Premier-League-Start Die legendäre Elf des englischen Fußballs

Jede Liga wird von ihren Spielern geprägt: unglaubliche Tore, handfeste Skandale und wahre Heldengeschichten. Zum Start der neuen Premier League-Saison stellt news.de die Spieler vor, die den englischen Fußball mitgeprägt haben - von Bert Trautmann bis Wayne Rooney.

Premier League: Die wichtigsten Transfers zur Saison 2012/2013

An diesem Wochenende startet in England die neue Saison der Premier League. Viele neue Spieler werden dann ihr Glück versuchen und sehen, ob sie der Saison ihren Stempel aufdrücken können, der Spieler der Saison werden.

Die wichtigsten Transfers der Premier League sehen Sie in unserer Bilderstrecke.

Englands Fußball ist reich an Legenden, Spieler, die für eine ganze Generation stehen, für die Stimmung und den Stil, der auf dem Feld gespielt wurde. News.de stellt die wichtigsten und interessanten Persönlichkeiten der vergangenen 60 Jahre vor.

Bert Trautmann (aktiv von 1948 bis 1964)

Bert Trautmann ist eine Torwart-Legende und das nicht nur in England und Deutschland. Unvergessen ist die Geschichte vom A-Finale 1956: Trautmann spielte mit seinem Verein Manchester City gegen Birmingham; obwohl er sich in der 75. Minute das Genick brach, spielte er dennoch weiter und gewann. Erst drei Tage später wurde die Diagnose gestellt. Der Deutsche wurde zum Helden.

Dabei war sein Beginn gar nicht heldenhaft. Als Kriegsgefangener in England waren seine hervorragenden Reflexe aufgefallen, 1949 bekam er einen Vertrag bei Manchester City, hatte aber mit Vorurteilen und offenem Hass auf den Kriegstreiber Deutschland zu kämpfen. Dauerkarten wurden zurückgegeben, Protestbriefe landeten kistenweise beim Verein. Zwei Dinge gaben den Ausschlag für den Wandel: Zum einen forderte der Rabbi der Stadt, Alexander Altmann, seine Mitbürger zu mehr Offenheit auf, zum anderen hielt Trautmann seinen Kasten sauber.

508 Spiele absolvierte der heute 88-Jährige für die «Citizens», 2004 wurde er von Queen Elizabeth II. zum Honorary Officer of the Most Excellent Order of the British Empire ernannt und lebt heute mit seiner zweiten Ehefrau in Valencia.

Unvergessen, weil: Er spielte mit Genickbruch weiter und setzt sich seit mehr als 60 Jahren für ein besseres Verhältnis von Deutschen und Briten ein. Er hat den Weg für Spieler wie Jürgen Klinsmann, Didi Hamann und Robert Huth erst geebnet und das schlechte Image der Deutschen in der Nachkriegszeit verbessern können.

Bobby Charlton (aktiv von 1954 - 1980)

26 Jahre lang spielte Sir Bobby Charlton in der englischen Fußballliga. Eine Zeitdauer, die auch heute noch unglaublich klingt. Alleine 19 Jahre verbrachte er bei dem Verein, der ihm noch heute am Herzen liegt - und umgekehrt: Manchester United. Er gehörte zu den Busby-Babes, der legendären Mannschaft um Trainer Matt Busby, die zu einem großen Teil durch den Flugzeugabsturz 1958 ausgelöscht wurde.

Er gehört auch zu denen, die 1966 unvergessen den Weltmeistertitel in das Mutterland des Fußballs holten, eine bis heute einmalige Leistung. An diesem Erfolg müssen sich immer noch alle Spieler der Three Lions messen lassen.

Seine Trainerkarriere nach der Spielerkarriere war nicht so erfolgreich - deshalb verließ er die Trainerbank auch schnell wieder und ist heute einer der wichtigsten Repräsentanten von Manchester United und dem englischen Fußball.

Unvergessen, weil: Nie verletzt, unter anderem: Weltmeister 1966, dreimaliger englischer Meister, einmaliger FA-Cup-Sieger, Europas Fußballer des Jahres und Englands Fußballer des Jahres. Außerdem der Erfinder des «Bobby Charlton Comb-Over», eine Frisur, mit der er versuchte, sein schon früh lichter werdendes Haar dadurch zu kaschieren, indem er die wenigen verbliebenen Haare über die Glatze kämmte.

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George Best (aktiv von 1963 - 1984)

«Ich habe viel von meinem Geld für Alkohol, Weiber und schnelle Autos ausgegeben - den Rest habe ich einfach verprasst» ist eines der bekanntesten Fußballerzitate. Der Urheber: George Best, torgefährlicher Mittelfeldspieler bei Manchester United, Stockport County, Cork Celtic, Los Angeles Azteks, Fulham F.C., Fort Lauderdale Strikers, Hiberninan Edingburgh, San Jose Earthquakes, AFC Bournemouth, Brisbane Lions, Tobermore United. Die Liste ist lang, die Liste der Skandale noch länger. Sein berühmtestes Zitat sagt viel über den Lebensstil des nordirischen Ausnahmefußballers aus.

George Best begeisterte und polarisierte gleichermaßen. Besonders deshalb, weil er auf dem Platz Fußball in absoluter Brillanz zeigte, neben dem Platz aber sein Image als Lebemann pflegte. 1968 wurde er sogar «Englands Spieler des Jahres» und «Europas Spieler des Jahres».

George Best starb mit 59 Jahren an den Folgen seiner verschiedenen Süchte, sein letztes Zitat wurde - leider - nicht so bekannt: «Sterbt nicht so wie ich» soll er gesagt haben.

Unvergessen, weil: «Ich habe viel von meinem Geld für Alkohol, Weiber und schnelle Autos ausgegeben - den Rest habe ich einfach verprasst.»

Eric Cantona (aktiv von 1983 - 1997)

2005 wurde Eric Cantona von den Fans zum besten Spieler der Premier League gewählt, 61 Tore in 128 Ligaspielen haben nicht nur Fans von Manchester United überzeugt. Sein Tor 1996 gegen Sunderland, auch einfach nur «Das Tor» genannt, ist legendär, die Jubelpose danach noch legendärer.

Unglücklicherweise ist der Franzose, der von den Fans liebevoll «King Eric» genannt wurde, auch durch Eskapaden auf und neben dem Platz bekannt geworden. Sein Tritt gegen einen Fan machte ihn weltberühmt und brachte ihm endgültig einen Ruf als schwieriger Star ein.

Heute ist Cantona Schauspieler, Moderator und Sportdirektor bei den New York Cosmos. Im Januar kokettierte er auch damit, Präsident von Frankreich werden zu wollen.

Unvergessen, weil: Eric Cantona hat den hochgeklappten Kragen salonfähig gemacht - ist aber auch der einzige Mensch, bei dem es akzeptabel ist.

Gary Lineker (aktiv von 1978 - 1994)

Gary Lineker war und ist der englische Fußball. Über Vereinsgrenzen hinweg wird der heute 51-jährige ehemalige Stürmer verehrt, genießt einen Ruf als exzellenter Kommentator - bei der BBC ist er auch der höchstbezahlteste.

In insgesamt 466 Ligaspielen (u.a. für Tottenham Hotspur, FC Barcelona und Everton) machte er 244 Tore, wurde nie verwarnt oder vom Platz gestellt - eine bisher unerreichte Quote. Gary Lineker gilt aus diesem Grund und wegen seiner unaufgeregten Weise als Verkörperung des «Fair Play».

Unvergessen, weil: «Fußball ist ein einfaches Spiel: 22 Männer jagen 90 Minuten lang einem Ball nach, und am Ende gewinnen immer die Deutschen.»

Paul Gascoigne (aktiv 1984 - 2000)

«Gazza», wie der nur 1,75 Meter große Fußballer genannt wird, stellt viele Fußballfans bis heute vor ein Rätsel: Trotz seiner massiven Alkoholprobleme konnte er auf dem Platz sein beeindruckendes Talent abrufen. Auf und neben dem Platz sorgte er mit Humor bei Fans, Journalisten und Funktionären immer wieder für lachendes Kopfschütteln.

Auf Höhenflüge folgte bei ihm aber immer wieder der Absturz. Noch mehr Alkohol, noch mehr Streitereien. Von manchen wurde Gascoigne als Nachfolger von George Best gehandelt. Und tatsächlich: Bis heute fällt «Gazza» immer wieder durch Eskapaden und psychische Probleme auf.

Unvergessen, weil: Als Gascoigne bei Newcastle United spielte, griff ihm Vinnie «The Axe» Jones zwischen die Beine. Gascoigne verschickte danach eine Rose an den Spieler - Jones revanchierte sich mit dem Versenden einer Klobürste. Fußball ist eben ein Spiel - und Konflikte kann man durchaus mit Humor nehmen.

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Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • anke
  • Kommentar 1
  • 17.08.2012 20:20

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