Deutschland - Färöer So will Löw endlich Titel gewinnen

EM 2012
Der wirklich beste deutsche Kader

Ullrich KroemerVon news.de-Redakteur
Personal und System: Der Bundestrainer gab vor dem WM-Qualifikationsauftakt gegen die Färöer Inseln seine Leitlinien für die künftigen zwei Jahre bekannt. News.de blickt mit dem Bundestrainer auf die Baustellen der kommenden zwei Jahre.

Dass der deutschen Nationalmannschaft am Freitagabend in Hannover (20.45 Uhr/ZDF und im news.de-Liveticker) der 500. Sieg in der Geschichte der DFB-Elf gelingt, daran zweifelt niemand so wirklich. Zu groß ist der Leistungsunterschied zwischen dem Weltranglisten-Zweiten Deutschland und der Nummer 154 der Welt. Wie es seine Aufgabe ist, wies der Bundestrainer darauf hin, dass auch Fußballzwerg Färöer nicht zu unterschätzen sei. Immerhin hatten die wackeren Wikinger in den vergangenen Jahren mit Siegen gegen Estland, Litauen und Island, einem Unentschieden gegen Luxemburg und Nordirland sowie knappen Niederlagen wie dem 0:1 gegen Italien in der EM-Qualifikation im vergangenen Jahr beeindruckt.

Und natürlich sind die Färinger noch immer stolz auf den 1:0-Sieg gegen Österreich im September 1990. Torwart Jens Martin Knudsen, damals Gabelstablerfahrer in einer Fischfabrik, leitete mit einem Abstoß das Tor durch Stürmer Torkil Nielsen ein und wurde auch durch sein Markenzeichen, einer weißen Pudelmütze, zu einer Fußballlegende. Am Freitag wird er als Torwarttrainer mit auf der Bank sitzen.

Dennoch ist die Furcht der deutschen Mannschaft vor den sympathischen Nordmännern des 48.000-Einwohner-Eilands nicht allzu ausgeprägt. Stattdessen beschäftigt sich Bundestrainer Jogi Löw mit Grundsätzlichem. News.de erklärt, wie der Bundestrainer sein Team in den kommenden Spielen entwickeln will.

Positionen und Personal:

Die wichtigste Umstellung: Philipp Lahm wird wie beim FC Bayern wieder auf der rechten Abwehrseite zum Einsatz kommen. Auch, «weil ich bei Marcel Schmelzer das Gefühl habe, dass er bei uns angekommen ist, auch in jedem Training eine gute Leistung abruft», sagt Löw. Daher ist Schmelzer zunächst auf Links gesetzt, während Lahm rechts seinen Vereinskollegen Jerome Boateng verdrängt. Weil Toni Kroos angeschlagen ist sowie Bastian Schweinsteiger und Mario Gomez fehlen, werden gegen die Färöer Inseln wohl mehr Dortmunder als Bayern-Spieler auf dem Platz stehen. «Es gibt kein Problem, diese Systeme zusammenzuführen, weil wir unseren eigenen Spielstil haben», sagt Löw.

Dazu muss sich Löw entscheiden, welches Innenverteidigerpaar er bevorzugt: Badstuber und Hummels wie bei der EM? Oder doch eine Variante mit Per Mertesacker, dem er bescheinigt, bei Arsenal London in punkto Spieleröffnung einen Schritt nach vorn gemacht zu haben und die Zuverlässigkeit in Person zu sein? Auch Boateng und der Schalker Benedikt Höwedes sind Optionen in der Innenverteidigung.

Auf der Sechser-Position im defensiven Mittelfeld muss Löw entscheiden, ob er zukünftig die Standardvariante Khedira/Schweinsteiger präferiert oder die Youngster Sven und Lars Bender, Ilkay Gündogan oder Toni Kroos. Weiter vorne ist Lukas Podolski seinen Stammplatz erst einmal los. Dagegen besitzt Marco Reus aktuell sehr gute Karten.

Und im Sturm sind durch die Verletzung von Mario Gomez derzeit vor allem Miroslav Klose und eventuell auch Marco Reus Optionen. Vor dem Spiel referierte Löw über die Ausbildung von künftigen Stürmertypen; Spieler, die im flachen, vertikalen Spielstil des DFB-Teams «ballsicher sind, technisch stabil und vielfältige Lösungen haben». Das klang eher nicht nach Mario Gomez. Falls sich in der Bundesliga oder im Ausland ein weiterer Spieler besonders hervortut, will Löw «situativ reagieren».

Bundesliga-Exporte
Deutsche Kicker im Ausland

Spielstil und System:

Anders als in der hervorragenden Qualifikation tat sich die deutsche Nationalmannschaft bei der EM gegen Weltklasseteams auch in der Offensive schwer. Dennoch ist der Bundestrainer mit dem Spiel nach vorn zufrieden. Mängel hat er dagegen im Spiel gegen den Ball ausgemacht, also schnelles Umschaltspiel von Offensive auf Defensive beziehungsweise frühzeitiges Attackieren nach Ballverlust, «damit der Gegner gar keine Möglichkeit hat, sich freizuspielen».

Löw bezeichnete diese Aufgabe als die schwierigste taktische Disziplin im Fußball, die Mannschaften wie der FC Barcelona oder die spanische Nationalelf perfektioniert haben, deren Spieler bereits seit der Jugend zusammenspielen. Dennoch will der Bundestrainer in den kommenden zwei Jahren üben lassen, «früher, höher zu stören und noch aktiver nach vorn zu attackieren».

Fazit:

Gepaart mit Titelhunger, Fokussierung und Leidenschaft im gesamten Team sollen diese Veränderungen und Justierungen bei der WM 2014 endlich zum ersehnten Titel führen. Es ist wahrscheinlich die letzte Chance für Löw, seine zweifellos großen Verdienste für den Transfers des deutschen Fußballs in die Moderne auch mit einem Titel zu krönen.  

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beu/news.de

Leserkommentare (3) Jetzt Artikel kommentieren
  • putinfanatiker
  • Kommentar 3
  • 14.09.2012 17:00
Antwort auf Kommentar 1

WOVON TRAEUMT DER EIGENTLICH NACHTS WOHL KAUM UM EINEN TITEL ZU HOLEN ,ABER NICHT DIESER GURKENHALS DER HAT DOCH WOHL DIE GANZE '' E M "" IN DEN SAND GESETZT !!!!!!!!!!!!!!!!!!

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  • Dennis
  • Kommentar 2
  • 08.09.2012 21:51

Löw geht mir so auf die Nerven, dass ich mir kein Länderspiel mehr angucke und auch das ganze drumherum mir erspare.

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  • axibis
  • Kommentar 1
  • 07.09.2012 17:42

Loew wird nie einen Titel bekommen, weil er weder die Fifa noch den Fussball versteht.Nachdem er noch einmal die Kiste gegen die Wand setzten darf, wird der nächste Bundestrainer hoffentlich ein Erfolgsgewohnter und Erfahrener sein. Loew darf sich dann endlich bei Berti Vogts ausheulen.

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