Olympia London 2012 100-Meter-Pfeil Bolt fliegt zu Gold

Es war das schnellste Rennen der Geschichte: Usain Bolt war dennoch nicht zu schlagen. In 9,63 Sekunden gewann der Weltrekordler das Olympia-Finale über 100 Meter vor Landsmann Yohan Blake. Anteil daran hatte auch Bayern-Doc Müller-Wohlfahrt.

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Gold, wieder Gold! Olympiasieger Usain Bolt gab den «Bogenschützen», hüpfte mit der Jamaika-Fahne über die Bahn seiner Träume und schlug dann übermütig einen Purzelbaum. Was für eine Nacht, was für eine Zeit! Als der schnellste Mann der Welt im 100-Meter-Finale durchs Ziel schoss und von tausenden Kameras geblitzt wurde, hatte der Orkan im Londoner Olympiastadion seinen Höhepunkt erreicht. Bei 9,63 Sekunden blieben die elektronischen Uhren stehen. Nur fünf Hundertstel fehlten dem 25-Jährigen am Sonntagabend, dann wäre auch noch sein Weltrekord (9,58 Sekunden) gefallen. Es war die zweitbeste je gelaufene Zeit.

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«Ich fühlte mich extrem gut - und jetzt bin ich glücklich», sagte der Held des Abends. «Wenn es um Titel geht, dann bin ich da. Das habe ich gezeigt. Ich wusste, was ich kann», gab sich Bolt selbstbewusst und schickte einen Gruß von London nach München an Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt, der ihn vor Olympia behandelt hatte. «Der Doktor ist ein ganz, ganz großer Mann. Vielen Dank, Doktor!»

Nach seinem zweiten Olympiasieg auf der kürzesten aller Sprintstrecken ist «Usain Gold» auf dem besten Weg zur Sport-Legende. Außerdem zog Bolt mit dem großen «King Carl» Lewis gleich: Nur der legendäre Amerikaner konnte bis dato zwei Olympiasiege hintereinander (1984 und 1988) auf dieser Strecke feiern.

Bolt degradierte Blake und Gatlin zu Mit-Läufern

Die 80.000 Zuschauer in der ausverkauften Arena feierten Überflieger Bolt wie einen Popstar, der gerade alle seine Welthits zum letzten Mal live gesungen hat. Zwei Millionen Tickets hätten die Organisatoren für das Mega-Finale absetzen können! Wieder einmal degradierte er seine sieben Konkurrenten zu Mit-Läufern. Sein Landsmann und Weltmeister Yohan Blake hatte als Zweiter zwölf Hundertstel Rückstand auf Bolt. Bronze ging an den früheren Dopingsünder Justin Gatlin («Mehr ging nicht») aus den USA in 9,79 Sekunden.

Schon eine Stunde vor dem Halbfinale hatte sich Bolt im Stadion gemeinsam mit Landsmann Blake aufgewärmt. Beide sind gute Kumpel und trainieren bei Glen Mills. Bei der Generalprobe für die schnellste Show der Olympischen Spiele ließen die schnellen Jungs schon mal die Muskeln spielen und machten Mätzchen. Bolt posierte als «Schattenboxer», die Konkurrenz ließ sich aber nicht einschüchtern. Der 25-Jährige joggte dann in 9,87 ins Finale, die 9,82 von Gatlin waren eine Kampfansage.

Bolt: «Ich bin kein großer Starter, ich hole das im Rennen raus»

Seinen Sport nimmt Bolt bierernst, aber sonst ist er ein Spaßvogel - und ein großer Junge geblieben. Durch seinen Sport und «stolze Sponsoren» wie Ausrüster und Werbepartner Puma ist er ganz flott zum Multimillionär aufgestiegen. Als Antrittsgage kann der Weltstar bei internationalen Meetings mittlerweile 300.000 Dollar verlangen. Die Nummer eins der Leichtathletik ist schließlich das Zigfache für jeden Veranstalter wert.

Außerdem ist der Mann mit seinem Läufer-Latein noch nicht am Ende - und lernfähig. Der Fehlstart im WM-Finale 2011 war für Bolt ein Schock, die Niederlagen gegen Blake bei den Trials Ende Juni in Jamaika kamen als Weckruf zur rechten Zeit. Zudem ist er sich mit seinem Trainer Mills einig: «Ich war nie ein großer Starter, und ich werde nie ein großer Starter sein. Ich hole das einfach im Rennen raus.»

Wie am Sonntag, als ganz Jamaika vor den TV-Geräten die Daumen drückte. Lange nach Mitternacht konnte Bolt mit seinen Landsleuten in eine historische Nacht hineinfeiern: Denn am Montag jährt sich zum 50. Mal der Unabhängigkeitstag der Karibik-Insel. Der bekannteste Jamaikaner hat sich schon lange darauf gefreut, «Happy birthday» zu sagen.

kru/zij/news.de/dpa

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