Kritik am DFB-Team Der Vul-Kahn brodelt wieder

Von Trapattoni bis Völler
Legendäre TV-Ausraster

Ullrich KroemerVon news.de-Redakteur
Oliver Kahn hat erneut eine Debatte über Leidenschaft und Wille im Nationalteam entzündet. In Hochform forderte der einstige Torwart-Titan clevereres Defensivverhalten und mehr Hingabe ein. Was folgte war ein böser Konter von Oliver Bierhoff.

Der wirkungsvollste Konter fand erst nach der 1:3-Länderspielpleite gegen Argentinien statt: blitzschnell, eiskalt und wirkungsvoll. Angesprochen auf die Kritik von ZDF-Experte Oliver Kahn am Defensivverhalten und der Einstellung der Nationalspieler konterte DFB-Manager Oliver Bierhoff fies: «Im WM-Finale saß er (Kahn, Anm.d.Red.) einfach nur still am Pfosten, hat nicht rumgebrüllt, hat sich nicht geärgert. Jeder geht damit anders um.» Das saß und riss alte Wunden auf.

Vor Millionen TV-Zuschauern an die bitterste Stunde seiner Karriere erinnert, seinen Patzer im WM-Finale 2002 gegen Brasilien, schnaufte Kahn zwar schwer, blieb aber cool. «Ist das das Niveau, auf dem wir diskutieren wollen?», fragte der einstige Welttorhüter. Eine souveräne Reaktion auf Bierhoffs persönlich beleidigenden Konter, der wohl auch auf alte Fehden zurückzuführen ist. Der Nationalmannschafts-Manager ist bekanntlich mit dem einstigen Kahn-Konkurrenten Jens Lehmann befreundet.

Müller-Hohenstein hört irritiert grinsend zu

Kahn hatte nach dem einseitigen Kick gegen spielstarke und ballsichere Argentinier seinem Unmut über die naive Abwehrarbeit und die laxe Einstellung der Nationalspieler Luft gemacht. Im Gegensatz zu seinen sonstigen blutleeren Analysen wirkte Kahn persönlich betroffen und kritisierte engagiert. Grundsätzliche Überlegungen müsse man anstellen, sagte Kahn. «Wir wissen alle, wie Titel gewonnen werden, was große Mannschaften brauchen. Und das ist Kompaktheit, Stabilität im Defensivbereich, vor allem auch die Verbindung der beiden Doppelsechser mit der Abwehr. Mir gefällt das nicht.» Sami Khedira etwa, schimpfte Kahn weiter, spiele viel zu offensiv, «da gibt es dann immer wieder Löcher».

Moderatorin Kathrin Müller-Hohenstein hörte irritiert grinsend zu und wunderte sich wohl, wieviel Vulkan in Kahn stecken kann. Den Bundestrainer forderte der langjährige Nationalkeeper auf, sich mal Gedanken zu machen über die vielen Gelegenheiten, die die Gegner bekommen. «Spielphilosophie und Offensive - das ist alles gut und schön. Aber der Gegner hat einfach zu viele Torchancen», ereiferte sich Kahn und forderte von den Spielern mehr Betroffenheit und Engagement ein. «Mich würde es ärgern, hier 1:3 zu verlieren, und das kann man dann auch mal artikulieren und nicht alles immer so hinnehmen.»

Löw erinnert an Klaus Kinski

Als Kahn gerade so richtig in Fahrt war, sagte Müller-Hohenstein: «Lass uns doch mal in Ruhe alles aufarbeiten und vielleicht kannst Du Dich dann auch wieder ein bisschen beruhigen.» Zwar hatte sie Kahn zunächst dazu ermuntert, seine Meinung zu sagen; offenbar waren Li-La-Laune-Moderatorin KMH Kahns Ausführungen dann doch ein wenig zu heftig ausgefallen.

Als später der Bundestrainer dazu kam, wiederholte Kahn seine Kritik etwas moderater, legte aber noch einmal nach: Cleveres Abwehrverhalten gepaart mit Leidenschaft und Wille seien die letzten zehn Prozent, die der Nationalmannschaft derzeit fehlten, um wieder große Spiele zu gewinnen. Im Gegensatz zu Bierhoff wurde Löw nicht persönlich, teilte Kahns Meinung aber nur bedingt. Mit einem Tonfall und Klaus-Kinski-Blick sagte der Bundestrainer: «Zehn, zwölf oder acht Prozent - wer will so etwas einschätzen? Ich kann taktische Dinge herausziehen, Spieler einschätzen, ob sie Fehler gemacht haben. Aber ich kann keinem Spieler einen Vorwurf machen, dass er nicht alles gegeben hat.»

EM 2012
Der wirklich beste deutsche Kader

wam/news.de/dpa

Leserkommentare (9) Jetzt Artikel kommentieren
  • putinfanatiker
  • Kommentar 9
  • 23.10.2012 15:52

Ja ja der gute Olli der fehlt wirklich an allen Ecken und Kanten wenn er blos Trainer oder den Posten von den KUPFERKOPF SAMMER inne haette dann wuerde es bei den FCB Muenchen ganz ganz ganz ANDERS LAUFEN der haette die Spieler so HEISS GEMACHT WIE EINE PLETTSCHNUR und daher seine Kritik VOLL OK !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

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  • K. Richter
  • Kommentar 8
  • 19.08.2012 12:24

Hallo. Ich bin kein großer Fußball-Kenner und schau mir die Bundesliga auch nicht an. Aber bei der vergangenen EM war ich bei jedem Spiel der deutschen Mannschaft vor dem Fernseher und habe schon bei der Hymne eine Gänsehaut bekommen. Und dann stehen da 11 Spieler, wo 5 davon die deutsche Hymne garnicht mit singen. Das war schon ein Trauerspiel. Da wo von vorherein kein nationaler Stolz da ist, der setzt sich auch nicht voll für sein Land ein.

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  • Ruinata Pleitero
  • Kommentar 7
  • 17.08.2012 08:54

Löw muss unbedingt blöeiben, wenn er gehen würde, dann könnte das größte Unglück passieren: Deutschland könnte Weltmeister werden. Das wollen wir doch nun wirklich nicht. Zu einem ruinierten Land gehören auch ruinierte Fußballer, sonst können die Ruinatoren unseres Landes nicht siegen. Durchhalten Jogi!

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