Von Klaus Bergmann und Jens Mende
Der 500. Länderspielsieg soll Trainer, Nationalspieler und Fans nach dem EM-Frust wieder vereinen. Die Mannschaft vertraut Joachim Löw weiter «zu hundert Prozent», wie Sami Khedira versichert. Gegen Zauberer Messi wollen Youngster wie Reus neue Fußball-Lust wecken.
Es geht wieder los - und die junge deutsche Spieler-Generation glaubt weiterhin an Joachim Löw als Titel-Macher. «Wir haben ihm zu hundert Prozent vertraut. Wir vertrauen ihm zu hundert Prozent. Daran gibt es überhaupt keine Zweifel, weil er ein hundertprozentiger Fachmann ist», versicherte Sami Khedira vor dem spannenden und schwierigen Neubeginn gegen Argentinien (20.45 Uhr/ZDF).
Gegen Weltfußballer Lionel Messi und Co. wollen der Bundestrainer und sein personell geschwächtes Team in der fast ausverkauften Frankfurter WM-Arena verspieltes Vertrauen auf Anhieb zurückgewinnen. «Wir haben Lust auf dieses Spiel. Wir wollen nicht nur gewinnen, sondern guten Fußball spielen, die Fans begeistern und wieder auf unsere Seite bekommen», kündigte Führungskraft Khedira an. «Ein Spiel gegen eine Klasse-Mannschaft wie Argentinien ist ein guter Maßstab für die WM-Qualifikationsspiele im September und Oktober», betonte auch Löw.
Der EM-Frust soll in Vorfreude auf den Quali-Marathon gegen Schweden, Irland, Österreich, Kasachstan und Auftaktgegner Färöer verwandelt werden - auch bei den Spielern selbst. Denn der Halbfinal-K.o. gegen Italien steckt auch ihnen noch in den Knochen. «Wir haben uns am meisten über uns selbst ärgern müssen, dass wir die Leistung nicht abgerufen haben», berichtete Khedira.
Einen Tag nach der emotionalen Brandrede des Bundestrainers verurteilte auch der Mittelfeldspieler von Real Madrid die «teilweise beleidigenden» Kritiken nach dem vorzeitigen Titel-Aus. «Das war nicht die feine englische Art. Da wurden Dinge in den Raum geworfen, die nichts mit Sport zu tun hatten.» Etwa die Hymnen-Debatte. (Lesen Sie zum Thema auch den news.de-Kommentar.)
Für eine neue schwarz-rot-goldene Aufbruchstimmung wollen gerade die unbeschwerten Youngster um Marco Reus sorgen: «Die Sache ist jetzt auch gegessen», sagte Deutschlands Fußballer des Jahres zur EM-Nachlese und forderte: «Wir müssen nach vorne schauen. Wir müssen gegen Argentinien versuchen, einen richtigen Neustart zu machen.» In der Wortwahl der Reus-Generation lautet die Botschaft Richtung WM 2014 so: «Wir müssen geiler werden auf einen Sieg, auf ein Tor.»