Tennis Kesse Kerber knackt Serena Williams' Siegesserie

Cincinnati - Ein Aufschlag, ein Ass, ein Aufschrei - die Sensation war perfekt. Angelique Kerber hat ihr bislang so fantastisches Tennis-Jahr vorerst im Viertelfinale des WTA-Turniers von Cincinnati mit einem 6:4, 6:4-Sieg über Serena Williams gekrönt.

Kesse Kerber knackt Serena Williams' Siegesserie (Foto)
Kesse Kerber knackt Serena Williams' Siegesserie Bild: dpa

ide Weltranglisten-Siebte aus Kiel hat der seit Monaten scheinbar übermächtigen Amerikanerin die Grenzen aufgezeigt. «Das ist einer meiner größten Siege in meiner Karriere», sagte Kerber der Nachrichtenagentur dpa. Im Halbfinale trifft die 24-Jährige auf die Tschechin Petra Kvitova.

Williams fand nie zu ihrem Spiel und wirkte lustlos. «Ich brauche wohl eine Pause», meinte die 30-Jährige sichtlich gefrustet. Seit ihrer Erstrunden-Niederlage bei den French Open am 29. Mai gegen Virginie Razzano aus Frankreich war sie unbesiegt geblieben. Williams hatte seitdem alle 19 Matches gewonnen, nacheinander in Wimbledon, Stanford und bei den Olympischen Spielen triumphiert und in dieser Zeit nur drei Sätze abgegeben. Sie galt als unbesiegbar - doch dann kam Kerber. «Ich bin einfach rausgegangen, hatte nichts zu verlieren, wollte mich gut bewegen, sie bewegen und versuchen, meine Aufschläge zu halten, was mir auch gelungen ist», meinte die 24-Jährige.

Kerber nahm ihrer Kontrahentin gleich deren erstes Aufschlagspiel ab, hielt diesen Vorsprung und nutzte nach 36 Minuten ihren zweiten Satzball zum 6:4. Als der Norddeutschen im zweiten Durchgang ein Break zum 2:1 gelang, warf Williams wütend ihren Schläger weg und zertrümmerte anschließend das Racket auf dem blauen Bodenbelag. «Sie sieht aus, als hätte sie einige Monate lang nicht gespielt», bemerkte Ex-Profi Pam Shriver als Expertin des TV-Sportsenders ESPN.

Kerber musste gar nicht über sich hinauswachsen, sondern die Bälle einfach ins Feld spielen - den Fehler machte oftmals Williams. Die 14-malige Grand-Slam-Gewinnerin hatte große Probleme mit ihrer Beinarbeit und der Präzision der Rückhandschläge, von denen viele im Netz oder Aus landeten. Beim Stand von 4:3, 15:30 verschlug Williams am Netz zwei leichte Bälle und verpasste es somit, Kerber das Service abzunehmen. «Jetzt ist sie nicht mehr die haushohe Favoritin für die US Open. Diese Niederlage gibt anderen Spielerinnen Hoffnung», meinte Shriver.

Die Deutsche nutzte mit ihrem dritten Ass nach 77 Minuten den dritten Matchball, riss erleichtert beide Arme in die Höhe und schrie vor Freude auf. «Es ist unglaublich, sie hat so viele Grand Slams und gerade Olympia-Gold gewonnen - sie zu schlagen ist natürlich etwas ganz Großes», sagte die glückliche Siegerin.

Während Kerber auf dem Weg zu den am 27. August beginnenden US Open in New York weiterhin Matchpraxis sammeln kann, will Williams jetzt erst einmal einige Tage Abstand gewinnen, den Akku aufladen und sich für das «Heimspiel» in Flushing Meadows motivieren. «In New York werde ich besser sein - versprochen.»

Kvitova, die tschechische Wimbledon-Siegerin des Vorjahres, ist durch einen 6:3, 7:6 (7:4)-Erfolg gegen die Russin Anastasia Pawljuschenkowa ins Halbfinale eingezogen. Bei einem Sieg über die Tschechin könnte Kerber im Finale auf Serenas Schwester treffen. Venus Williams besiegte die Australierin Samantha Stosur nach hartem Kampf mit 6:2, 6:7 (2:7), 6:4 und trifft im Halbfinale auf Li Na. Die Chinesin warf die Weltranglistendritte Agnieszka Radwanska fast mit Höchststrafe aus dem Turnier: Die an Nummer eins gesetzte Polin verlor mit 1:6, 1:6.

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news.de/dpa

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