Rad-WM Kollektives Versagen im Kampf gegen Doping

Rad-WM
Und täglich grüßt das gedopte Murmeltier

Andreas SchloderVon news.de-Redakteur
Radsportfans erwartet mit der WM das letzte große Highlight des Jahres. Das mediale Interesse hingegen ist auf Sparflamme. Kein Wunder: Anstatt an ihrem vom Doping verseuchten Image zu arbeiten, verhöhnen die Fahrer ihre Fans. Mit tatkräftiger Unterstützung der Sportverbände.

Wer sich den Rennkalender der heute beginnenden Rad-WM im niederländischen Limburg zu Gemüte führt, wird schnell erkennen: Er ist so umfangreich wie nie. Zudem hat der Radsportweltverband mit dem Mannschaftszeitfahren bei Damen und Herren eine neue Disziplin eingeführt, die vor allem Ästheten anspricht. Gepaart mit der geschichtsträchtigen Strecke rund um den Cauberg soll das Gefühl vermittelt werden: Es geht wieder bergauf mit dem Radsport.

Mitnichten. Er liegt seit Jahren am Boden. Das aktuelle Jahr hat mehrfach gezeigt, dass sich gesunder Menschenverstand und Radsport nicht vertragen. Würde man diese beiden Begriffe bei Google suchen, es gebe keine gemeinsamen Ergebnisse.

Wenn Staatsanwaltschaften kapitulieren

Auch wenn noch so oft beteuert wird, dass nach der Ära des Dopinators Lance Armstrong der Sport auf zwei Rädern sauberer geworden ist: Es bleibt nur bei einem Lippenbekenntnis. Und es wird systematisch weiter gespritzt, bis die Nadeln brechen. Wenn sogar Staatsanwaltschaften kapitulieren wie im aktuellen Fall um die Ärzte der Freiburger Uniklinik, die das damalige Team Telekom elf Jahre mit Eigenblutdoping versorgten, spricht das Bände.

Ullrich, Zabel & Co.
Dopingfälle im deutschen Radsport

Das Fazit des ermittelnden Staatsanwaltes Christoph Frank: Er nehme mit, dass sich «die Szene erfolgreich abschottet», und die befragten Ex-Fahrer seien sich einig, ohne Doping habe man keine Chance. Einfach nur traurig.

Ein umso größerer Schlag ins Gesicht eines Radsportfans ist es jedoch, ansehen zu müssen, wie die Anhänger von Dopingsündern verhöhnt werden. Der Kalbfleischliebhaber Alberto Contador ist das beste Beispiel: Bei seinem Sieg der Spanien-Rundfahrt vor einer Woche - rund einen Monat nach Ablauf seiner Dopingsperre wohlgemerkt - zeigte er mit sieben Fingern an, dass er so viele Rundfahrten schon gewonnen hat. Das Schlimme: Er zählte die beiden Siege, die ihm wegen Doping aberkannt wurden, trotzdem mit. Und sagte, es zähle, was bei den Fans hängengeblieben sei.

Narrenfreiheit mit Unterstützung der Verbände

Hängengeblieben bei den Fans ist, dass ein uneinsichtiger Dopingsünder das Vertrauen in einen sauberen Radsport bestimmt nicht fördert. Und dass die Reizfigur Narrenfreiheit besitzt - mit Rückendeckung des spanischen Sportverbandes. Ein Hort, in dem Transparenz verpönt ist. Seit Jahren hält der Verband wichtige Daten zum Fall Fuentes zurück. Und nichts passiert.

Wie gut, dass sich der italienische Radsportverband jetzt stärker im Kampf gegen Doping einbringen und Fahrer mit Dopingverdacht nicht in den nationalen Kader aufnehmen will. Blöd ist nur, dass mit Trainer Paolo Bettini ein ehemaliger Fahrer an der Spitze steht, der sich öffentlich gegen Dopingkontrollen ausgesprochen hat. Und Fahrer wie Filippo Pozzato nur für drei Monate gesperrt werden und 3000 Euro Strafe zahlen müssen, weil sie Kontakte zu Dopingarzt Michele Ferrari pflegten. Dass es dabei nicht um Aspirin ging, liegt nahe.

Der Kampf gegen Doping existiert nur auf dem Papier. Und dieses ist geduldig. Solange nicht einheitlich und rigoros durchgegriffen wird, machen die Contadors dieser Welt den Sport kaputt. Und wir können nur den Kopf schütteln.

zij/news.de

Leserkommentare (3) Jetzt Artikel kommentieren
  • Norbert
  • Kommentar 3
  • 18.09.2012 15:04

immer hinein mit dem Dopingzeug, warum nicht 100 km/h den Berg rauf... aber dann auch auf dem Trikot das Teufelszeug drauf schreiben und nicht die Wasser - oder Quarkfirma...

Kommentar melden
  • arche noa de lux
  • Kommentar 2
  • 17.09.2012 14:49

unser schleck ein doping sünder aber nicht in luxemburg unsere sportler sind alle sauber wehre herr schlek ein deutscher so würden unsere luxemburgischen tageszeitungen den herrn schlek in worten zerreissen aber es ist ein luxemburger nur herr schlek welcher guter geist gibt uns luxemburger user geld zurük das wier ausgegeben haben für feste die wier wegen ihnen gefeiert haben das geld wo wier zu den rennen gefahren sind an dehnen sie teilgenommen haben wer gibt mier mein geld zurük ich hoffe das sie ihre gerechte strahfe bekommen sie sind herr schlek eine schande für unser land

Kommentar melden
  • Joachim Winzia
  • Kommentar 1
  • 16.09.2012 13:27

Soll sich doch jeder das Doping verpassen was er möchte, heimlich wird es sowieso praktiziert. Die einzige gesetzliche Auflage müsste geschaffen werden, alle Folgeschäden durch Doping müssen selbst bezahlt werden, für Krankenkassen, gesetzlich oder privat, entfällt die Leistungspflicht.

Kommentar melden
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig
Anzeige
++ Fußball-Liveticker ++
 

Live-Ticker powered by live-ticker.com

Fußball im Überblick
news.de auf Facebook
Follow us on Facebook!
News.de auf Twitter
Follow us on Twitter!
Anzeige