Triathlon Triathlet Raelert gewinnt EM-Titel mit Streckenrekord

Wiesbaden - Die deutschen Triathleten haben bei der Europameisterschaft über die «Ironman 70.3»-Distanz in Wiesbaden ein beeindruckendes Ergebnis abgeliefert.

Triathlet Raelert gewinnt EM-Titel mit Streckenrekord (Foto)
Triathlet Raelert gewinnt EM-Titel mit Streckenrekord Bild: dpa

Michael Raelert bei den Männern und Anja Beranek bei den Frauen gewannen jeweils überlegen den Titel und pulverisierten auch die bisherigen Streckenrekorde. Der 31-jährige Raelert siegte nach 1,9 Kilometern Schwimmen, 90 Kilometern Radfahren und 21,1 Kilometern Laufen über die halbe Ironman-Distanz in 4:03:58 Stunden vor dem Belgier Bart Aernouts (4:06:28) und dem deutschen Meister Boris Stein aus Montabaur (4:07:51). «Das war heute alles andere als ein Spaziergang. Die Zeit ist mir gar nicht so wichtig, mir ging es nur um den Titel», sagte der Rostocker, der die bisherige Bestzeit auf der anspruchsvollen Strecke um fast viereinhalb Minuten unterbot. «Jetzt will ich bei der WM über die Halbdistanz in Las Vegas den heutigen Erfolg am liebsten wiederholen», fügte der zweifache Weltmeister hinzu.

Nach der kurzfristigen Absage des Freiburger Vorjahressiegers Andreas Böcherer hatte Raelert leichtes Spiel. Nach dem Schwimmen im Raunheimer Waldsee und dem Radfahren durch den Taunus setzte er sich auf der Laufstrecke in der Wiesbadener Innenstadt entscheidend ab. «Ich wusste, es wird eine Laufentscheidung. Deshalb bin ich es relativ schnell angegangen, um die Konkurrenz möglichst früh zu distanzieren», sagte Raelert, der sich neben dem Europameistertitel auch wichtige Qualifikationspunkte für den Ironman auf Hawaii holte.

Dort will der Profi im Herbst dann am liebsten gemeinsam mit seinem Bruder Andreas über die Ziellinie laufen. «Das wäre ein absoluter Traum. Wahrscheinlich würden wir uns für den jeweils anderen noch mehr freuen, als für uns selbst», meinte er.

Bei den Frauen war Anja Beranek sogar rund zehn Minuten schneller als die bisherige Rekordhalterin in Wiesbaden. Nur wenige Wochen nach ihrem zweiten Platz bei der Ironman-EM in Frankfurt bot die 27-Jährige im abschließenden Halbmarathon eine bemerkenswerte läuferische Vorstellung und kam nach 4:36:09 Stunden deutlich vor der zweitplatzierten Spanierin Virginia Berasetagui (4:40:30) und ihrer Landsfrau Julia Gajer aus Ditzingen (4:40:39) ins Ziel.

«An den Titel muss ich mich erst noch gewöhnen. Europameisterin klingt doch sehr fremd. Aber eine Überraschung ist er keine, es war schon mein Plan, den Sieg zu holen», sagte sie.

Nach dem Schwimmen war Beranek noch mit zwei Minuten Rückstand aus dem Wasser gekommen. «Da wusste ich, dass ich den Turbo zünden muss», meinte die Fürtherin. Den herausgefahrenen Vorsprung ließ sich Beranek in ihrem ersten Profijahr vor tausenden von Zuschauern in der Wiesbadener Innenstand nicht mehr nehmen. «Wenn die äußeren Umstände passen, kann ich auch Leistung freisetzen. Und hier war die Atmosphäre einfach toll», sagte sie. Insgesamt waren bei strahlendem Sonnenschein 2200 Triathleten aus 48 Nationen an den Start gegangen.

news.de/dpa

Bleiben Sie dran!

Wollen Sie wissen, wie das Thema weitergeht? Wir informieren Sie gerne.

Leserkommentare (0) Jetzt Artikel kommentieren
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig