Biathlon Neu-Biathletin Sachenbacher-Stehle: «Hier bin ich»

Neu-Biathletin Sachenbacher-Stehle: «Hier bin ich» (Foto)
Neu-Biathletin Sachenbacher-Stehle: «Hier bin ich» Bild: dpa

Ruhpolding - Evi Sachenbacher-Stehle wagt es wirklich. Schon am Wochenende ist die Langlauf-Olympiasiegerin erstmals als Biathletin im Einsatz - bei der auf Skirollern ausgetragenen Deutschen Meisterschaft in Altenberg.

«Im Training klappt es schon ganz gut, aber wie das dann mit entsprechender Nervosität und Stress funktioniert, wird sich zeigen», sagt die Wintersportlerin aus dem bayerischen Reit im Winkel im Interview der Nachrichtenagentur dpa.

Auch wenn der Winter noch weit weg ist: In Altenberg werden Sie an diesem Wochenende erstmals öffentlich als Biathletin in Erscheinung treten. Aufgeregt?

Evi Sachenbacher-Stehle: «Noch hält sich die Aufregung in Grenzen. Aber ich schätze, spätestens wenn ich in Altenberg am Schießstand stehe, wird sie sich bemerkbar machen. Ich bin auf jeden Fall schon sehr gespannt und freue mich riesig darauf!»

Was trauen Sie sich bei der deutschen Meisterschaft zu?

Sachenbacher-Stehle: «Schwer zu sagen, da es die allerersten Biathlonwettkämpfe für mich sein werden. Im Training klappt es schon ganz gut, aber wie das dann mit entsprechender Nervosität und Stress funktioniert, wird sich zeigen.»

Warum schnallt sich eine zweimalige Langlauf-Olympiasiegerin ein Gewehr auf den Rücken und ist fortan als Biathletin unterwegs?

Sachenbacher-Stehle: «Ich war vor Beginn der letzten Saison zum Training mit dem Biathlon-Team in Muonio in Finnland. Wenn man da dabei ist, will man natürlich auch mal schießen und mir hat das riesig Spaß gemacht. Dadurch entstand in mir der Gedanke, es einfach mal auszuprobieren - und hier bin ich.»

Wie sind Sie denn im Biathlon-Lager aufgenommen worden?

Sachenbacher-Stehle: «Richtig gut, es ist eine tolle Mannschaft und ich fühle mich sehr wohl!»

Was haben ihre Kollegen aus dem Langlauf-Lager zu ihrem Wechsel gesagt? Ist der Langlauf jetzt völlig abgehakt?

Sachenbacher-Stehle: «Sie finden es auch sehr spannend und völlig abgehakt hab' ich den Langlauf natürlich nicht. Wenn ich sie läuferisch unterstützen kann, ist es durchaus möglich, dass ich auch mal ein Langlaufrennen bestreite.»

Wie haben Sie früher als Langläuferin den Biathlon-Sport wahrgenommen? Biathlon ist eine Boomsportart und sehr beliebt, weit mehr als der Langlauf. Waren Sie da früher etwas neidisch?

Sachenbacher-Stehle: «Nein überhaupt nicht, ich mache den Sport ja nicht, um Aufmerksamkeit zu bekommen, sondern weil ich Spaß daran habe. Ich habe Biathlon immer schon gerne im Fernsehen geschaut und ich muss sagen, das Training macht genauso viel Spaß!»

Haben Sie mal mit Magdalena Neuner gesprochen, um sich eventuell Tipps zu holen? Oder mit Kati Wilhelm oder anderen?

Sachenbacher-Stehle: «Leider habe ich beide nach meiner Entscheidung nicht mehr gesehen, aber das wird sich in den nächsten Monaten sicher mal ergeben. Aber mit Ricco Groß habe ich ja einen sehr erfahrenen Biathleten als Trainer an meiner Seite, der mir viele Tipps geben kann.»

Wie ist die Zusammenarbeit mit den neuen Trainern, vor allem mit Ricco Groß?

Sachenbacher-Stehle: »Sehr gut, wir haben mit Ricco und Rudi Schöllmann ein tolles Trainerteam am Stützpunkt, unter denen wir sehr hart trainieren. Trotzdem kommt aber auch der Spaß nicht zu kurz.»

Wie realistisch ist die Chance, dass Sie den Sprung ins Weltcupteam schaffen?

Sachenbacher-Stehle: «Darüber mache ich mir jetzt noch keine Gedanken. Ich lerne im Moment in jedem Training etwas Neues dazu und ich versuche, mich nach und nach zu verbessern. Für welche Wettkämpfe es dann letztendlich reicht, wird man sehen. Das ist diesen Winter aber auch noch nicht entscheidend.»

Was sind denn die Unterschiede im Trainingsalltag einer Langläuferin und einer Biathletin? Wo klingelt der Wecker früher?

Sachenbacher-Stehle: «Im Moment klingelt bei mir der Wecker als Biathletin definitiv früher, da das ganze Schießtraining noch hinzukommt. Da bleibt noch weniger Zeit für andere Dinge. Aber es macht auch tierisch viel Spaß!»

Im Langlauf haben Sie meist eine andauernde Belastung, beim Biathlon muss man beim Schießen ganz schnell den Puls beruhigen. Wie schwer war diese Umstellung und wie gut bekommen Sie das jetzt hin?

Sachenbacher-Stehle: «Das ist im Vergleich zum Langlauf schon etwas komplett anderes und ich muss da auch noch viel lernen. Aber teilweise klappt das schon ganz gut.»

Zurück zum Schießen. Wie läuft es da? Können Sie mit Ihren Kolleginnen schon mithalten?

Sachenbacher-Stehle: «Na ja, wenn ich da nach einem knappen halben Jahr schon mithalten könnte, wäre das natürlich schön. Ganz so weit ist es noch nicht, aber es wird Schritt für Schritt besser.»

Wie hat sich der erste Schuss angefühlt und wie die erste Fünfer-Serie zu null?

Sachenbacher-Stehle: «Super natürlich. Das war gleich in Muonio, wenn es da nicht so gut geklappt hätte, wäre ich wahrscheinlich gar nicht auf die Idee gekommen, das mal ganz ernsthaft in Angriff zu nehmen.»

Was wäre ihr großer Traum in Bezug auf ihren Biathlon-Wechsel?

Sachenbacher-Stehle: «Bei den Olympischen Spielen in Sotschi als Biathletin am Start zu stehen.»

Haben Sie schon entschieden, ob Sie bei den Winterspielen in Sotschi 2014 im Langlauf oder im Biathlon an den Start gehen wollen?

Sachenbacher-Stehle: «Nein.»

Und was kommt nach Olympia?

Sachenbacher-Stehle: «Das weiß ich jetzt noch nicht.»

Homepage Evi Sachenbacher-Stehle

news.de/dpa

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