eintracht Frankfurt zum Spitzenspiel um die Tabellenführung wird? Sebastian Rode jedenfalls nicht. Bei news.de spricht der Eintracht-Jungstar über Frankfurts Höhenflug, gefährliche Nürnberger und seine Ambitionen im DFB-Team.

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Drei Spiele, drei Siege, neun Punkte, neun zu drei Tore - und Tabellenplatz zwei hinter dem FC Bayern München: Das sind die Kennzahlen, die Eintracht Frankfurt in der Fußball-Bundesliga derzeit zur Mannschaft der Stunde machen. Nach Siegen gegen Leverkusen, Hoffenheim und den HSV blickt die Fußballnation verwundert in die hessische Metropole.

Nun kommt es im Duell mit dem 1. FC Nürnberg zum völlig unverhofften Spitzenspiel (20.30 Uhr/Sky und im news.de-Liveticker). Der Sieger ist zumindest für eine Nacht Tabellenführer, den Frankfurtern genügt dazu sogar ein Punkt. Doch der 1. FCN sorgte mit Siegen in Hamburg und Mönchengladbach und einem Punktgewinn gegen den BVB ebenso für Furore - spannender war das Duell zwischen «Club» und Eintracht selten.

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Sebastian Rode ist einer der Protagonisten des Höhenflugs beim Aufsteiger. Der 21-Jährige gehörte als «Sechser» im wichtigen Raum zwischen Abwehr und Offensive schon beim Abstieg vor zwei Jahren zu den Leidenschaftlichsten im Team, in der 2. Liga reifte er zum Leistungsträger. Für news.de nahm sich der Eintracht-Jungstar Sebastian Rode Zeit.

Herr Rode, Sie kommen gerade vom Training. Nach drei Siegen in drei Spielen muss es sich doch wie von allein trainieren, oder?

Sebastian Rode: Die Stimmung ist sehr gut, es werden viele Späße beim Training gemacht. Aber wir bereiten uns natürlich trotzdem sehr intensiv auf Nürnberg vor, weil wir wissen, dass es da sehr schwer wird.

Woran feilt Ihr Trainer Armin Veh denn nach dem optimalen Saisonstart genau?

Rode: Wir haben heute Abschlüsse trainiert und ganz normale Passfolgen - wie vor jedem anderen Spiel auch. Wir trainieren ja nach drei Siegen nicht anders als sonst.

Dabei geht es in Nürnberg um die Tabellenführung, zumindest für eine Nacht.

Rode: Beide Vereine sind super in die Saison gestartet, das hat wohl keiner vorhergesehen. Dass die Partie 1. FC Nürnberg gegen Eintracht Frankfurt ein Spitzenspiel ist, ist eine wirkliche Überraschung.

Worauf wird es gegen die Nürnberger ankommen?

Rode: Der «Club» hat viele Tore nach Standards gemacht, da müssen wir unheimlich aufpassen. Und der neue Japaner Hiroshi Kiyotake hat ja auch unheimlich eingeschlagen. Wir müssen also wieder genauso viel laufen, wie gegen Hamburg, nach hinten arbeiten und mit Spaß und Freude nach vorn spielen.

Welche Ursachen hat der Höhenflug der Eintracht zum Saisonstart?

Rode: Wir hatten in der Vorbereitung keinen Verletzten, alle konnten voll durchziehen. So haben wir schon in den Testspielen mit der Formation gespielt, in der wir jetzt antreten. Dadurch sind wir super eingestellt, und die Neuzugänge haben sich bestens integriert. Auch nach der 0:3-Pokalniederlage in Aue sind wir nicht unruhig geworden.

Welche Auswirkung hatte die Pokalpleite auf die Bundesligasaison? Hat Armin Veh Euch wachgerüttelt?

Rode: Im Gegenteil, der Trainer hat zur Ruhe gemahnt, weil wir dieses Spiel bei 40 Grad und ab der 20. Minute wegen der Roten Karte für Kevin Trapp nur zu zehnt absolvieren mussten. Wir haben trotzdem alles versucht und sind trotz der Niederlage relativ entspannt in die Bundesligasaison gegangen.

Welche Rolle spielte der Schritt zurück in die zweite Liga für Eintracht Frankfurt, um eine neue Mannschaft aufzubauen, auch neue Euphorie zu entfachen?

Rode: Da wurde der Grundstein für die aktuelle Leistung gelegt. Es spielen ja noch einige Spieler, die auch in der vergangenen Saison in der Stammformation dabei waren. Wir haben noch das Selbstvertrauen der Zweitligasaison, in der wir viele Siege eingefahren haben. Ein Abstieg ist für einen Verein natürlich in erster Linie immer ein Rückschritt, aber vielleicht geht es jetzt dafür gleich zwei Schritte nach vorn.

Sie selbst haben durchweg tolle Kritiken bekommen. Wie gehen Sie mit dem Hype um Sie persönlich um?

Rode: Klar nehme ich das wahr, aber ich bewerte nichts über. Es freut einen, wenn die Kritiken positiv sind. Aber auch auf stürmischere Zeiten bin ich vorbereitet.

Sie werden als Stütze in Frankfurt und in der U21 des DFB auch als kommender Mann für Jogi Löw gehandelt.

Rode: Die Konkurrenz auf meiner Position ist sehr, sehr groß. Deswegen mache ich mir über die A-Nationalmannschaft noch keine Gedanken. Mein Ziel ist es, mich mit der U21-Nationalmannschaft für die EM in Israel zu qualifizieren. Nach den zwei Spielen gegen die Schweiz im Oktober sehen wir mal weiter.

Auf Ihrer Homepage bitten Sie zahlreiche Fans: „Seppl, bitte bleib' in Frankfurt!" Wann erfüllen Sie den Fans diesen Wunsch und verlängern vorzeitig?

Rode: Da gibt's nichts Neues. Aber es macht mich stolz und ich freue mich riesig, dass ich anerkannt bin bei den Fans und im gesamten Eintracht-Umfeld.

Gibt es Angebote größerer Klubs? Sie sind seit Kindestagen ein großer Anhänger des BVB ...

Rode: (lacht) Von einem Angebot der Dortmunder weiß ich nix, aber das ist Sache von Thomas Kroth, meinem Berater.

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zij/news.de

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