Bundesliga Mehr Toleranz für alle!

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Von Manuel Schwarz
Der dritte Spieltag steht ganz unter dem Zeichen von mehr Respekt im Miteinander. Statt der Sponsorenlogos prangt auf den Trikots der Satz «Geh deinen Weg» - dabei geht es mittlerweile um mehr als Fremdenfeindlichkeit - sondern auch um Homophobie.

Am Wochenende geht auch Angela Merkel ins Stadion - nicht als Fan, sondern vor allem als Botschafterin. Mit der Kampagne «Geh deinen Weg» werden alle 18 Bundesligisten in einer gemeinsamen Aktion für Toleranz im Fußball werben. «Für Fremdenfeindlichkeit gibt es die Rote Karte», betonte Merkel in Berlin, wo sie als Schirmherrin die Aktion vorstellte. Anstelle der Trikotsponsoren wird der Slogan der Kampagne auf der Brust der Spieler zu lesen sein.

«Ich kann mir keinen stärkeren Partner vorstellen als den Sport, und natürlich ganz besonders den Fußball», betonte Merkel, neben der im Kanzleramt unter anderem Ligaverbandspräsident Reinhard Rauball und Bayern-Präsident Uli Hoeneß, Vorstandsmitglied der Deutschlandstiftung Integration, Platz genommen hatten.

Die beiden Funktionäre nahmen den Ball der Bundeskanzlerin gern auf. «Angesichts der privilegierten Position der Bundesliga ist es uns ein Anliegen, der Gesellschaft etwas zurückzugeben», sagte Rauball. «Fußballprofis sind nicht nur Millionäre in kurzen Hosen, sondern wissen auch um ihre Verantwortung.»

1992 gab es «Mein Freund ist Ausländer»

Rauball hatte Merkel zur Partie Borussia Dortmund gegen Bayer Leverkusen eingeladen. Vor dem Match am Samstag will die Kanzlerin auch Jugendliche treffen. «Im Fußball kann man nur mit Wir-Gefühl gewinnen», meinte Merkel. Die Sportart sei daher ein «echter Integrationsmotor».

1992 hatten die Vereine eine ähnliche Aktion durchgeführt, als Reaktion auf die fremdenfeindlichen Ausschreitungen in Solingen und Rostock. Damals stand auf den Trikots: «Mein Freund ist Ausländer». Diesmal beteiligen sich alle Vereine und Sponsoren unentgeltlich an der Aktion, berichtete Hoeneß und rechnete vor, dass sie dadurch «auf 1/34 ihres Werbewertes verzichten».

Fußballphrasen
Inhaltsärmer geht es immer

Wolfgang Fürstner, der Vorsitzende der Deutschlandstiftung Integration, nannte die Aktion «das stärkste Signal der Einheit und der Zusammengehörigkeit in unserem Land seit mehr als 50 Jahren, seit es Gastarbeiter bei uns gibt». Deutschland werde immer vielfältiger, sagte Merkel. 15,7 Millionen Menschen stammen aus Zuwandererfamilien, jedes dritte Kind unter fünf Jahren habe seine Wurzeln nicht in Deutschland.

Eine andere Richtung erfährt die Aktion durch das im Magazin fluter erschienene Interview mit einem homosexuellen Fußballer. Dort hatte der Journalist Adrian Bechthold mit einem Spieler gesprochen, der sich nicht trauen würde, zu seiner Sexualität zu stehen - aus Angst vor Häme und wütenden Fans. Auch wenn sich die Aktion an diesem Spieltag vor allem gegen Fremdenfeindlichkeit richtet, so werden sicherlich viele Fans auch daran denken, dem ersten Outing eines Spielers den Weg zu ebnen.

beu/zij/news.de/dpa

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