Deutsches Olympia-Team Die Berufe der Spitzensportler

Olympia London 2012
Die deutschen Medaillengewinner

Juliane ZiegengeistVon news.de-Redakteurin
Während die Superstars der Sportszene Millionen verdienen, können nur wenige deutsche Olympioniken von ihrem Sport leben. Oft müssen sie Training und Beruf unter einen Hut bringen. Wie die Athleten ihre Brötchen verdienen und wer noch die Schulbank drückt, verrät news.de.

Ob Michael Phelps im Schwimmsport, Usain Bolt im Sprint oder Yelena Isinbayeva im Stabhochsprung - sie sind so etwas wie lebende Sportlegenden, Aushängeschilder ihrer Disziplinen und Weltrekordler, die sich immer wieder selbst schlagen wollen und damit Fans weltweit begeistern. Längst sind Phelps und Co. Millionäre, nicht nur dank üppiger Preisgelder, sondern auch lukrativer Werbedeals. Beim deutschen Olympia-Team sieht das anders aus. Trotz sportlicher Spitzenleistungen sucht man Superstars wie die genannten hier vergebens.

Und weil das so ist, müssen deutsche Sportler nicht nur für Großereignisse wie London 2012 rackern. Ein Großteil der 392 Athleten geht abseits von Stadion und Trainingshalle ganz normalen Berufen nach. Profis sind nach Angaben des Deutschen Olympischen Sportbundes noch nicht einmal drei Dutzend Sportler. Zu ihnen zählen Tennis- und Radsportler - hier winken stattliche Preisgelder. Auch einige Volleyballer und Tischtennis-Ass Timo Boll gehören dazu. Britta Steffen muss sich mit ihren Sponsoren-Verträgen ebenfalls nicht sorgen, Marathon-Millionärin Irina Mikitenko schon gleich gar nicht.

Nicht-Profis müssen hingegen den Spagat zwischen Sport und Beruf meistern. Das gilt für die 108 Bundeswehrangehörigen im deutschen Olympia-Team genauso wie für die 25 Bundes- und elf Landespolizisten, auch wenn das sportliche Engagement der Arbeitgeber die Doppelbelastung entschärft. Immerhin haben es sechs der Athleten zum Polizeikommissar geschafft, darunter Hochspringern Ariane Friedrich und Schwimmerin Jenny Mensing; acht arbeiten neben ihrer Sportkarriere derzeit daran, einer zu werden. Das jedenfalls haben sie in der offiziellen Mannschaftsbroschüre für London 2012 angegeben.

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Vier von zehn Sportlern studieren

Neben den Soldaten und Polizisten machen Studenten den größten Anteil am Olympia-Team aus. Vier von zehn Athleten streben einen Uni-Abschluss an, das entspricht knapp über 40 Prozent - Tendenz steigend. Denn seit den Olympischen Spielen Sydney 2000 nimmt der Anteil studierender Sportler laut Analysen des Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverbandes kontinuierlich zu. Waren es damals noch 26,5 Prozent, studierten 2004 Athen schon 33,7 und 2008 in Peking 37 Prozent, entweder als Ausgleich zum körperlichen Training und um für die Zukunft vorzubauen.

Prominente Vertreter sind Ole Bischof, der in London Silber im Judo abstaubte und Volkswirtschaftslehre in Köln studiert. Speerwerferin Christina Obergföll hat ihren Bachelor schon in der Tasche, ein Master in Gesundheitsmanagement soll folgen. Selbst Britta Steffen will noch einmal ran und ihrem Bachelor in Wirtschafts- und Ingenieurwissenschaften noch den Master draufsetzen. Turner Fabian Hambüchen wurde Studium und Training 2010 zu viel: Er brach sein Wirtschaftsstudium vorzeitig ab. Nach Olympia will er es an der Sporthochschule Köln versuchen.

Doch nicht nur zur Uni, auch zur Schule gehen so manche deutsche Olympioniken noch. Knapp 20 drücken die Schulbank, die jüngste von ihnen, Turnerin Janine Berger, ist gerade einmal 16 Jahre alt. Jene, die das schon hinter sich haben und nicht beim Bund oder der Polizei gelandet sind, gehen Berufen nach, die nicht immer etwas mit ihrer Sportart zu tun haben. So verdingt sich Leichtathlet Carsten Schlangen, der im Stadion die 1500 Meter läuft, im normalen Leben als Architekt. Kanute Kurt Kuschela ist Feuerwehrmann und Schützin Sonja Scheibl Tischlerin.

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kru/news.de

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